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10.10.2018, 15:40

Komplizierte Zeiten für Autofahrer

Fahrverbote, Diesel-Deal, CO2: Die Lage wird nicht leichter

Die Verunsicherung unter den Autofahrern wächst, und das zu Recht. In immer mehr Großstädten drohen Fahrverbote, nicht einmal EU-6-Diesel scheinen mehr sicher zu sein, hinter dem Thema Hardware-Nachrüstung steht nach wie vor ein großes Fragezeichen, und ab 2030 soll auch der CO2-Ausstoß noch weiter gesenkt werden. Nicht alles passt zusammen, manches wird in der Aufregung falsch eingeschätzt. Und als nächstes könnte es den Benzinern an den Kragen gehen.

Stau
Dicke Luft: Das Auto gerät nicht aus den Schlagzeilen.
© ADAC

In Sachen Auto und Umwelt scheint es fast täglich Neues zu geben. Erst stellt die Bundesregierung ihren - eher kläglichen - Diesel-Kompromiss vor, dann wird Berlin gerichtlich dazu verdonnert, Diesel-Fahrverbote zu verhängen, und schließlich haben sich die Umweltminister der EU darauf geeinigt, den Automobilherstellern ab 2030 eine weitere Reduktion des Flottenverbrauchs um 35 Prozent zu diktieren.

Dass diese Gemengelage nicht dazu beiträgt, Verunsicherung und Zorn unter den Autofahrern zu besänftigen, lässt sich erahnen. Zumal auch die lange Zeit als "safe" gewürdigten Euro-6-Diesel nicht mehr grundsätzlich vor Fahrverboten sicher scheinen. So manches wird in der - nachvollziehbaren - Aufregung indes vermischt, verwechselt oder falsch eingeschätzt. Beim Thema "Hardware-Nachrüstung" beispielsweise: Im Rahmen des Diesel-Deals hatte sich nur VW einigermaßen willig gezeigt, Euro-5-Diesel - soweit technisch möglich - mit SCR-Kat nachzurüsten, die meisten Mitbewerber hingegen lehnten den Umbau als technologisch problematisch und wirtschaftlich nicht darstellbar ab. Ganz abgesehen davon, dass die Hardware-Nachrüstung aus einem Euro-5- nicht zuverlässig einen Euro-6-Diesel macht und dass das Kraftfahrtbundesamt (KBA) laut einer dpa-Meldung bislang noch kein einziges Nachrüstsystem freigegeben hat: Die jetzt teilweise erhobene Forderung, die Automobilhersteller zum Hardware-Update zu zwingen, besitzt keine rechtliche Grundlage. Denn: Mit Ausnahme diverser kriminell manipulierter Modelle aus dem Volkswagen-Konzern sind die betroffenen Kfz-Typen schließlich ordnungsgemäß zugelassen worden.

Fahrverbot: Nicht nur Schummel-Diesel sind betroffen

Deshalb ist es auch schwierig, die "tricksenden Autohersteller" für Fahrverbote verantwortlich zu machen. Von Zufahrtsbeschränkungen sind ja nicht nur "Schummel-Diesel" betroffen, sondern auch jene, die seinerzeit alle für ihre Schadstoffnorm vorgeschriebenen Tests erfolgreich durchlaufen und bestanden haben, jetzt aber dennoch außen vor bleiben.

Fahrverbots-Schild
Fahrverbot: In immer mehr Städten drohen Zufahrtsbeschränkungen.
© ACEZoomansicht

Nicht ganz gerecht ist es zudem, ausschließlich die deutschen Autobauer von VW über Mercedes bis BMW an den Pranger zu stellen. Dass er Hardware-Nachrüstungen ablehnt, hat beispielsweise Carlos Tavares, Chef von PSA (Peugeot-Citroen-Opel), schon unmittelbar nach Bekanntwerden des Diesel-Deals wissen lassen. Und auch was die Umtausch-Prämien betrifft, halten sich vor allem die ausländischen Anbieter zurück. Bislang sind nur Renault, Nissan und Toyota mit entsprechenden Programmen an ihre Kunden herangetreten.

Zusätzlich verkompliziert wird die Situation durch die jetzt erfolgte Einigung der EU-Umweltminister, den Herstellern ab 2030 eine nochmalige Reduktion ihres CO2-Flottenausstoßes vorzuschreiben, konkret um weitere 35 Prozent. Derzeit sind 130 g/km CO2 erlaubt, bis 2020 wird der Wert auf 95 g/km gesenkt, ab 2030 wären somit nur noch 67,75 g/km erlaubt. CO2 gilt als Klimakiller, und auch wenn laut Aussage des Kölner Instituts der Deutschen Wirtschaft nur rund ein Siebtel der EU-weiten CO2-Emissionen auf PKW entfallen (Tendenz sinkend), so ist doch jedes Gramm weniger ein kleiner Sieg im Kampf gegen den Klimawandel.

Weniger Diesel, mehr CO2

Festzuhalten bleibt freilich, dass der CO2-Ausstoß an den Kraftstoffverbrauch gekoppelt ist. Weniger sparsame Diesel und dafür mehr verbrauchsintensivere Benziner bedeuten also höhere CO2-Emissionen. Für August hat das KBA im Vorjahresvergleich einen erneuten Anstieg der durchschnittlichen CO2-Emission von Neuwagen konstatiert, um 2,8 Prozent auf 131,8 g/km. Auch die SCR-Systeme zur Abgasnachbehandlung lassen den Verbrauch und somit den CO2-Ausstoß steigen, denn um sie zu betreiben, ist Energie vonnöten.

Auch die als sauber gepriesenen Elektroautos sind nur bedingt eine Lösung, bekanntermaßen fahren sie lediglich lokal emissionsfrei, der CO2-Ausstoß erfolgt schlicht an anderer Stelle - sofern kein grüner Strom genutzt wird, bei der Stromproduktion, vor allem aber bei der Batterieproduktion, die letztlich sehr energieintensiv ist.

Sind bald die Benziner dran?

Nach dem Diesel könnten als nächstes übrigens ältere Benzin-Direkteinspritzer aufgrund ihres Partikel-Problems Gegenstand von Fahrverboten werden. In Sachen Auto und Umwelt wird es auch weiterhin noch Neues geben.

ule

 

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