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10.09.2009, 10:19

Hamann wird zum Ziel des Frusts

Kambala rastet aus

In einer hochdramatischen Schlussphase qualifizierte sich Deutschland am Mittwochabend trotz einer Sechs-Punkte-Niederlage (62:68) gegen Lettland für die Zwischenrunde bei der Basketball-EM in Polen. Beim Gegner war der Frust offenbar dermaßen groß, dass deren Center Kaspars Kambala den deutschen Nationalspieler Steffen Hamann nach der Partie mit dem Ellenbogen attackierte.

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Kaspars Kambala
Muss nach seiner Attacke gegen Steffen Hamann mit einer Sperre rechnen: Kaspars Kambala.
© imago Zoomansicht

Da einige Funktionäre den Vorfall beobachtet hatten, führte der europäische Basketball-Verband FIBA Europe bereits in der Nacht zum Donnerstag eine Verhandlung gegen Kambala. Ob und wie lange der 30-Jährige gesperrt wird, will die FIBA Europe bis Samstag entscheiden. Für die EM ist die Dauer der Sperre nicht relevant, da Lettland trotz des Erfolgs ohnehin die Zwischenrunde verpasste.

Kambala rammte dem deutschen Spielmacher offenbar seinen Ellenbogen ins Gesicht, was nicht ohne Folgen blieb. Hamann wurde bei der Attacke ein Backenzahn zertrümmert, er musste in einer Zahnarztpraxis provisorisch versorgt werden. Einem Einsatz des Berliners in der Zwischenrunde soll aber nichts im Wege stehen.

Der 2,05 m große Lette Kambala, der für den sibirischen Klub Jenissei Krasnojarsk spielt, hatte erst Ende letzten Jahres eine zweijährige Sperre wegen Kokainkonsums abgesessen. Während dieser Auszeit vom Basketball versuchte sich der 135-Kilo-Koloss als Profiboxer im Schwergewicht. Kambala blieb in seinen vier Kämpfen (ein Unentschieden) ungeschlagen.

Femerling musste genäht werden

Patrick Femerling
Spielte trotz Platzwunde weiter: Patrick Femerling.
© picture alliance

Und Hamann war nicht das einzige Opfer der aggressiv spielenden Letten. Bereits während der Partie bekam Patrick Femerling die körperbetonte Spielweise schmerzhaft zu spüren. Femerling erlitt eine Platzwunde an der Nase. Nachdem er mit drei Stichen genäht wurde, konnte der Rekordnationalspieler die Partie fortsetzen. Flügelspieler Jan-Hendrik Jagla, der mit seinen Punkten in den Schlusssekunden Deutschland das Weiterkommen sicherte, fand eindeutige Worte: "Das war eine Schlägerei."

10.09.09
 
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