Die Heat machen ernst! Im Wechsel-Sommer 2010 sicherte sich das Team aus dem US-Urlaubsparadies zunächst den Verbleib des bei vielen anderen Klubs gehandelten Superstars Dwyane Wade, um ihm kurz darauf Chris Bosh von den Toronto Raptors an die Seite zu stellen. Damit nicht genug: Seit Donnerstag (Ortszeit) ist nun auch die Frage der Fragen nach wochenlangen Spekulationen beantwortet. In einer einstündigen Sondersendung im US-Fernsehen erklärte der "King", die Cavs verlassen zu wollen und ebenfalls den Weg gen Süden einzuschlagen.
Damit haben sich auch die großen Hoffnungen der Konkurrenz (Chicago, New York, New Jersey, L.A. Clippers) zerschlagen. In der neuen Saison muss sich der Rest der Liga mit den neuen "Big Three" auseinandersetzen.
Wade, Bosh und James kennen sich aus etlichen Ligavergleichen und aus der gemeinsamen Zeit bei Olympia 2008 in Peking, als das US-Team Gold gewinnen konnte. "Erfolge dieser Art wollen wir auch in Miami gemeinsam feiern", sagte James und nannte die sportliche Perspektive als Hauptgrund für seine Entscheidung. "Es war ein großer Reiz für mich, wieder mit Dwyane und Chris in einer Mannschaft zu spielen. Ich kann nicht sagen, dass es immer mein Plan war, weil ich nicht gedacht habe, dass es möglich sei."
Die genauen Details seines Vertrages in Miami sind noch nicht ausgehandelt. "Wir werden in den nächsten Tagen darüber reden", sagte James. Finanziell muss LBJ Abstriche machen. "Ich hätte mehr verdient, wenn ich in Cleveland für sechs weitere Jahre unterschrieben und dafür 120 Millionen Dollar kassiert hätte", sagte der 25 Jahre alte Topstar aus Akron nahe Cleveland, der seit seinem NBA-Debüt 2003 ausschließlich für die Cavaliers gespielt hatte, jedoch titellos blieb.
Die Art und Weise, auf die James seinen Abschied aus der Heimat nach wochenlanger Geheimniskrämerei inszenierte - er gab ihn öffentlich in einer Sendung im nationalen Fernsehen bekannt -, irritierte allerdings nicht nur Experten und Kommentatoren. Den Fans in Cleveland, die seit 1964 auf einen Titel in einer der drei großen Sportarten warten, hat James das Herz gebrochen. Kurz nach der Entscheidung rissen sich entsetzte Anhänger auf den Straßen ihre Trikots mit der Nummer 23 vom Leib und steckten sie teilweise in Brand. "Es fühlt sich an, als ob wir gerade die Meisterschaft mit der Schlusssirene verloren haben", meinte ein Fan. Ein Kommentar, der noch zu den freundlichen gehörte.
„Ich garantiere persönlich, dass die Cleveland Cavaliers eine Meisterschaft gewinnen werden, bevor es der selbsternannte frühere "König" tut.“Dan Gilbert, Präsident der Cleveland Cavaliers
Cavaliers-Präsident Dan Gilbert, der von der Entscheidung seines früheren Topspielers ebenfalls aus dem Fernsehen erfuhr, machte seinem Ärger in einem kurz nach der Entscheidung veröffentlichten offenen Brief an die Fans Luft: "Ihr verdient diesen feigen Verrat einfach nicht", schrieb Gilbert, der James als den "selbsternannten früheren König" bezeichnete, dem er zudem unterstellte, sich schon während der zurückliegenden Play-offs gegen Cleveland entschieden zu haben.
In Miami wurde der Dauerkartenverkauf für die neue Saison bereits gestoppt. Mit dem kleinen verbliebenen Gehaltsspielraum müssen die Heat erst einmal ihren Kader füllen. Sieben Spieler müssen mehr oder weniger zum Minimalgehalt unter Vertrag genommen werden. Michael Beasley, Nummer zwei im Draft von 2008, wird Miami zu den Minnesota Timberwolves verfrachten, um sich finanziell ein bisschen mehr Luft zu verschaffen.
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