Nur Kanonenfutter war der Champion in seinen ersten beiden Vergleichen für die Konkurrenz aus Miami und Denver. Und das vor eigenem Publikum. Die neu formierten Mavericks mussten sogar Pfiffe erdulden, Trainer Rick Carlisle kündigte harte Arbeit an.
Dass die Texaner auswärts beim Vorsaison-Halbfinalisten Oklahoma City dann schon derart gut aussehen würden, kam daher fast überraschend. Eine furiose Aufholjagd in der Schlussminute schien vom Erfolg gekrönt, als der aus Phoenix gekommene Routinier Vince Carter per Dreier 1,4 Sekunden vor der Sirene auf 102:101 aus Sicht der Gäste stellte.
„Wir haben denke ich nun alle verstanden, dass letztes Jahr vorbei ist. Es war definitiv ein Schritt in die richtige Richtung.“Dirk Nowitzki
Doch die Thunder haben schließlich den Topscorer der Liga in ihren Reihen. Und Kevin Durant verrichtete seinen Job eines Superstars würdig. Eine Sekunde reichte den im Spätherbst beim BBC Bayreuth gehandelten Durant zum "Gamewinner"! Sein Dreier zischte über den ausgestreckten Arm Jason Terrys hinweg durch die Reuse zum 104:102.
Durant hatte 30 Punkte komplett, seine Farben feierten den vierten Sieg im vierten Spiel euphorisch - und die Revanche für das Halbfinal-Aus in vier bitteren Spielen gegen die Mavs in den Play-offs der Vorsaison. "Davon träumst du schon als Kind", gestand Durant.
Dallas konnte dennoch erhobenen Hauptes vom Parkett gehen. Die dritte Niederlage macht zwar die Bilanz nicht besser, schürt aber Hoffnungen auf eine baldige Trendwende. Nowitzki zeigte einen deutlichen Formanstieg nach (zu) kurzer Saisonvorbereitung. Der Würzburger war in wichtigen Szenen schon wieder ganz der Alte, verwandelte beispielsweise einen Dreier zum 96:96 und alle zehn Freiwürfe in diesem Spiel. Freilich kassierte er auch ein Technisches Foul nach einem Duell mit Durant. Nowitzki forderte eine Offensivfoul gegen den Thunder-Star, die Referees sahen es anders. Und OKC zog daraufhin auf 101:96 davon.
Terry (16 Punkte) per Dreier und dann auch noch Carter (8) nach Nowitzki-Zuspiel sorgten für die nicht gekrönte Aufholjagd. "Je öfter wir zusammenspielen, desto mehr gute Dinge werden passieren", orakelte Shawn Marion nach dem Spiel. Noch mehr gute Dinge sollten schon am Freitag gegen Toronto und am Sonntag bei den Minnesota Timberwolves um den abgewanderten J.J. Barea passieren. Dann wäre auch ein Ende der Negativserie in Sicht.
Ebenso ungeschlagen blieben am Donnerstag im Westen die Portland Trail Blazers durch ein 111:102 gegen die erstmals unterlegenen Denver Nuggets. Im Fokus stand Raymond Felton, einst Denver, jetzt Portland. Mit 23 Punkten, darunter ein später Dreier, trug der Gewechselte mächtig bei zum 111:102. "Wir haben bewiesen, dass wir auch enge Spiele gewinnen können", sagte Felton, der Unterstützung durch seine Teamkollegen Wesley Matthews (25 Punkte, fünf Dreier nach der Halbzeitpause) und Jamal Crawford (22, 14 im vierten Viertel) erfuhr. Das Trio kaschierte die 25 Turnover, die den Hausherren unterliefen. Ty Lawson sammelte 25 Zähler und acht Steals für die Nuggets, die nach dem 98:98 Mitte des Schlussabschnitts den Faden verloren.
Die Hürde Sacramento nahmen die Chicago Bulls und kehrten nach der Niederlage in Oakland bei den Golden State Warriors durch ein 108:98 wieder in die Erfolgsspur zurück (2:1-Siege). Liga-MVP Derrick Rose musste zweimal wegen Foulproblemen länger als gewünscht auf die Bank, führte sein Team dennoch mit 19 Punkten zum Sieg. Ein sattes Double-Double fuhr Carlos Boozer ein (16/15).

Auch die Los Angeles Lakers sind wieder in der Spur (2:2). Die Kalifornier gewannen das West-Ost-Prestigeduell gegen die New York Knicks deutlich mit 99:82 und zeigten insbesondere unter dem eigenen Korb eine starke Vorstellung. Obwohl angeschlagen lieferte Kobe Bryant die "Black-Mamba-Show" ab (28 Punkte), er war gegen die hoch gehandelten Knicks (1:2-Siege, Carmelo Anthony 27 Zähler) offensichtlich wieder extramotiviert - seit 2007 kam er gegen die Knicks im Schnitt auf 34 Punkte!
Am Ende stand der neunte Sieg in Serie gegen das Team aus dem Big Apple, für das Neuerwerb Tyson Chandler in seiner Heimatstadt ein Double-Double (13/11) landen konnte. Am Sieg der Lakers - auch Gasol kam zweimal zweistellig ins Ziel (16/10) - gab es spätestens nach dem 17:3-Lauf zu Beginn des vierten Viertels nichts mehr zu rütteln.
Nochmals auf dem Transfermarkt zugeschlagen haben die Phoenix Suns nach zwei Niederlagen zum Auftakt. Michael Redd verstärkt das Team um Steve Nash. Der 32-jährige "Scharfschütze" unterschrieb für ein Jahr - und das Minimalgehalt von 1,3 Millionen Dollar. Verletzungen am linken Knie warfen den ehemaligen Star der Milwaukee Bucks in den vergangenen drei Spielzeiten aus der Bahn. Doch das Training am Dienstag lief so gut, dass beide Parteien den Vertrag fixierten. "Sie wollten sehen, ob ich noch Sprit im Tank habe, das hab ich ihnen gezeigt", sagte Redd, der im Schnitt auf 20 Punkte pro Spiel kam und knapp 40 Prozent seiner Dreier trifft.
Orlando Magic - New Jersey Nets 94:78 (Andersen 22, Howard 16/24 Reb., Richardson 16 - Brooks 17, Williams 10)
Houston Rockets - San Antonio Spurs 105:85 (Martin 25, Scola 18 - Blair 22/12 Reb.)
Oklahoma City Thunder - Dallas Mavericks 104:102 (Durant 30/11 Reb., Ibaka & Westbrook 16 - Nowitzki 29/10 Reb., Terry 16)
Portland Trail Blazers - Denver Nuggets 111:102 (Matthews 25, Felton 23, Crawford 22 - Lawson 25, Afflalo 19
Sacramento Kings - Chicago Bulls 98:108 (Thornton 20, Evans 19, Cousins 15/12 Reb. - Rose 19, Boozer 16/15 Reb.)
Los Angeles Lakers - New York Knicks 99:82 (Bryant 28, P. Gasol 16/10 Reb. - Anthony 27, Chandler 13/11 Reb.)



























































