Am Tag nach dem 43:78-Debakel gegen Australien war im deutschen Lager vor allem Kraft tanken angesagt. Nach drei kräftezehrenden Partien zum WM-Auftakt war die Pause am Dienstag auch nötig, um wieder fit ins vorentscheidende Duell gegen Angola heute (18 Uhr) zu gehen. "Drei Spiele in drei Tagen sind schon ein hartes Programm. Unsere Freunde vom Fußball bräuchten dafür zwei Wochen", sagte Bundestrainer Dirk Bauermann.
Der 52-Jährige war nach der äußerst mäßigen Vorstellung gegen Australien darum bemüht, sein junges Team wieder aufzubauen. "Ich bin mit den ersten drei Tagen bei der WM trotzdem hochzufrieden", sagte Bauermann. "Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, dass wir gegen Argentinien und Serbien so stark spielen und gegen die Serben sogar gewinnen, den hätte ich für verrückt erklärt", fügte er hinzu. Vor allem mit den jungen Spielern führte Bauermann intensive Einzelgespräche. "Viele stehen erstmals bei der WM in so einer Drucksituation, da kann ich mit meiner großen Erfahrung sicher dem einen oder anderen helfen", sagte der Krefelder.
„Ich bin mit den ersten drei Tagen bei der WM trotzdem hochzufrieden.“Dirk Bauermann
Anscheinend hatte er Erfolg, denn beim Training in der Kadir Has Arena am Dienstagmittag zeigte sich das Team gut gelaunt. Es wurde gelacht und geflachst - die Niederlage gegen Australien dürfte also abgehakt sein. Die Tatsache, dass es die DBB-Auswahl weiterhin selbst in der Hand hat, dürfte ihren Teil zur Stimmungsverbesserung beigetragen haben. Mit zwei Siegen in den beiden abschließenden Partien gegen Angola und Jordanien (Donnerstag, 20.30 Uhr) würde Deutschland das Achtelfinale sicher erreichen.
Wahrscheinlich würde auch ein Sieg gegen Angola ausreichen, sofern Jordanien danach erwartungsgemäß gegen die noch ungeschlagenen Argentinier unterliegt. Auch bei einer etwaigen Niederlage gegen den Afrikameister wäre das Aus nicht besiegelt. Im deutschen Lager will man sich aber nicht auf Spekulationen einlassen. "Jetzt kommen die Spiele, von denen wir von Beginn an wussten, dass wir sie gewinnen müssen", sagte Jan-Hendrik Jagla. "Unser Ziel ist Istanbul und der Weg führt über Angola und Jordanien. Wir werden es packen", meinte Demond Greene.

Für die "Oldies" Greene, Jagla und Steffen Hamann begann die Regenerationsphase bereits in der zweiten Halbzeit des Australien-Spiels, als Bauermann das Trio schonte. "Sie müssen die Mannschaft gegen Angola tragen. Alle drei haben schon oft in solchen Entscheidungsspielen auf dem Parkett gestanden, von daher brauchen wir sie jetzt ganz besonders."
Der Blick richtet sich also auf die Angolaner, gegen die sich Deutschland bei der WM vor vier Jahren mit einem Dirk Nowitzki erst nach dreimaliger Verlängerung durchsetzen konnte. Gegen Serbien (44:94) und Argentinien (70:91) waren die Afrikaner allerdings chancenlos, während sie Jordanien mit 79:65 bezwangen. Dennoch warnt Bauermann: "Wer weiß, was sie im Schilde führen." Allerdings lässt er auch keinen Zweifel am Sieger aufkommen: "Ich bin mir sicher, dass wir gegen Angola stark zurückkommen. Wenn wir stabil und geduldig spielen, werden wir das Ding gewinnen", sagte Bauermann.
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