
Double-Gewinner Brose Baskets Bamberg stand nach den samstäglichen Erfolgen von Berlin und Ulm in Gießen unter Zugzwang. Die Franken kamen mit dem Druck zunächst überhaupt nicht zurecht und verschliefen den Start völlig. 22:10 führte der Außenseiter nach den ersten zehn Minuten - eine Sensation bahnte sich an. Die Bamberger stemmten sich jedoch mit aller Macht gegen das Unheil und bliesen zur Aufholjagd. Diese ging jedoch nur mühsam vonstatten, sodass der deutsche Meister erst zum Ende des dritten Viertels ausgleichen konnte (50:50).
Doch auch danach sollte es eine schwere Aufgabe für Bamberg bleiben, da die Gießener enormen Widerstand boten und die Partie bis zum Schluss offen gestalteten. Die Entscheidung fiel letztlich in den letzten Sekunden des Spiels: Anton Gavel brachte die Bamberger zunächst mit einem Dreier mit 65:64 in Führung, Wayne Bernard per Freiwurf und Barry Stewart von außen konterten jedoch postwendend. Den letzten Wurf, der die Brose Baskets in die Verlängerung hätte bringen können, vergab drei Sekunden vor dem Ende Brian Roberts. Folglich musste sich die Mannschaft von Headcoach Chris Fleming mit 65:68 (27:35) beugen und rutschte dadurch in der Tabelle auf Platz zwei ab.
Die Fraport Skyliners wollten zuhause gegen den TBB Trier den erhofften Befreiungsschlag schaffen und sich ein wenig Luft im Keller verschaffen. Daraus wurde aber nichts, da die Hessen nur im ersten Viertel überzeugen konnten. Nach zehn Minuten führten die Frankfurter mit 19:8, brachen dann aber völlig ein. Trier stabilisierte sich, verkürzte stetig den Rückstand, ging selbst in Führung und gab diese dann nicht mehr aus der Hand. Der TBB hatte zwar keinen herausragenden Akteur auf dem Parkett, dafür punkteten die Gäste in der Breite. Mit 14 Punkten war Skyliner Jimmy McKinney bester Werfer auf dem Feld, was ihm nach der achten Pleite im zehnten Spiel aber nur ein schwacher Trost sein dürfte.
Vergleichbar spannend ging's in Bonn zu, wo die Eisbären aus Bremerhaven zu Gast waren. Dank eines furiosen Schlussspurts - den letzten Abschnitt entschieden die Eisbären mit 21:12 zu ihren Gunsten - setzten sich die Gäste mit 68:61 (30:38) durch.
Einen entspannteren Abend erlebten hingegen die Würzburger, die in eigener Halle EnBW Ludwigsburg mit 67:58 (30:30) niederrangen. Allerdings bot der Aufsteiger dabei eine ziemlich unkonstante Leistung - so brachte ein Leistungseinbruch im zweiten Viertel die Gäste zurück in die Partie. Dennoch reichte es am Ende zum Sieg und zu zwei Punkten, durch die die Würzburger weiter im dichten Verfolgerfeld auf Platz eins verharren.
Am Samstag kam es zu einer Premiere in der Basketball-Bundesliga: Alba Berlin trat zum Spitzenspiel in München. Noch nie zuvor ist es zu einem Aufeinandertreffen der beiden Teams gekommen, die gleich neun ehemalige oder aktuelle Nationalspieler in ihren Reihen haben. Das bessere Ende hatte schließlich der Klub aus der Hauptstadt.
Dirk Bauermann zeigte vor der Partie gegen Berlin großen Respekt vor den Gästen. "Auch wenn Bamberg zuletzt zweimal das Double geholt hat ist Alba doch immer noch das dominierende Team der vergangenen zehn Jahre", so der Bayern-Trainer, der "ein Duell mit richtiger Play-off-Atmosphäre" erwartete. Er sollte Recht behalten. In der hochklassigen Partie fiel die Entscheidung zugunsten der Berliner dann auch erst in den Schlusssekunden. Beim Stand von 79:81 aus Sicht des FC Bayern verlor Nationalspieler Steffen Hamann den Ball an Heiko Schaffartzik, der wenig später mit zwei verwandelten Freiwürfen für die Berliner alles klar machte - 85:79. Nach dem ersten Aufeinandertreffen zwischen dem Aufsteiger aus München und dem renommierten Team aus Berlin bleibt Alba auch im achten Spiel in Folge ungeschlagen, die Gastgeber dagegen kassierten die erste Heimniederlage im Oberhaus.
Dabei lagen die Münchner 2:23 Minuten vor dem Ende nach einem Dreier von Je'Kel Foster mit 79:76 vorne, die Berliner drehten vor den Augen von Fußball-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger mit neun Zählern in Folge jedoch die Partie. Überragender Spieler bei den Gästen war Spielmacher DaShaun Wood mit 27 Punkten.
Tabellenführer Bamberg spielt erst am Sonntag, Ulm nutzte die Gunst der Stunde. Die Ulmer besiegten beim Abschied aus der mit 3000 Zuschauern ausverkauften Kuhberghalle Phoenix Hagen mit 86:72 und schoben sich zumindest vorübergehend auf Platz eins vor.
Weiter in der Erfolgsspur befinden sich die Artland Dragons, die den BBC Bayreuth mit 94:74 bezwangen, den vierten Sieg in Serie feierten und vorne dabei bleiben. Im Tabellenkeller landete Tübingen gegen Braunschweig einen überraschend deutlichen 94:63-Sieg und arbeitet sich ins Mittelfeld vor. Schlusslicht Göttingen fand kein Mittel gegen Rickey Paulding (30 Punkte)und verlor auch das Niedersachsen-Duell gegen EWE Baskets Oldenburg klar mit 70:95.
Beste Werfer für München: Troutman (14), Foster (13) für München
Berlin: Wood (27), Schaffartzik (14), Taylor (13), Allen (12)
Zuschauer: 6700 (ausverkauft)
Beste Werfer für Artland: King (19), Hess (15), Fenn (13), Peavy (12)
Bayreuth: Ibekwe (17), Schmidt (13), Gibson (12), Jeanty (10)
Zuschauer: 2982
Beste Werfer für Tübingen: Young (22 ), Redding (16), Nash (12), Spoden (11), Campbell (11)
Braunschweig: Melzer (17), Greer (13)
Zuschauer: 2350
Beste Werfer für Ulm: Swann (19), Bryant (14), Trice (13), Watts (11)
Hagen: Carter (22), Brooks (16), Kruel (14)
Zuschauer: 3000
Beste Werfer Telekom Baskets Bonn: Gaffney (16), Ensminger (13), Jordan (13), Serapinas (11)
Eisbären Bremerhaven: Smith (15), McNaughton (12), Cain (12)
Zuschauer: 5430
Beste Werfer Fraport Skyliners: McKinney (14), Davidson (10)
TBB Trier: Seiferth (12)
Zuschauer: 4380
Beste Werfer s.Oliver Baskets Würzburg: Little (15), Jacobson (12), Harris (10)
EnBW Ludigsburg: Zavackas (14), Lischka (10), Harris (10) Zuschauer: 3140 (ausverkauft)
Beste Werfer LTi Gießen 46ers: Stewart (17), Ovcina (16), Pilcevic (10), Archibong (10)
Brose Baskets Bamberg: Roberts (17), Slaughter (14), Jacobsen (11)
Zuschauer: 3260
| Heim | Gast | Erg. | ||
|---|---|---|---|---|
Göttingen | - | Oldenburg | 70:95 | |
Ulm | - | Hagen | 86:72 | |
Artland | - | Bayreuth | 94:74 | |
Tübingen | - | Braunschweig | 94:63 | |
Bayern | - | Alba Berlin | 79:85 | |
Frankfurt | - | TBB Trier | 54:64 | |
TB Bonn | - | Bremerhaven | 61:68 | |
Gießen | - | BB Bamberg | 68:65 | |
Würzburg | - | Ludwigsburg | 67:58 | |
| Pl. | Verein | Körbe | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() | ratiopharm Ulm | 782:707 | 16:4 |
| 2 | ![]() | Brose Baskets Bamberg | 792:614 | 14:4 |
| 3 | ![]() | Alba Berlin | 748:638 | 14:4 |
| 4 | ![]() | s.Oliver Baskets Würzburg | 741:656 | 14:6 |
| 5 | ![]() | Artland Dragons | 871:796 | 14:6 |
| 6 | ![]() | Telekom Baskets Bonn | 773:745 | 12:8 |
| 7 | ![]() | Bayern München | 791:769 | 12:8 |
| 8 | ![]() | Eisbären Bremerhaven | 717:741 | 12:8 |
| 9 | ![]() | EWE Baskets Oldenburg | 740:707 | 10:8 |
| 10 | ![]() | NY Phantoms Braunschweig | 750:784 | 10:10 |
| 11 | ![]() | TBB Trier | 682:694 | 8:12 |
| 12 | ![]() | BBC Bayreuth | 694:735 | 8:12 |
| 13 | ![]() | LTi Gießen 46ers | 703:779 | 8:12 |
| 14 | ![]() | EnBW Ludwigsburg | 642:638 | 6:12 |
| 15 | ![]() | Walter Tigers Tübingen | 795:846 | 6:14 |
| 16 | ![]() | Phoenix Hagen | 829:936 | 6:14 |
| 17 | ![]() | Fraport Skyliners | 631:741 | 4:16 |
| 18 | ![]() | BG Göttingen | 660:815 | 2:18 |