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20.12.2011, 10:15

NBA-Vorschau: Atlantic-Division

Bostons Vormachtstellung wackelt

Viermal in Folge sicherten sich die Boston Celtics klar und deutlich den Titel in der Atlantic-Division. Ob es für die Kelten auch zum fünften Erfolg in Serie reicht, ist aber fraglich. Die größte Gefahr kommt dabei aus dem "Big Apple". Denn sowohl die New York Knicks als auch die New Jersey Nets (ab 2012/13 Brooklyn Nets) haben stark aufgerüstet bzw. hoffen noch auf einen Königstransfer.

Wer macht das Rennen am Atlantik? Bostons Routiniers um Paul Pierce (grün) oder die neuformieten Knicks mit Amare Stoudemire (Nr.1)?
Wer macht das Rennen am Atlantik? Bostons Routiniers um Paul Pierce (grün) oder die neuformieten Knicks mit Amare Stoudemire (Nr.1)?
© Getty ImagesZoomansicht

Doch nicht nur die starke Konkurrenz sorgt für Stirnrunzeln in und um Boston. Viele fragen sich, ob das Meisterschafts-Fenster der Celtics noch offen oder bereits geschlossen ist. Die Zweifel sind dabei durchaus berechtigt: Die "Big Three"-Kombination, bestehend aus Ray Allen (36), Paul Pierce (34) und Kevin Garnett (35), ist in die Jahre gekommen und hat ihren Zenit wohl überschritten. Dies wurde nicht erst in der vergangenen Play-off-Serie gegen die Miami Heat (1:4) deutlich.

Dazu kommt: Außer mit Point Guard Rajon Rondo (25) befindet sich kaum frisches und zugleich auch talentiertes Blut im Kader des Meisters von 2008. Hinzu kommt, dass Forward Jeff Green aufgrund einer Herzoperation für die komplette Saison ausfällt. Neuzugang Brandon Bass wird kaum über die Back-up-Rolle für Garnett hinauskommen. Also müssen am Ende doch wieder die "Oldies" der Celtics das Gaspedal durchtreten, sofern noch genügend Treibstoff im Tank vorhanden ist.

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New York Knicks: Macht Chandler den Laden dicht?

Von einer Lachnummer zu einem echten Geheimfavoriten haben sich die New York Knicks entwickelt. 2009/10 waren lautstarke Pfeifkonzerte im Madison Square Garden an der Tagesordnung, die Knicks beendeten die Saison mit nur 29 Siegen. Doch danach wurde alles anders: Nach Amare Stoudemire wurde auch noch Carmelo Anthony verpflichtet. Zwar unterlagen die Knicks den Celtics in der ersten Play-off-Runde glatt mit 0:4, doch die Euphorie im "Big Apple" kennt keine Grenzen.

Denn der Franchise gelang es, Meister-Center Tyson Chandler an Land zu ziehen. Gerade dessen Defensivqualitäten sind gefragt, schließlich stellte New York in der vergangenen Spielzeit die drittschwächste Abwehr der Liga (105,7 Punkte pro Spiel). Auf der Point-Guard-Position war mächtig Bewegung. Ex-Champion Chauncey Billups wurde aus seinem Vertrag per Amnestie-Klausel entlassen (wechselte zu den Los Angeles Clippers), dafür sicherten sich die Knickerbocker die Dienste von Mike Bibby, der zuletzt bei Vize-Meister Miami unter Vertrag gestanden hatte, dort aber nicht zu überzeugen wusste. Und inzwischen unterschrieb auch Routinier Baron Davis, der vor vier Jahren zum sensationellen Erstrundenaus der Dallas Mavericks beigetragen hatte. Damals noch im Dress der Golden State Warriors, zuletzt spielte der am Rücken verletzte Davis für die Cleveland Cavaliers.

New Jersey Nets: Das Warten auf Dwight Howard

Im New Yorker Stadtteil Brooklyn wird derweil an der Zukunft eines anderen NBA-Teams gebaut. Die New Jersey Nets, Eastern-Conference-Champion 2002 und 2003, werden ab der übernächsten Saison ihre Heimspiele im neuen Barclays Center austragen. Dann auch unter dem Namen Brooklyn Nets. Dass dieses Team, welches in den vergangenen zwei Spielzeiten nur 36 Partien gewonnen hatte, dann nicht mehr im Schatten der Knicks stehen soll, dafür sorgt Nets-Eigner Mikhail Prokhorov, ein russischer Milliardär.

Bereits im Februar wurde mit Deron Williams einer der besten Point Guards der Liga verpflichtet. Und nun wirft der osteuropäische Oligarch seine Angel nach Center Dwight Howard von den Orlando Magic aus. Dieser selbst kann sich durchaus vorstellen, mit seinem Kumpel Williams eines der gefährlichsten Point Guard/Center-Duos der Liga zu formen, doch die Orlando Magic wollen ihren Superstar (noch) nicht hergeben.

Williams und das Warten auf Dwight Howard - noch muss der Nets-All-Star alleine zurechtkommen.
Williams und das Warten auf Dwight Howard - noch muss der Nets-All-Star alleine zurechtkommen.
© Getty Images

Philadelphia 76ers: Überrascht das Collins-Team erneut?

Eine der positiven Überraschungen der letzten Spielrunde waren die Philadelphia 76ers. 14 Siege mehr im Vergleich zur 2009/10er Spielzeit feierte das Team von Coach Doug Collins. Zur Belohnung ging es in die Play-offs, wo allerdings in Runde 1 gegen Miami Schluss war (1:4).

Dennoch sah man, welch Potenzial in den Reihen der Sixers steckt, zumal der eigentliche Star, Andre Iguodala, in der Miami-Serie nahezu ein Totalausfall war. Dafür sprangen die Guards aus dem Backcourt, Jrue Holiday und Rookie Evan Turner, häufiger in die Bresche. Und mit Elton Brand, der in seine 13. Spielzeit geht, steht den Youngstern zudem noch ein routinierter Power Forward zur Seite. Grund genug, um erneut die Liga zu überraschen.

Toronto Raptors: Mit neuem Coach zurück in die Erfolgsspur?

Zuletzt zweimal in Folge beendeten die Toronto Raptors, das einzig verbliebene Team aus Kanada, die Spielzeit mit der ligaweit schlechtesten Abwehr. Nur wenn diese Schwäche abgestellt werden kann, wird Toronto einen Schritt nach vorne machen können. Dafür engagierten die Raptors mit Dwane Casey einen neuen Head Coach. Gelingt es dem Trainer, die wackelnde Abwehr und das - ohne Frage - vorhandene Offensiv-Talent in eine bessere Balance zu bringen, so werden die Kanadier im Vergleich zur Vorsaison (22:60) einen Schritt nach vorne machen. Sollte dennoch kein Fortschritt erkennbar sein, so bleibt immer noch der 2012er Draft-Jahrgang, welcher als ein guter vorausgesagt wird.

20.12.11
 
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