Zum 13. Mal in Folge behielten die Bulls (8:2, Zweiter im Osten hinter Miami) gegen die Pistons die Oberhand. Diesmal klar und deutlich mit 92:68 gegen einen Gegner, dem vor allem in der Offensive nicht die Rezepte einfielen, um erfolgreich Basketball zu spielen. Und so konnten sich die Protagonisten dieses Duells frühzeitig auf die Ersatzbank zurückziehen. Sowohl Liga-MVP Derrick Rose als auch Power Forward Carlos Boozer hatten ihre Arbeit bereits Mitte des vierten Viertels verrichtet, Luol Deng gab an der Seitenlinie zu diesem Zeitpunkt bereits den Cheerleader.
Zeit zum Verschnaufen also für einen der Titelanwärter in dieser anstrengenden Saison. Boozer hatte 23 Punkte und acht Rebounds, Rose 22 Zähler gesammelt. Die Rehabilitation für das 94:109 in Atlanta war geglückt.
"Die Defense hat den Unterschied gemacht", sagte Rose, "wenn jeder Abend so verliefe, wäre alles leicht." Aber es ist harte Arbeit, die in der NBA verrichtet werden muss dieser Tage. Nach den schweren Beinen in Atlanta gestattete der schwache Gegner den vierten Erfolg in den vergangenen fünf Spielen. Neun Partien sind es insgesamt binnen zwölf Tagen, die die Bulls überstehen müssen. Am Dienstag geht es bei den Minnesota Timberwolves weiter, ehe am Mittwoch die sieglosen Washington Wizards am Michigansee gastieren.
Und der Ex-Champion aus Detroit? Die Pistons (2:7) verloren zum vierten Mal in Folge und haben immer noch keinen Hunderter geschaft in dieser Saison. Durchschnitt: 82,4! Das wird für die Play-offs nicht reichen.
Eine harte Nuss im Osten könnten für die Bulls in dieser Spielzeit die New York Knicks werden, die sich mit Meistermacher Tyson Chandler von den Dallas Mavericks verstärkten. Nach Stotterstart kommen die Knicks nun besser in Fahrt.
Chandler, Carmelo Anthony und Amare Stoudemire führten das Team aus Manhattan am Montag zum 91:87 über die Charlotte Bobcats. "Melo" brachte zweieinhalb Minuten vor Schluss den Sieg mit einem wichtigen Korb auf den Weg, sammelte insgesamt 22 Zähler. "Es war heute Willenssache", sagte Anthony hernach. "Amare und ich haben jede Menge verworfen, also mussten wir unter dem eigenen Korb möchtig kämpfen und in der Crunchtime die Zügel anziehen." Stoudemire kam trotz vieler Fehlversuche (7 von 25 Treffer) auf ein Double-Double (25/12). Chandler erreichte mit 20 Punkten und 13 Brettern ebenfalls doppelt zweistellig das Ziel. Auch Iman Shumpert (16) spielte wieder stark. Nach dem dritten Sieg in Folge stehen die Knicks bei 5:4 und in den Play-off-Rängen. Michael Jordans Bobcats (Diaw: 19 Punkte, zehn Rebounds) krebsen mit 2:7 weiter am Ende der Conference-Tabelle herum.
Zu weiteren Siegen kamen im Osten die Philadelphia 76ers und die Atlanta Hawks. Die Sixers (6:2) gewannen gegen die bislang so starken Indiana Pacers (6:3) mit 96:86 - der neue Eigner Josh Harris freute sich über eine starke Vorstellung der Mannschaft von Trainer Doug Collins und den ersten Platz in der Atlantic Division. Andre Iguodala (20) und Lou Williams (13) legten den Grundstein zum fünften Sieg in Reihe. Entscheiden war ein 15.3-Lauf im dritten Viertel.
Die Hawks (7:3) triumphierten bei den New Jersey Nets (2:8) mit 106:101. Josh Smith fuhr einen Saisonbestwert ein (26), seine Farben dominierten mit 54 Prozent Trefferquote. "Das war wohl mein bestes Spiel für die Hawks", sagte Smith, der nur vier seiner 14 Würfe vergab.
Im Westen zogen die Denver Nuggets (6:4) überraschend zu Hause mit 81:94 den Kürzeren gegen die umformierten New Orleans Hornets (3:6). Carl Landry mit 21 und der deutsche Center Chris Kaman (20) beendeten die sechs Spiele dauernde Niederlagenserie der Hornissen. Zuletzt hatte New Orleans am 28. Dezember gegen Boston gewonnen. Abermals fehlte Starzugang Eric Gordon wegen einer Knieverletzung.
Toronto Raptors - Minnesota Timberwolves 97:87
Philadelphia 76ers - Indiana Pacers 96:86
New Jersey Nets - Atlanta Hawks 101:106
New York Knicks - Charlotte Bobcats 91:87
Chicago Bulls - Detroit Pistons 92:68
Denver Nuggets - New Orleans Hornets 81:94