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08.09.2010, 21:50

Erstes Halbfinale steht fest

Serbiens Revanche geglückt - Türkei rasant

Serbien schlug die Spanier in einer am Ende hochdramatischen Viertelfinal-Partie mit 92:89 (49:41). Ein spektakulärer Dreier von Milos Teodosic drei Sekunden vor Schluss brachte die Entscheidung. Krstic & Co. gelang damit die Revanche für die Niederlage im EM-Finale vor einem Jahr. Im Halbfinale kommt es nun zur Neuauflage des EM-Endspiels von 2001 gegen die Türkei, die am Abend Slowenien förmlich demontierte.

In einem hochklassigen Match wurde Milos Teodosic (l.) zum Matchwinner für die Serben
In einem hochklassigen Match wurde Milos Teodosic (l.) zum Matchwinner für die Serben.
© picture-allianceZoomansicht

Serbien steht als erster Halbfinalist bei der Weltmeisterschaft in der Türkei fest. In der Sinan Erdem Arena von Istanbul lieferten sich die Serben mit Titelverteidiger und Europameister Spanien vor 15.000 Zuschauern ein packendes Duell, das die Herzen der Basketball-Fans höher schlugen ließ. Die junge Mannschaft von Trainer Dusan Ivkovic hatte noch vor einem Jahr im Finale der Europameisterschaft von den Iberern noch eine Lektion erteilt bekommen, doch nun folgte die Revanche.

Serbien zeigte sich von Beginn an in nahezu allen Belangen ebenbürtig, lag meist sogar in Führung. Vor allem von Außen waren die "Adler" anfangs brandgefährlich, doch auch Spanien erwischte einen guten Tag in puncto Offensive. Folglich lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtauch. Zur Pause lag der fünffache Weltmeister mit 49:41 vorne, doch Spanien legte nun einen Zahn zu. Vor allem in der Deckung waren die Iberer nun deutlich aggressiver und kamen wieder heran.

Basketball-Weltmeisterschaft

Es blieb ein Spiel auf Messers Schneide, auch wenn Serbien vier Minuten vor Schluss mit 86:78 führte, dich der Weltmeister gab nicht auf und kam dank Juan Carlos Navarro, der mit 27 Punkten der erfolgreichste Punktesammler der Begegnung war, wieder heran. Als Marc Gasol 25 Sekunden vor dem Ende zum 89:89 Ausgleich, keimte beim Favoriten wieder Hoffnung auf. Serbien hatte jedoch den letzten Angriff, Milos Teodosic führte den Ball und wurde von den Spaniern nicht gefoult.

Als Jorge Garbajosa dem serbischen Aufbauspieler zu viel Raum gestattete, nutzte dieser das sofort und traf spektakulär aus knapp neun Metern zum 92:89. Damit setzte der 23-Jährige Guard von Olympiakos Piräus, dem beeindruckende acht Assists gelangen, ein erstes Ausrufezeichen bei der WM, die bisher an ihm ein wenig vorbeigegangen war. Die ersten zwei Spiele war er wegen einer Schlägerei in einem Vorbereitungsspiel gesperrt gewesen, während er danach nur selten auftrumpfen konnte.

Wahrscheinlich ist keinem von uns klar, was wir erreicht haben. Ich war der schlechteste Spieler auf dem Feld, mit dem Dreier habe ich mich aber wohl rausgerissen.Serbiens Matchwinner Milos Teodosic

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Spanien hatte noch drei Sekunden, um sich in die Verlängerung zu retten, doch Garbajosa leistete sich einen Turnover, der das Aus des nun entthronten Weltmeisters besiegelte. Die Serben, die im bisherigen Turnierverlauf nur gegen Deutschland eine Niederlage einstecken mussten, siegten vor allem wegen der mannschaftlichen Geschlossenheit und einer tiefen Bank. Mit Keselj (17), Velickovic (17), Savanovic (15), Bjelica (14), Krstic (13) und Teodosic (12) hatten die Serben gleich sechs Akteure in ihren Reihen, die zweistellig punkteten.

Furiose Türken demonstrieren ihre Stärke

Türkeis Kerem Tunceri setzt sich gegen Jaka Lakovic durch
Aus dem Weg: Türkeis Kerem Tunceri setzt sich gegen Jaka Lakovic durch.
© picture-alliance

Das zweite Viertelfinale hingegen hatte nicht so viel Spannung zu bieten. Im Vorfeld des Matches zwischen Gastgeber Türkei und Slowenien hätte man durchaus von einer ausgeglichenen Angelegenheit ausgehen können. Dem war dann aber nicht so! Slowenien konnte nur zu Beginn gegen die Türken mithalten, doch angetrieben von frenetischen 15.000 Zuschauern drehte der Gastgeber rasch auf und feuerte ein Offensivspektakel ab.

Die Mannschaft von Headcoach Bogdan Tanjevic hatte eine unfassbare Trefferquote aus dem Feld, die im ersten Viertel bei über 75 Prozent lag. Auf der anderen Seite riss bei den Slowenen nun vollends der Faden, leichte Bälle sprangen noch aus dem Korb, nichts klappte mehr. Folglich stand bereits nach den ersten zehn Minuten eine deutliche 27:14-Führung für die Türkei zu Buche. Und auch danach ging es genauso weiter, so dass der Gastgeber mit einem komfortablen 50:31 in die Halbzeit gehen durfte.

Der Wille der Slowenen war zu diesem Zeitpunkt bereits gebrochen, so dass die beiden noch ausstehenden Viertel zum Schaulaufen für Türkiye wurden. Am Ende setzte sich die Türkei leicht und locker gegen enttäuschende Slowenen mit 95:68 (50:31) durch und darf weiter vom Endspiel träumen. Im Halbfinale geht es nun gegen Serbien, das der Türkei die bisher bitterste Niederlage in ihrer jüngeren Basketball-Geschichte zufügte. 2001 unterlag man im Endspiel der Europameisterschaft im eigenen Land den Serben, die damals noch als Jugoslawien aufgelaufen waren, mit 69:78. Glückt nun die Revanche?

Statistik zum Spiel

Serbien - Spanien 92:89 (49:41)

Serbien: Keselj (17), Velickovic (17), Savanovic (15), Bjelica (14), Krstic (13), Teodosic (12), Tepic (2), Perovic (2)
Spanien: Navarro (27), Garbajosa (18), Fernandez (15), Gasol (13), Vazquez (4), Llull (4), Mumbru (3), Rubio (3), Reyes (2)
Zuschauer: 15.000

Türkei - Slowenien 95:68 (50:31)

Türkei: Ilyasova (19), Guler (12), Türkoglu (10), Onan (10), Tunceri (10), Asik (9), Savas (8), Erden (6), Arslan (5), Gonlum (4), Akyol (2)
Slowenien: Becirovic (16), Nachbar (16), Slokar (10), Brezec (10), Lakovic (8), Dragic (5), Zupan (3)
Zuschauer: 15.000

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