
Ex-Champion Billups, seit dieser Saison Mitglied der umformierten Clippers, zog sich im Montagsspiel gegen Orlando einen Achillessehnenriss zu und kommt in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz. Das Karriereende für den 35-jährigen Guard? "Auf keinen Fall", hält der Routinier mit Nachdruck fest. "So werde ich meine Laufbahn nicht beenden." Aber für die Clippers (15:7, Zweiter im Westen) ist sein Ausfall alles andere als eine gute Nachricht. Trainer Vinny del Negro sagte gegenüber ESPN: "Ich fühle mit ihm, er ist ein vorbildlicher Profi und hat für uns eine enorme Bedeutung - durch seinen Charakter und als Führungsspieler." Billups soll kommende Woche nach seiner Rückkehr nach L.A. operiert werden. Die Kalifornier wussten mit ihm und All-Star Chris Paul einen der stärksten Back-Courts in ihren Reihen. Billups hatte sich als nervenstarker Schütze den Spitznamen "Mr. Big Shot" mehr als verdient. Knapp 15 Punkte und vier Assists gingen bislang im Schnitt auf sein Konto, Randy Foye und Mo Williams müssen in die Bresche springen und Paul im Aufbau helfen.
Kein Problem hatten die Miami Heat (19:6), wie die Clippers Zweiter, nur im Osten, schlussendlich mit den Cleveland Cavaliers, die sich über drei Viertel als harter Rivale erwiesen hatten. Dwyan Wade (26 Punkte) und LeBron James (24) zogen im rechten Moment die Zügel an und führten den Favoriten zum 107:91-Sieg. Spät im dritten Abschnitt verließ die Cavs das Schussglück, nur zwei der folgenden 19 Würfe landeten im Korb. Der Zwischenspurt sei "definitiv notwendig gewesen", sagte "King" James, der seit seinem Wechsel aus Cleveland fünf der sechs Vergleiche mit dem Ex-Team gewonnen hat. Die Heat starten nun eine fünf Spiele währende Auswärtsreise, 19 Siege in den ersten 25 Spielen hat der Vizemeister noch nie geschafft. Cleveland (9:14) befindet sich knapp unter dem ominösen Strich nach Platz acht. Ihr Star-Rookie Kyrie Irving (16 Punkte, sechs Rebounds, sechs Assists) hielt die Partie lange Zeit eng, von der Bank kam jedoch viel zu wenig.
Eine lebende Klubikone ist Paul Pierce bei den Boston Celtics (14:10). Beim 94:84-Erfolg seiner Kelten über die Charlotte Bobcats, dem fünften Sieg in Serie, erreichte der Franchise Player eine legendäre Marke. Pierce übertraf den legendären Larry Bird in Sachen Gesamtpunktzahl für die Celtics. Im heimischen Garden fiel die Bird-Marke im dritten Viertel, Pierce hat nun 21.797 Punkte auf seinem Konto (Bird: 21.791). Im aktuellen Kader der Celtics ist er freilich nicht der Beste, seine Kollegen Kevin Garnett (19. mit 23.659 Zählern und Ray Allen (24., 22.583) liegen noch vor ihm, haben jedoch über weite Strecken ihrer Laufbahn andernorts gespielt. Bester aktiver Spieler ist Kobe Bryant von den Lakers, der am Montag auf Rang fünf kletterte (siehe hierzu auch Bilderstrecke "Die besten Punktesammler in der NBA-Geschichte" unten).
"Das war eine Erleichterung heute", sagte Pierce. "Es war in den vergangenen Tagen Thema Nummer eins und hat mich ganz schön belastet. Mit Bird in einem Atemzug genannt zu werden, ist eine große Ehre für mich." Einer steht in der Klubgeschichte noch vor Pierce: John Havlicek kam in seiner Laufbahn auf 26.395 Punkte, er ist damit in der All-Time-Bestenliste Zwölfter.
Vierter im Osten sind die überraschend starken Indiana Pacers (17:7). Trotz eines grippegeschwächten Danny Granger, der erst im Schlussakt Fahrt aufnahm und den Sieg mit zwölf seiner 16 Zähler auf den Weg brachte, reichte es zu einem 104:99-Sieg über die Utah Jazz. Granger hatte vor dem Spiel offenbar die falschen Mittel genommen. "Ich war total groggy, dabei sollte das Medikament mich vergangene Nacht gut schlafen lassen." Darren Collison war dank zehn Treffern bei 14 Würfen mit 25 Punkten bester Punktesammler an diesem Abend. Paul Millsap (18/10) und Al Jefferson (16/8) konnten den Gästen nicht zum Sieg verhelfen.
In der Western Conference sind die Oklahoma City Thunder weiterhin das Maß aller Dinge (20:5) - weil sie vor allem auch ihre engen Spiele gewinnen. Nächstes Beispiel: ein 119:116 bei den Golden State Warriors. Und wieder war Kevin Durant der nervenstarke Entscheider über Wohl oder Wehe. Der All-Star-Forward versenkte 14 Sekunden vor Schluss den Siegeswurf - schon gegen Dallas und Portland hatte er in ähnlicher Situation triumphiert. "Ich habe geworfen und gedacht: 'Was für ein schrecklicher Wurf!', doch dann ging er rein und ich war mächtig überrascht", sagte Durant, der auf 33 Zähler und zehn Rebounds kam. Sein kongenialer Partner Russell Westbrook lief mit 31 Punkten über die Ziellinie.
Monta Ellis und David Lee hatten die Kalifornier lange Zeit angetrieben. Ellis erreichte mit 48 Zählern eine Karrierebestmarke und war Tagesbester (siehe unten "Die Besten des Tages"), Lee holte das zweite Triple-Double seiner Laufbahn (25/11/10). In den Schlusssekunden vergaben Ellis und Brandon Rush jeweils von der Dreierlinie.
Indiana Pacers - Utah Jazz 104:99, Boston Celtics - Charlotte Bobcats 94:84, Miami Heat - Cleveland Cavaliers 107:91, Milwaukee Bucks - Phoenix Suns 105:107, Minnesota Timberwolves - Sacramento Kings 86:84, Golden State Warriors - Oklahoma City Thunder 116:119
Punkte: Monta Ellis (Golden State) 48, Kevin Durant (OKC) 33, Russell Westbrook (OKC) 31, Dwyane Wade (Miami) 26; Rebounds: Michael Beasley (Minnesota) 14, Ersan Ilyasova (Milwaukee), Josh Childress (Phoenix) je 12, David Lee (Golden State), Anderson Varejao (Cleveland), J.J. Hickson, DeMarcus Cousins (beide Sacramento) alle 11; Assists: Rajon Rondo (Boston), Ricky Rubio (Minnesota) je 14, Steve Nash (Phoenix) 11, David Lee, Stephen Curry (beide Golden State) je 10





























