Der Starcenter der Orlando Magic hinterließ dem Champion beim ersten Heimauftritt seiner Mannschaft eine klare Botschaft: "Not in my house!" Gleich fünf Blocks lieferte "D12" ab - einer schöner als der andere. Dazu kamen 17 Punkte und 14 Rebounds für den besten Abwehrspieler der Liga beim glasklaren 117:96-Kantersieg. 2:1 für Orlando. Und die "Garnett-losen" Celtics stehen wie schon gegen Chicago (4:3) vor großen Problemen.
Neben Howard traten vor allem zwei weitere Akteure bei den treffsicheren Magic auf den Plan, die mit einer Erfolgsquote von über 59 Prozent ihrer Würfe aus dem Feld einen Vereinsrekord aufstellten. Rashard Lewis (28 Zähler) und Hedo Turkoglu (24) ließen den Ausfall des gesperrten Aufbauspielers Rafer Alston locker verschmerzen.
Für Boston, das 19 seiner 25 vergangenen Play-off-Auswärtsspiele verlor, kam Paul Pierce auf 27 Punkte und zeigte sich formverbessert. Rajon Rondo hingegen fand kaum ein Mittel (15). "Wenn du ihr Spiel unter dem Korb zulässt und sie dazu auch noch von draußen werfen lässt, hast du keine Chance", klagte Pierce nach dem Spiel, in dem sein Team zwar zwischenzeitlich einen 20-Punkte-Rückstand auf sieben verkürzt hatte, am Ende aber chancenlos war.
"Es ist nicht die Zeit zum Feiern", mahnte Magic-Coach Dick van Gundy nachher. "Vor allem gegen Boston. Das ist wie eine Ein-Punkte-Führung zur Halbzeit." Spiel vier findet erneut in Orlando statt. Die Magic wollen dann den vorentscheidenden Schritt tun in Richtung Conference-Finale. Zuletzt stand der Klub dort im Jahre 1996 - mit Shaquille O'Neal und Penny Hardaway in der Starting Five.
Symbolhaft für den beeindruckenden Sieg der Lakers in Houston stand die Schlusssequenz des dritten Viertels. Einwurf auf Kobe Bryant, kurzes Dribbling an Kontrahent Ron Artest vorbei - und ein Dreier aus gefühlten zehn Metern Entfernung vorbei genau mit der Sirene! 74:62. Die leicht arrogante Siegerpose Kobes danach dürfte den Rockets wohl kaum geschmeckt haben.

Ebenso wenig wie die 94:108-Heimschlappe, die L.A. nun wieder am längeren Hebel sitzen lässt. "Ich habe nur getan, was ich am besten kann", sagte Bryant nach seiner 33-Punkte-Galavorstellung. Sein Gegner Ron Artest sammelte immerhin 25 Zähler, wurde nach einem umstrittenen Flagrant Foul gegen Pau Gasol jedoch auch vom Feld gestellt.
Die Szene erinnerte dennoch in ihrer Intensität an den Zündstoff aus dem zweiten Spiel, als Bryant und Artest aneinandergeraten waren und Lakers-Spielmacher Derek Fisher wegen eines absichtlichen Fouls für ein Spiel gesperrt wurde. Sein Vertreter Jordan Farmer sprang mit zwölf Punkten in die Bresche. Wie die gesamte Lakers-Startfünf - alle punkteten zweistellig.
Houston verlor erstmals nach neun Heimsiegen wieder vor eigenem Publikum. Der angeschlagene Starcenter Yao Ming holte zwar ein Double-Double (19/14), konnte die Niederlage aber nicht verhindern. In Spiel 4 hat sein Team wieder Heimrecht und kann dann zum 2:2 ausgleichen. Wenn nicht, heißt der erste West-Finalist wohl Los Angeles Lakers. Der Gegner wird in der Serie Denver-Dallas ermittelt. Die Nuggets führen nach zwei Heimsiegen mit 2:0 und treten am Samstag erstmals in Dallas an, das noch nie in dieser Saison gegen Denver gewinnen konnte und zudem die Wirren um Dirk Nowitzkis Privatleben zu verkraften hat.
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