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07.04.2018, 14:17

Im Frühjahr beißen die pelzigen Räuber wieder zu

Millionenteure Marderschäden

Sie sehen possierlich aus und zählen doch zu den größten natürlichen Feinden des Automobils: Steinmarder. Allein 2016 mussten die deutschen Kfz-Versicherer fast 66 Millionen Euro für Marderschäden zahlen. Methoden, das Auto gegen die Angriffe der beißlustigen Jäger zu schützen, gibt es viele. Was wirklich hilft - und was nicht:

Marder
Marder am Werk: Zur Paarungszeit im Frühjahr und im Frühsommer beißen die pelzigen Jäger besonders aggressiv zu.
© HDI

Was Marder anrichten:

In und am Auto wüten die pelzigen Räuber in vielerlei Weise. Sie zerfleddern Dämmmaterialien, schlagen ihre Zähne in Kühlwasser- und Scheibenwaschwasserschläuche sowie Achsmanschetten, sie zerfressen Faltenbälge an Lenkung und Antriebswellen oder nagen sich durch Stromleitungen. "So ärgerlich schon die direkten Schäden durch Marderbisse sein können, richtig ins Geld gehen oft die Folgeschäden", sagt Torsten Sauer, Leiter Produktmanagement Kraftfahrt der HDI-Versicherung. Eine zerbissene Achsmanschette beispielsweise kann zur Folge haben, dass Schmutz eindringt und es so zu einer Schädigung von Antriebs- oder Achsgelenken kommt. Und ein durchnagter Kühlwasserschlauch lässt Kühlwasser austreten und verursacht möglicherweise einen Motorschaden.

Was Marderschäden kosten:

2016 musste die deutsche Versicherungswirtschaft für über 200.000 Marderschäden aufkommen, die Schadensumme betrug knapp 66 Millionen Euro. Das ist beinahe doppelt so viel wie 2005. Fachleute vermuten, dass die Dunkelziffer noch wesentlich höher liegt, denn nicht alle Autobesitzer sind gegen Marderschäden versichert.

Warum Marder zuschlagen:

Die dunkle und leicht zugängliche Höhle eines Motorraums wird vom Marder gerne als Versteck genutzt, das er mit Duftmarken kennzeichnet. Wird das Fahrzeug nun an anderer Stelle und im Revier eines konkurrierenden Jägers geparkt, so erschnuppert dieser das Aroma des Rivalen und beginnt, seinen Lebensraum vehement zu verteidigen. Das tut er, indem er die markierten Teile angreift und wiederum mit seinen Duftmarken versieht. Das setzt einen Kreislauf in Gang, der für das Auto ungut endet, und der sich vor allem zur Paarungszeit im Frühjahr und Frühsommer abspielt.

Blick in Motorraum
Blick in den Motorraum: Jetzt sollte kontrolliert werden, ob sich ein Marder dort eingenistet hat.
© ADACZoomansicht

Was auf einen Marder hindeutet:

Autobesitzer sollten jetzt regelmäßig einen Blick in den Motorraum werfen. Verdächtige Anzeichen, dass sich hier ein Marder eingenistet hat, sind tote Beutetiere, Brotreste oder Eier.

Was wenig hilft:

"Viele Autofahrer schwören auf üble Gerüche, um Marder abzuschrecken", weiß man beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Da werden Hundehaare im Motorraum ausgebracht, WC-Steine, Knoblauchzehen und Mottenkugeln oder spezielle Pasten. Es soll auch schon Autobesitzer gegeben haben, die unappetitlicherweise auf den Motorblock urinieren. In aller Regel gewöhnen sich die Marder aber schnell an solche Duftnoten.

Auch Ultraschallgeräte, die hochfrequente Schallwellen aussenden, welche beim Marder Schmerzen (womöglich sogar Gehörschäden) auslösen, sind kein zuverlässiges Mittel, denn auch hier tritt bald ein Gewöhnungseffekt ein. Außerdem werden die Wellen im Motorraum durch vielerlei Hindernisse blockiert, was wiederum die gewünschte Wirkung beeinträchtigt.

Was besser hilft:

Ein relativ einfaches Mittel, um Marder fernzuhalten, ist ein mit sogenanntem Kaninchendraht bespannter Holzrahmen, über dem das Auto geparkt wird. Der Kaninchendraht wird als ebenso pfotenunfreundlich wie wackelig empfunden und meist gemieden. Allerdings besteht auch hier die Möglichkeit, dass der Marder sich an das Material gewöhnt.

Was am besten hilft:

Zunächst einmal eine fachgerechte Motorwäsche, die sämtliche aggressiv machende Duftspuren entfernt. Es kann nicht schaden, eine solche Motorwäsche prophylaktisch immer wieder durchzuführen.

Elektronisches Schutzsystem
Elektronisches Schutzsystem: Nach dem Weidezaunprinzip werden Stromschläge an den Marder verteilt.
© GTÜZoomansicht

Als wirksam erweist sich auch ein elektrisches Schutzsystem. Nach dem Prinzip eines Weidezauns werden im Motorraum elektrische Schläge an den Marder verteilt. "Der Einbau von Hochspannungsgeräten mit mehreren hundert Volt sollte nicht nur wegen der empfindlichen Fahrzeugelektronik gut überlegt sein", warnt aber der GDV. Unbedingt sollte ein solches System vom Fachmann installiert werden. Meist trägt es einen Warnhinweis für Menschen mit Herzschrittmachern.

Das wahrscheinlich probateste Mittel gegen die Räuber ist eine mardersichere Verkleidung des kompletten Motorraums. Allerdings gibt es solche Abschottungen nicht für alle Automodelle. Mitunter sind sie als Nachrüstsatz erhältlich, mitunter auch als Zusatzausstattung ab Werk.

Eine Alternative sind flexible Rohre aus Hartplastik (Wellschläuche), die um Kabel und Schläuche gezogen werden. Jedoch ist hier darauf zu achten, dass die Kunststoffrohre nicht mit heißen Teilen des Motors in Berührung kommen. Und Manschetten, Dämmmaterial oder Schläuche werden so leider nicht geschützt.

Wer für Marderschäden zahlt:

Die Vollkaskoversicherung. Auch die Teilkasko umfasst in aller Regel Versicherungsschutz gegen Schäden durch Tierbisse. Dabei ist darauf zu achten, dass manche Tarife nur den direkten Marderschaden abdecken und lediglich die beschädigten Teile ersetzen. Besser ist es, eine Versicherung abzuschließen, die darüber hinaus auch für die Folgeschäden aufkommt, also dann zahlt, wenn beispielsweise zernagte Zündkabel den Katalysator beschädigen, wenn undichte Kühlschläuche eine Motorüberhitzung verursachen oder wenn kaputte Gummimanschetten die Antriebs- oder Achsgelenke in Mitleidenschaft ziehen.

epr

 

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