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14.06.2018, 10:55

Von Fan-Deko über Public Viewing bis hin zum Autokorso

WM-Fieber: Was erlaubt ist - und was nicht

Die WM beginnt, und damit gibt es - hoffentlich - in den nächsten Wochen wieder viel zu bejubeln. Dabei ist allerdings einiges zu beachten. Autokorsos beispielsweise sind nach strenger Auslegung des Gesetzes gar nicht erlaubt. Was feiernde Fans jetzt wissen sollten:

Autokorso
Autokorso: Eigentlich sollten sich diese Fans ordnungsgemäß angurten und nicht so lässig auf der Verdeckablage Platz nehmen.
© Allianz

Endlich ist wieder Weltmeisterschaft. Mit dem Fußball-Fest in Russland nimmt ein Ereignis seinen Lauf, das das Land in kollektiver Begeisterung vereint. Die Euphorie manifestiert sich beispielsweise in mehr oder weniger stilsicherer Fan-Deko fürs Auto, im Public Viewing und natürlich im Hupkonzert beim Autokorso, immer vorausgesetzt, Jogis Jungs spielen die erhofften gloriosen Siege ein.

Deutschland wäre aber nicht Deutschland, wenn nicht auch das Feiern und seine Begleiterscheinungen reglementiert würden. Meist geben sich die Ordnungshüter angesichts der allgemeinen Begeisterung zwar großmütig und verzichten auf Kleinkariertheiten. Wenn es um die Sicherheit geht, müssen sie aber humorlos reagieren. Die wichtigsten Infos:

Fandeko: Das Auto wird eingekleidet

Jeder dritte Deutsche hat vor, sein Auto passend zur WM zu schmücken. Das geht aus einer Umfrage des Onlineportals autoscout24 hervor. Man klemmt also Fähnchen in die Seitenscheiben, verhängt die Heckscheibe mit der Deutschlandflagge oder stülpt Überzieher über die Außenspiegel.

Immer ist bei solcher Fan-Deko darauf zu achten, dass sie die Sicht nicht behindert. Andernfalls drohen zehn Euro Verwarnungsgeld. Die beliebten Klemm-Fähnchen müssen so fest sitzen, dass sie bei höherem Tempo nicht abreißen und womöglich den nachfolgenden Verkehrsteilnehmern um die Ohren fliegen. Und wer zahlt in solchen Fällen? "Wenn ein Fähnchen abbricht und zu einem Unfall führt oder sogar eine Person verletzt, springt die Kfz-Haftpflicht ein", sagt Kfz-Expertin Anka Jost von der R+V24-Direktversicherung dazu. Pech, wenn sich der Verursacher nicht ermitteln lässt - dann müssen die Geschädigten ihren Schaden selbst bezahlen. Zu beachten ist aber auch, dass die Haftpflicht zwar einspringt, sich das Geld aber anschließend beim Verursacher zurückholen kann. Grund: Bei den Fähnchen handelt es sich nicht um zugelassene Anbauteile.

Auto mit WM-Deko
Vollausstattung: Diese WM-Fans haben bei der Auto-Deko kaum etwas ausgelassen.
© ACEZoomansicht

Bei den bunten Flaggenüberziehern wiederum ist zu beachten, dass sie nicht solchen Außenspiegeln übergestülpt werden dürfen, bei denen die Blinker integriert sind. Wenn das Auto nur einen Außenspiegel hat, darf die Heckscheibe nicht von einer Flagge bedeckt sein. Innenspiegel, Scheinwerfer, Rückleuchten und das Kennzeichen sind grundsätzlich von Fan-Deko freizuhalten.

Public Viewing: Gemeinsam gucken

Das kollektive Fußballerlebnis markiert für viele die schönste Seite der WM. Am späteren Abend würden solche Ereignisse eigentlich mit dem Lärmbelästigungsgesetz kollidieren. Zur WM habe die Bundesregierung aber die deutschen Vorschriften zum Lärmschutz ausnahmsweise gelockert, weiß man beim Verband für bürgernahe Verkehrspolitik: "Da das Fußballschauen vor allem eine Sache der Gemeinschaft ist, sind WM-Liveübertragungen grundsätzlich auch nach 22 Uhr gestattet". Nach dem Endspiel ist damit allerdings wieder Schluss.

WM im Wohnzimmer: Wie laut darf's werden?

Auch hier greift das Lärmbelästigungsgesetz, das zwischen 22 und 6 Uhr die sogenannte Nachtruhe vorschreibt. Sonntags muss man sich auch tagsüber akustisch zurückhalten. Heißt: Fußballfeste in den eigenen vier Wänden sollten nicht zu laut werden - zumindest dann nicht, wenn man es mit einem diesbezüglich unduldsamen Nachbarn zu tun hat. Ruft der die Polizei, so mündet ein Verstoß gegen die Nacht- und Wochenendruhezeit womöglich in ein Strafgeld bis 5.000 Euro.

Straßenfest: Was im Autokorso erlaubt ist

Würde man die Straßenverkehrsordnung humorlos auslegen, so wäre beim Freudentaumel hinterm Steuer so gut wie nichts erlaubt, was Spaß macht. Das geht schon damit los, dass "das unnötige Hin- und Herfahren innerhalb einer geschlossenen Ortschaft nach Paragraph 30 der Straßenverkehrsordnung als Belästigung gelten kann", wie Rechtsanwalt Mathias Voigt als Vorsitzender des Verbands für bürgernahe Verkehrspolitik sagt. Derart humorlos reagiert die Polizei freilich nur selten auf einen Autokorso. Auch anderes wird meist milde toleriert: Hupen etwa darf man eigentlich nur dann, wenn ein Warnsignal vor einem Überholmanöver gegeben werden muss oder eine andere Person gefährdet ist. Sonst drohen zehn Euro Strafe. Auch Aufblenden und das Betätigen der Warnblinkanlage "just for fun" sind strenggenommen verboten. In aller Regel drückt die Polizei aber ein Auge zu.

Public Viewing
Public Viewing: Hier darf es zur WM ruhig länger laut werden - es gilt eine Ausnahmeregelung.
© Kia

Wenn es um die Sicherheit geht, reagieren die Ordnungshüter schon rigider. Wissen sollte man beispielsweise, dass nur so viele Personen im Auto mitfahren dürfen, wie Sicherheitsgurte vorhanden sind. Anschnallen ist also Pflicht. Außerdem muss der Fahrer darauf achten, dass er stets eine gute Sicht auf die Straße hat und dass andere Verkehrsteilnehmer nicht durch Fahnen oder ähnliches gefährdet werden. Im Auto zu stehen, sich herauszulehnen, Fahnen an langen Stangen aus dem Schiebedach bzw. den Fenstern zu schwenken oder im Cabrio lässig auf der Verdeckablage zu sitzen - das alles ist aus Sicherheitsgründen untersagt. Zudem kann in solchen Fällen der Versicherungsschutz erlöschen.

Trunken vor Freude: Promillegrenzen beachten

Wer nach der Fußballfeier noch ans Steuer muss, sollte es besser bei alkoholfreien Getränken belassen. Die in Deutschland gültige 0,5-Promille-Grenze gestattet zwar ein Bierchen. Wissen sollte man aber, dass im Falle eines Unfalls oder bei auffälligem Fahrverhalten schon 0,3 Promille im Blut zum Verhängnis werden können. Auch das Fahrrad ist nach intensiverem Alkoholgenuss keine Option. Ab 1,6 Promille können auch trunkene Radler den Pkw-Führerschein verlieren.

Brav bleiben: Beleidigung kostet Geld

Im Fußballfieber kochen oft die Emotionen hoch. Doch mit Beleidigungen in Wort und Gestik sollte man vorsichtig sein. Es ist schon vorgekommen, dass Beschimpfungen wie "du Idiot" ein Bußgeld von 1.500 Euro zur Konsequenz hatten und der berüchtigte "Stinkefinger" mit 4.000 Euro belegt wurde.

epr

 

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