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01.09.2017, 15:18

WLTP, RDE, Euro 6d Temp und Euro 6c

Schadstoffausstoß: Neue Normen

Seit dem 1. September wird intensiver nachgemessen: Zu diesem Stichtag sind die neuen Abgasnormen Euro 6c bzw. Euro 6d Temp in Kraft getreten. Gleichzeitig erfolgt eine Umstellung auf die Prüfverfahren WLTP und RDE. Wir sagen, was das bedeutet:

Abgasmessung am Endrohr
Abgasmessung am Endrohr: Künftig wird nicht nur im Labor, sondern auch auf der Straße nachgemessen.
© ProMotor/Volz/ampnetZoomansicht

Nach welchem Verfahren wurde bislang gemessen?

Nach dem seit 1996 vorgeschriebenen NEFZ-Verfahren. NEFZ ist die Abkürzung für Neuer Europäischer Fahrzyklus. Ermittelt wurden dabei Schadstoffausstoß, CO2-Emissionen und Kraftstoffverbrauch. Gefahren wurde der NEFZ nur auf dem Prüfstand und nach eher realitätsfernen Vorgaben: 11 km Strecke, Spitzentempo 120 km/h, Durchschnittstempo 34 km/h, Dauer der Testprozedur 20 Minuten. Der Standzeitanteil betrug 25 Prozent.

Warum stand der NEFZ in der Kritik?

Weil sich die Prüfstandswerte und die real auf der Straße ermittelten teils drastisch unterschieden.

Was bedeutet WLTP?

WLTP ist das Testprozedere, das nun Pkw durchlaufen müssen, die von ihrem Hersteller ganz neu in den Handel gebracht werden und die eine Typzulassung anstreben. Ab September 2018 wird dann bei allen Neuwagen nach WLTP nachgemessen. Die Abkürzung steht für Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicle Test Procedures. Auch WLTP wird auf dem Prüfstand gemessen, allerdings unter realitätsnäheren Vorgaben. Beispielsweise beträgt die Länge der simulierten Strecke jetzt 23 km, die Maximalgeschwindigkeit liegt bei 131 km/h, das Durchschnittstempo bei 46,6 km/h und die Dauer der Prüfstandsfahrt bei 30 Minuten. Der Standzeitanteil verkürzt sich auf 13 Prozent. Auch Sonderausstattungen werden nunmehr berücksichtigt. Die Klimaanlage bleibt allerdings ausgeschaltet.

Und was heißt RDE?

RDE ist das Kürzel für Real Driving Emissions. Das heißt, dass die Messungen unter realen Fahrbedingungen auf der Straße durchgeführt werden. Dabei gelangt eine kofferähnliche Apparatur am Messfahrzeug zum Einsatz, die sich PEMS (Portable Emissions Measuring System) nennt, rund 100.000 Euro kostet und von kundigen Ingenieuren - etwa von TÜV, Dekra etc. - bedient wird.

Für die RDE-Messungen gelten bestimmte Rahmenbedingungen: Je ein Drittel der gefahrenen Strecke soll durch die Stadt, über Land (mit 60 bis 90 km/h) und über Autobahnen (90 bis 145 km/h) führen. Die Länge der Testfahrt beträgt 90 bis 120 Minuten, die maximale Höhe über dem Meeresspiegel 700 Meter, und für die Außentemperatur gilt ein Temperaturfenster von 0 bis 30 Grad Celsius.

Welche Werte werden gemessen?

Verbrauch, CO2-Emissionen, NOx-Ausstoß. Speziell beim RDE werden Verbrauch und CO2 aber nur nachgeprüft, das Ergebnis ist nicht relevant für neue Typzulassungen. Hierzu werden die Labormessungen des WLTP betrachtet; es soll zumindest eine theoretische Vergleichbarkeit möglich sein, da der CO2-Wert bei der Kfz-Steuer eine Rolle spielt. Das eigentliche Hauptaugenmerk beim RDE gilt den Stickoxid-Emissionen (NOx).

Ändern sich die Grenzwerte?

Nein. Nur die Testverfahren verschärfen sich.

Was hat das alles mit den neuen Abgasnormen zu tun?

Zum 1. September 2017 sind Euro 6c und Euro 6d Temp in Kraft getreten. Sie müssen von allen Autos erfüllt werden, die sich um eine neue Typzulassung bewerben. Ein Jahr später sollen den neuen Normen dann alle Neufahrzeuge gerecht werden.

Ob ein Autohersteller ein Fahrzeug nach Euro 6c oder Euro 6d Temp zertifizieren lässt, bleibt ihm überlassen. Es ist aber davon auszugehen, dass die meisten Euro 6d Temp anstreben, weil dies die anspruchsvollere Norm ist. Im Unterschied zu Euro 6c wird bei Euro 6d Temp nämlich auch eine zusätzliche Messung nach RDE-Verfahren (siehe oben) durchgeführt. Weil es dabei hauptsächlich um den NOx-Ausstoß geht, ist Euro 6d Temp vor allem für Diesel relevant. Selbstzünder, die diese Norm erfüllen, sind vor Fahrverboten wohl sicher.

Sind die Grenzwerte im Labor und auf der Straße gleich?

Nein. Benziner dürfen auf dem Prüfstand maximal 60 mg/km NOx emittieren, Diesel 80 mg. Beim auf der Straße gefahrenen RDE-Test gilt vorerst ein sogenannter Konformitätsfaktor. Er beträgt 2,1. Das heißt, dass der RDE-Praxiswert beim Benziner 126 mg und beim Diesel 168 mg betragen darf. 2020 sinkt der Konformitätsfaktor auf 1,5. Dann sind für Benziner beim RDE nur noch 90 mg und beim Diesel 120 mg erlaubt. Zusätzlich wird auch die Partikelzahl ermittelt. Gleichzeitig geht die Übergangsnorm Euro 6d Temp in Euro 6d über.

Was bedeutet das für die Kfz-Steuer?

Dass sie unter Umständen steigt. Für bereits zugelassene Autos ändert sich zwar nichts. Bei Neuwagen, die erst ab dem 1. September 2018 zur Zulassungsstelle fahren, werden CO2-Ausstoß und Verbrauch aber nach dem neuen, anspruchsvolleren Testzyklus ermittelt. Dabei dürften sich höhere Werte ergeben, die auch die Kfz-Steuer nach oben treiben.

Ulla Ellmer

 

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