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22.07.2017, 13:49

Freiwillige Rückrufe - Beim TÜV droht Ärger

Audi, Mercedes: Detox für den Diesel

Es nimmt einfach kein Ende: Nach Daimler geht jetzt auch Audi ein Update-Programm für Dieselmodelle an. Anders als bei den vom KBA angeordneten Rückrufen im Falle VW handelt es sich hier zwar um eine "freiwillige Aktion". Letztlich will man damit aber drohenden Fahrverboten zuvorkommen. Auch der Vorwurf kartellrechtlicher Mauscheleien, den sich die Hersteller eingehandelt haben, hat eine Diesel-Komponente.

Diesel von Daimler
Mercedes-Diesel OM 654: Dieses moderne und schon saubere Triebwerk braucht kein Update.
© HerstellerZoomansicht

Das Schreckgespenst heißt "Fahrverbot", und es hat den Diesel schon kräftig in die Tiefgarage der Verkaufsstatistik rauschen lassen. Eine Analyse der Wirtschaftsberatung EY hat ergeben, dass die Selbstzünder im Juni zweistellig rückläufig gewesen sind, um happige 19 Prozent, damit sind sie beim Marktanteil unter die 40-Pozent-Schwelle gefallen.

Nun könnte man bei den Automobilherstellern von einer achselzuckenden "So What?"-Haltung ausgehen. Ist doch schließlich egal, womit man sein Geld verdient - sind es weniger Diesel, dann werden es halt mehr Benziner. Ganz so einfach stellt sich die Sache aber nicht dar. Am Horizont des Jahres 2020 droht EU-weit ein Flottengrenzwert von 95g CO2 für Neuwagen. Weil Diesel deutlich weniger CO2 ausstoßen als Ottomotoren, wird diese Emissionsvorgabe ohne sie nicht einzuhalten sein. Der sinkende Diesel-Bestand zeigt hier bereits Wirkung: Im Mai ist der durchschnittliche CO2-Ausstoß gegenüber dem Vergleichsmonat 2016 um 0,8 Prozent gestiegen.

Die Hersteller brauchen den Diesel

"Wir sind davon überzeugt, dass der Diesel nicht zuletzt wegen seiner niedrigen CO2-Emissionen auch künftig ein fester Bestandteil im Antriebsmix sein wird", sagt Daimler-Chef Dieter Zetsche. Die Automobilhersteller brauchen den Selbstzünder, und sie wollen und müssen drohenden Fahrverboten zuvorkommen. Auch Mercedes steht unter dem Verdacht, dass seine Diesel mehr Stickoxide (NOx) ausstoßen als zunächst angenommen.

Bereits seit März wird Besitzern von Mercedes-Dieseln der Kompakt- und V-Klasse eine "erweiterte Servicemaßnahme" angeboten, die den Stickoxidausstoß (NOx) reduzieren soll - ein Detox-Programm, wenn man so will. Nun ist die Aktion auf rund drei Millionen Autos erweitert worden. Sie betrifft nahezu alle EU-5- und EU-6-Diesel in Europa und werde "in enger Zusammenarbeit mit den deutschen Zulassungsbehörden durchgeführt", wie es heißt. Außen vor bleiben die neuen und bereits sehr sauberen Motoren mit den Codes "OM654" (wird in der neuen E-Klasse eingesetzt) und "OM656".

Die Umrüstung kostet den Konzern etwa 220 Millionen Euro, das sind ca. 70 Euro pro Fahrzeug. Die betroffenen Kunden sollen auf dem Postweg informiert werden, der Werkstattbesuch bleibt für sie kostenfrei. Die Aktion soll in den nächsten Wochen anlaufen. Aufgrund der großen Anzahl vorgeladener Autos werde sie "über einen längeren Zeitraum" andauern, heißt es.

Keine Hardware-Maßnahmen

Durchgeführt wird ein Software-Update, das die Steuerung der Abgasrückführung und des SCR-Kats optimiert. Hardware-Maßnahmen, wie sie teils an VW-Modellen durchgeführt wurden, sind nach jetzigem Stand nicht angedacht.

TDI von Audi
Audi-TDI: Nach Daimler hat jetzt auch die Premium-Tochter von VW ein Update-Programm gestartet.
© HerstellerZoomansicht

Auch Audi ruft aktuell rund 850.000 Dieselautos zurück und bietet deren Besitzern ein kostenloses Update-Programm an. Betroffen sind V6- und V8-TDI-Motoren der Abgasnormen Euro 5 und Euro 6. Sie sollen eine neue Software bekommen, die das Emissionsverhalten im realen Fahrbetrieb verbessert. Audi wolle dazu beitragen, die Gesamtemissionen in den Innenstädten zu reduzieren, verlautet es fromm aus Ingolstadt. Das Update-Angebot gilt auch für Modelle der Marken Porsche und Volkswagen, die mit baugleichen Motoren ausgerüstet sind. Bei Audi betrifft die Maßnahme zum Beispiel den Q7, bei VW den Touareg und bei Porsche die Modelle Macan, Cayenne und Panamera.

Das bayerische Kabinett hat erst in der vergangenen Woche ein Maßnahmenpaket für bessere Luft in den Metropolen des Freistaats beschlossen. Dabei setzt man aber eher auf Nachrüstmaßnahmen statt auf Fahrverbote. Am 2. August soll der sogenannte "Diesel-Gipfel" der Bundesregierung stattfinden. Im Gegensatz zu Audi und Daimler plant BMW derzeit wohl keine Rückrufaktion.

Prüforganisationen kontrollieren die Umrüstung

Anders als bei den "Schummel-Dieseln" von VW, für die das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) eine Fahrt in die Werkstatt angeordnet hat, handelt es sich bei den aktuellen Rückrufen von Daimler und Audi um freiwillige Maßnahmen. Für die betroffenen Fahrzeugbesitzer ist das nicht ganz unerheblich. Prüforganisationen wie TÜV, Dekra, KÜS oder GTÜ sind nämlich angehalten, im Rahmen der Hauptuntersuchung (HU) zu kontrollieren, ob die Umrüstung tatsächlich durchgeführt worden ist. Falls nicht, droht Ärger. Mit Stichtag der Umrüstfreigabe des KBA haben die betroffenen Fahrzeugbesitzer eineinhalb Jahre lang Zeit, ihren Wagen in die Vertragswerkstatt zu bringen. Autos, die von ihren Herstellern (wie jetzt Mercedes und Audi) freiwillig zurückgerufen werden, betrifft das HU-Problem nicht.

Kaum haben sich die Automobilhersteller in einer Hinsicht handlungsbereit gezeigt, da droht ihnen von anderer Seite Ungemach. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" und das "Handelsblatt" haben bekanntermaßen über angeblich geheime Absprachen zwischen Volkswagen, Audi, Porsche, BMW und Daimler in vielen Technologiebereichen berichtet, zu denen auch die Abgasreinigung bei Dieseln gehört habe. Laut Verdacht sei eine Einigung dahingehend erzielt worden, die AdBlue-Tanks möglichst klein zu halten, um Kosten zu sparen. Nein - der Wirbel um den Diesel nimmt kein Ende.

ule

 

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