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20.08.2018, 13:00

Von Wallbox bis induktivem Laden

Elektroauto laden: Das sind die Möglichkeiten

Noch verkaufen sich Elektroautos eher schleppend. Doch eine neue, reichweitenstarke Generation strombetriebener Fahrzeuge steht bereits vor der Tür. Statt Kraftstoff gilt es dann Strom zu tanken. Mit der Haushaltssteckdose ist allerdings nicht mehr viel Staat zu machen. Zum Aufladen sind andere Möglichkeiten gefragt. Die eleganteste ist aber noch nicht ausgereift.

Renault Zoe, Wallbox
Renault Zoe an der Wallbox: Wer ein Elektroauto kauft, sollte eine solche Heimladestation installieren lassen.
© Hersteller

Haushaltssteckdose mit 230 Volt: Die bequemste und fast überall verfügbare Möglichkeit. Das entsprechende Ladekabel (IC-CPD) haben die meisten Elektroautos serienmäßig an Bord. Allerdings beträgt die Ladeleistung per Standardstecker nur ungefähr 2,3 kW. Für einen Plug-in-Hybriden geht das in Ordnung - ein Golf GTE mit seiner 8,7-kWh-Batterie beispielsweise ist in knapp vier Stunden wieder aufgeladen. Ganz anders sieht das aber mit den reinen Elektroautos neuer Generation aus, deren hohe Reichweiten sich auf große Batteriekapazitäten gründen. Um den leergefahrenen 90-kWh-Akku eines Jaguar I-Pace komplett zu befüllen, würden fast vierzig Stunden ins Land gehen. Wenn ein solcher Stromer an die Haushaltssteckdose geht, sprechen Fachleute vom "Notladen" und raten ab, weil die Leitungen schlichtweg nicht auf eine solche Dauerbelastung ausgelegt sind.

Wallbox: Eine empfehlenswerte, da deutlich effektivere Lösung. Bei der Wallbox handelt es sich um eine Heimladestation, die an der Wand angebracht wird und an die das Auto in den meisten Fällen über ein Ladekabel mit Typ-2-Stecker ("Mennekes") andockt. Für die bei asiatischen Herstellern häufig gebräuchlichen Typ-1-Stecker muss man sich ggf. einen Adapter besorgen. Wallboxen können an das 230-Volt-Haushaltsnetz angeschlossen werden, dann ist die Ladeleistung aber eher gering (3,6 kW). Besser ist ein Starkstromanschluss (Dreiphasen-Wechselstrom mit 400 Volt), wie er in praktisch jedem Haushalt vorhanden ist, schon allein des Elektroherds wegen. Je nach Wallbox ergeben sich Ladeleistungen zwischen 11 und 22 kW, was die Ladezeit erheblich reduziert. Ein Renault Zoe (41-kWh-Akku) beispielsweise wäre mit 11 kW in knapp vier und mit 22 kW sogar in weniger als zwei Stunden wieder fit. Die Preise für eine einfache Wallbox beginnen bei rund 500 Euro, weil aber auch noch die Installation hinzukommt, sind summa summarum mindestens 1.000 Euro einzukalkulieren. Teilweise gibt es Zuschüsse, beispielsweise von den Energieversorgern. Die meisten Hersteller von Elektroautos bieten auch eigene Wallboxen an. Wichtig: Die Installation sollte nur durch einen Fachmann, sprich zertifizierten Elektriker, erfolgen!

CCS-Ladestation
Öffentliche Ladestation: Meist bieten sie eine Ladeleistung zwischen 11 und 22 kW, ähnlich wie die Wallbox zuhause.
© VolkswagenZoomansicht

Öffentliche AC-Ladesäulen: Sie entsprechen letztlich einer stärkeren Wallbox, arbeiten also mit dreiphasigem Wechselstrom, bieten eine Ladeleistung zwischen 11 und 22 kW und verfügen mindestens über einen Typ-2-Stecker. Öffentliche Ladepunkte finden sich an Bahnhöfen, Flughäfen und Parkhäusern, aber auch in Innenstädten oder an Supermärkten. Mitunter ist das Laden kostenlos. Ansonsten müssen sich die Nutzer zu ihrem Leidwesen mit vielen verschiedenen Bezahlsystemen herumschlagen, oft ist vorher eine Registrierung oder eine spezielle Chipkarte bzw. App nötig. Meist erfolgt die Bezahlung per Smartphone oder online, gelegentlich via Rechnung oder an einem Kassenautomaten. Erleichtert wird das Prozedere durch Bezahlnetzwerke wie ladenetz.de. In aller Regel kostet der Strom an der Ladesäule mehr als zuhause.

Ionity-Ladesäulen
Ionity-Ladesäulen: Bis 2020 soll entlang der Fernstraßen ein Netz solcher DC-Schnellladestationen entstehen.
© IonityZoomansicht

DC-Ladesäulen: Hier ist "Turbo-Laden" mit Gleichstrom möglich. Die Ladeleistung beträgt in aller Regel 50 kW, erst unlängst hat beispielsweise Aldi Süd angekündigt, 28 weitere Filialen mit Schnellladesäulen dieser Kapazität auszustatten. Teslas Supercharger kommen auf 135 kW Leistung, sind aber nur den Modellen des kalifornischen Herstellers vorbehalten. Die deutschen Automobilhersteller und Ford haben angekündigt, bis 2020 entlang der Fernstraßen ein flächendeckendes Netz von Ladepunkten (Ionity) aufzubauen. Der derzeitige Standard liegt bei 100 kW. In Zukunft sollen die Ultra-Schnellladesysteme aber bis zu 350 kW leisten, ein Elektroauto also binnen weniger Minuten aufladen können. Dazu wird meist ein CCS-Stecker genutzt, der die Typ-2-Kupplung um zwei Gleichstrompole erweitert (Combo 2). Mit Teslas Supercharger-Steckern und den von Renault-Nissan genutzten Chademo-Anschlüssen ist Ionity nicht kompatibel. Die Bezahlsysteme entsprechen denjenigen an AC-Ladepunkten. Es gibt mittlerweile auch DC-Wallboxen für zuhause, für die aber mindestens ein fünfstelliger Betrag aufzubringen ist.

Induktives Laden
Induktives Laden: Das Fahrzeug - hier ein BMW 530e - wird über der Ladestation geparkt.
© BMWZoomansicht

Induktives Laden: Die elegante, kabellose Königsdisziplin kennt man von der elektrischen Zahnbürste, beim Auto steckt die Technologie noch in den Kinderschuhen und ist bislang kaum verfügbar. Zum Preis von 3.205 Euro bietet BMW ein solches System für seinen Plug-in-Hybriden 530e an. Es besteht aus zwei Komponenten, einer Induktiv-Ladestation ("Groundpad"), über der das Fahrzeug parkt, und einem am Unterboden des Wagens installierten "Carpad" als Gegenstück. Die Ladeleistung liegt bei maximal 3,2 kW. In einer ferneren Zukunft sollen Autos mit bis zu 200 kW arbeiten. sind Allerdings fällt der Wirkungsgrad beim "Wireless Charging" etwas geringer aus als bei der Stromzufuhr via Kabel.

Eine besonders reizvolle Zukunftsperspektive ist in der chinesischen Provinz Shandong zu besichtigen. Als Versuchsprojekt wurde dort eine Solarautobahn in Betrieb genommen, aus der sich Elektroautos irgendwann berührungslos Strom ziehen sollen.

Ulla Ellmer

 

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