
Im einzigen Aufeinandertreffen zwischen Dallas und Indiana durchbrachen die Pacers auch eine Auswärtsmisere gegen den Rivalen aus Texas. Erstmals seit 2004 siegten die Pacers bei den Mavericks. Ihre Auswärtsstärke (zehn Siege) ist unter anderem auch dem wachsenden Selbstvertrauen des jungen Paul George geschuldet, der im zweiten Jahr in der NBA spielt und alle Scheu abgelegt hat. Unter der Woche brachte der Shooting Guard seine Gefühlslage damit zum Ausdruck, dass er sich gut vorstellen könne, beim All-Star-Spiel sowohl den Dreipunkte-, als auch den Dunking-Wettbewerb gewinnen zu können.
In Dallas lieferte er für beide Thesen Belege ab. Er stopfte und er traf von draußen. Bester Beweis für die Topform des Shooting Guards: Im vierten Viertel blockte er Jason Terry beim Korbleger, sprintete nach dem Rebound über ganze Feld und jagte den Dreier durch die Reuse - demoralisierend für den Titelverteidiger!
| Spieler | Minuten | Punkte | Rebounds | Assists | Steals | Blocks | Wurfquote | Dreierquote | Turnover |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Nowitzki | 33 | 30 | 7 | 2 | 0 | 0 | 12/17 | 1/4 | 4 |
| George | 41 | 30 | 9 | 5 | 5 | 1 | 11/19 | 7/11 | 0 |
Es war einer von sieben verwandelten Distanztreffern. Nur ein Dreier fehlte George, um den Klubrekord von Reggie Miller zu egalisieren! Am Ende standen 30 Zähler auf dem Blatt. "Jawohl, sein Selbstvertrauen wächst und wächst - genau wie das unseres gesamten Teams", sagte Pacers-Coach Frank Vogel stolz. Nach vier Siegen, drei davon auswärts, sind die Pacers auf dem besten Weg zur ersten positiven Bilanz seit Jahren. Und auf dem Weg in die Play-offs. Mit 16:6-Siegen sind sie derzeit Dritter im Osten, nur hauchdünn hinter den Chicago Bulls (19:6), die sie jüngst besiegen konnten.
„Es ist so, als ob ich jeden Wurf verwandeln kann.“Pacers-Jungstar Paul George
Der Champion indes fiel auf 14:10 und ist nur noch Sechster im Westen, der Neunte Houston (99:81 gegen Phoenix, 13:10) liegt den Mavs im Nacken. Es bleibt eine Gratwanderung für das Team von Trainer Rick Carlisle, der gegen seinen Ex-Klub den Kürzeren zog. Das Positive an diesem Abend: "Wenigstens Dirk hat seinen Rhythmus gefunden", sagte Shawn Marion. Nowitzkis 30 Punkten toppten die Werte der drei vorangegangenen Spiele (10/10/8) - gemeinsam mit George war er Drittbester des Tages (an Anthony Morrow von den Nets konnte keiner heranreichen - siehe unten "Die Besten des Tages").
"Dirk bewegt sich jeden Tag besser. Es war gut anzusehen, weil er alles gegeben hat. Er war sehr aktiv. Sehr positiv", lobte Carlisle, der Nowitzki das Extra-Training verordnet hatte, damit dieser körperliche Probleme (Knie, Kondition) in den Griff bekommen könne. Es scheint zu greifen. "Ich habe endlich einen guten Rhythmus gefunden. Die Kraft kommt in meine Beine zurück. Harte Arbeit zahlt sich immer aus", sagte Nowitzki - und mit einem Seitenhieb auf Chef-Kritiker und TV-Analyst Charles Barkley ("Nowitzki beste Zeiten sind vorbei"): "In den letzten Wochen konnte ich ihn nicht widerlegen." Am Freitag schon. Allerdings muss Nowitzki wohl noch einige solcher Leistungen abrufen, um a) die Mavericks zurück in die Spur zu bringen, und b) von den NBA-Trainern noch in den West-Kader für das All-Star-Spiel nominiert zu werden. Nach zehn Berufungen droht der 33-Jährige Ende Februar in Orlando erstmals zu fehlen.
Die NBA hat inzwischen das Fehlverhalten und Mavs-Eigner Mark Cuban und Coach Rick Carlisle geahndet. Cuban muss für seine wiederholte Kritik an den Schiedsrichterleistungen 75.000 Dollar Strafe bezahlen, Carlisle für seinen Platzverweis gegen OKC 35.000. Der Trainer hatte bei seinem zweiten Technischen Foul binnen weniger Minuten den Ball auf die Zuschauertribüne gekickt. Und sich danach prompt entschuldigt. Er habe in Richtung Referees gezielt, sei jedoch einfach "ein schlechter Kicker". "Ich denke, das ist gerechtfertigt", sagte Carlisle und bezeichnete sein Verhalten als "unverantwortlich". Auch wenn es ein Unfall gewesen sei, würde er sich dafür nochmals entschuldigen. Cuban nahm nicht Stellung, er weilt an diesem Wochenende zum Super Bowl in Indianapolis.
Ein Statement ihrer Leistungsstärke gaben einmal mehr die Oklahoma City Thunder ab. Dem Sieg in Dallas folgte nun ein hart erkämpfter Erfolg gegen die Memphis Grizzlies, die OKC in der vergangenen Saison in sieben Play-off-Spielen geschlagen hatte. Auch diesmal waren die Bären aus der Bluesmetropole ein Gegner auf Augenhöhe, doch im entscheidenden Moment bewies Kevin Durant seine Klasse. Der Liga-Topscorer der vergangenen Saison und frisch gekürte All-Star versenkte in der Schlussminute einen Dreier, wenig später in Bedrängnis einen Jumper aus der Halbdistanz und am Ende auch seine Freiwürfe. 36 der Thunder-Punkte gingen beim 101:94-Sieg auf das Konto von Durant. Mit 18:4 stehen die Thunder weiter im Westen ganz vorn und bauten ihren Vorsprung vor den Denver Nuggets (15:8) aus, die den Los Angeles Lakers mit 89:93 unterlagen.
Vor einer hohen Hürde standen derweil im Osten die Miami Heat, der noch eine Niederlage gegen Milwaukee im Magen lag. Die Highflyer der Philadelphia 76ers schwimmen auf der Welle des Erfolgs und ziehen immer mehr Fans in den Wells Fargo Center. Diesmal war die Halle erstmals ausverkauft - über 20.000 Zuschauer waren gekommen. Würde ihren Lieblingen nach dem Coup gegen Chicago auch einer gegen den Vizemeister gelingen. Lange Zeit sah es so aus.

Doch die beiden All-Stars LeBron James (19 Punkte, zwölf Rebounds) und Dwyane Wade (26) stellten im vierten Viertel die Weichen für die Heat (17:6), die am Ende mit 99:79 deutlich gewannen. Die Sixers fielen auf 16:7 zurück. Schlüsselmoment war wohl eine taktische Umstellung: Miami-Coach Erik Spoelstra stellte "King" James auf Point Guard - und die Gäste zogen im Vierten mit einem 15:0-Sprint auf und davon. Am Ende stand die erst dritte Heimniederlage der langjährigen "grauen Maus" Philadelphia. "Das war heute wohl unser bester Start-Ziel-Sieg in dieser Saison, wir haben hart gekämpft und sehr gut kommuniziert", so "LBJ".
Die alte Rivaltität der beiden sportverrückten Ostküstenstädte New York und Boston lebt an diesem Wochenende wieder auf. Ein kleiner Vorgeschmack vor dem Super Bowl zwischen den New York Giants und den New England Patriots am Sonntag in Indianapolis war das Duell der Celtics und Knicks im TD Banknorth Garden zu Boston. Die Kelten setzten ihren Aufwärtstrend durch einen knappen 91:89-Erfolg fort und navigieren mit 12:10 inzwischen klar auf Play-off-Kurs. Paul Pierce war mit 30 Punkten Mann des Abends, während die Knicks eine weitere bittere Niederlage nach dem 102:105 zu Hause gegen die Bulls kassierten. Wie gegen Chicago, als Stoudemire und Anthony in den Schlusssekunden Dreier verwarfen, verfehlte diesmal Ersatzmann Steve Novak nach einem offensichtlich so nicht geplanten Spielzug mit der Sirene den Korb.
PS: Altstar Kevin Garnett schnappte sich in diesem Spiel seinen 10.000 Defensivrebound, er ist in dieser Kategorie Dritter hinter Celtic-Legende Robert Parish (10.117) und dem "Mailman" Karl Malone (11.406).
Toronto Raptors - Washington Wizards 106:89, Philadelphia 76ers - Miami Heat 79:99, Orlando Magic - Cleveland Cavaliers 102:94, New Jersey Nets - Minnesota Timberwolves 105:108, Detroit Pistons - Milwaukee Bucks 88:80, Boston Celtics - New York Knicks 91:89, Houston Rockets - Phoenix Suns 99:81, Oklahoma City Thunder - Memphis Grizzlies 101:94, Dallas Mavericks - Indiana Pacers 87:98, Denver Nuggets - Los Angeles Lakers 89:93
Punkte: Anthony Morrow (New Jersey) 42, Kevin Durant (OKC) 36, Paul George (Indiana), Dirk Nowitzki (Dallas), Paul Pierce (Boston) je 30, Nikola Pekovic (Minnesota) 27; Rebounds: Pau Gasol (Lakers) 17, Dwight Howard (Orlando) 16, Anderson Varejao (Cleveland) 15, Roy Hibbert (Indiana) 14, Amir Johnson (Toronto) 13; Assists: José Calderón (Toronto) 17, Deron Williams (New Jersey) 14, Ricky Rubio (Minnesota) 10





























