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22.03.2016, 07:57

Von BMW bis Tesla

Autohersteller als Stromversorger

Die Vernetzung von Automobilen und Akkus mit Wohngebäuden eröffnet neue Perspektiven. Überschüssiger (Öko-)Strom soll gespeichert und bei Bedarf ans Elektroauto oder an den Haushalt abgegeben werden.

Tesla Powerwall
Powerwall von Tesla: Die stationäre Speicherstation versorgt Auto und Haushalt mit Strom.
© tesla energyZoomansicht

Vor Jahrzehnten schon hatte der einstige VW-Motoren-Entwickler Prof. Peter Hofbauer eine gute Idee: Der im Golf verbaute Dieselmotor, so seine Vision, könnte stationär für Wärme- und Stromerzeugung gleichermaßen genutzt werden. Die Umsetzung, zusammen mit einem bekannten Heizungshersteller, schaffte aber letztlich den Durchbruch nicht.

Die ursprüngliche Idee, Antriebsleistung und Wärmeabgabe eines Verbrennungsmotors zum Heizen und seine Kraft zur Stromerzeugung zu nutzen, wurde allerdings weiterentwickelt und ist teilweise auch am Markt. Umgesetzt beispielsweise durch gasbetriebene Sterlingmotoren.

Stationäre Akkublöcke vom Autohersteller

Doch nun ergeben sich offenbar andere Perspektiven für Fahrzeughersteller. Elektro-Automobile und Gebäude zu vernetzen, ist jedoch keineswegs neu. Ebensowenig, dass das Strom nicht mehr im Sinne einer Einbahnstraße nur vom Hausanschluss zum E-Auto fließt, um dieses zu laden. Vielmehr soll der Akku eines Elektroautos auch dazu genutzt werden, überschüssigen Strom zu speichern. Eine Idee, die Strom-Ökos schon länger umtreibt. Und hier kommen die Autohersteller in Spiel. Denn sie wollen nicht nur ihre Autos allein als Speicherstation andienen, sondern eigene, stationäre Akkublöcke. Von Tesla ("Powerwall"), Daimler (Mercedes-Benz-Home-Energiespeicher) und nun auch von BMW wird dies erprobt, propagiert und zum Teil auch schon verkauft.

Mercedes-Akkublock
Akkublock von Mercedes: Auch die Schwaben wollen Autos und Akkus mit Wohngebäuden vernetzen.
© HerstellerZoomansicht

Dabei geht es darum, gegebenenfalls (fremd- oder eigenerzeugten) Ökostrom, der mal reichlich (Photovoltaik, tagsüber bei hoher Sonneinstrahlung), mal wenig (nachts, Flaute) vorhanden ist, sinnvoll zu nutzen. Steht Wind- oder Solarstrom reichlich bereit, kann er in einem Speicher von der Größe eines kleinen Wandschranks sozusagen "gesammelt" und bei Bedarf an den Haushalt oder ans Elektroauto abgegeben werden. Die für den Speicherschrank verwendeten Batterien sind im Falle BMW identisch mit denen des Elektroautos i3. Schöner Nebeneffekt: BMW könnte so, wie Daimler oder Tesla auch, Akkus in größerem Stil bauen bzw. einkaufen und günstigere Preise erzielen. Denn man steht in Konkurrenz zu anderen Unternehmen der Energiebranche, die ebenfalls mit Speicherlösungen am Markt sind.

Riesiger Energiespeicher geplant

Daimler hat einige seiner Home-Stromspeicher (Kapazität 2,5 bis 20 kWh) bereits testweise an Privat- und Gewerbekunden geliefert und startet über eine Tochtergesellschaft bzw. Partnerfirmen im Frühjahr den regulären Verkauf. Dann wird man auch mehr zu den Kosten erfahren (geschätzt im vierstelligen Bereich, Tesla etwa gibt ca. 4000 Euro als Kaufpreis für den Powerwall an). Zudem rüsten sich die Schwaben für ein größeres Projekt. Denn man ist dabei, mit den Stadtwerken Hannover einen riesigen Energiespeicher aus Akkus des Elektro-Smart zu bauen. Ab 2017 sollen damit Schwankungen im Stromnetz ausgeglichen werden. Listigerweise kommen dabei Ersatzteilbatterien zur Verwendung. Diesen tut es gut, wenn sie - um einer Dauer- und Tiefentladung vorzubeugen - unter Strom gehalten werden.

Audi A3 g-tron
e-gas-Anlage von Audi: In Werlte wird mit Windstrom Gas für entsprechend betriebene Autos produziert.
© AudiZoomansicht

Doch damit nicht genug. Audi beispielsweise erzeugt mit Windstrom Gas für (seine) entsprechend betriebenen Autos. Opel etwa beherbergt auf den Dächern des Werks Rüsselsheim eine Solaranlage, die die Fläche von 32 Fußballfeldern besitzt. Toyota schließlich arbeitet daran, wasserstoffbetriebene Autos als Notstrom-Lieferant für Gebäude einzusetzen und testet obendrein, ob und wie sich der Hybridwagen Prius in ein Haus-Stromnetz einbinden lässt.

Volkswagen muss neu durchstarten

Beendet ist hingegen eine pionierhaft im Jahr 2009 eingegangene Kooperation zwischen Volkswagen und Lichtblick. Modernste Blockheizkraftwerke wollte man errichten und das Strommanagement im Sinne von Schwarm-Intelligenz verbessern. Volkswagen war, so meinen Branchenkenner, einfach zu früh dran und muss nun auf diesem Feld neu durchstarten. Allein den neuen Tiguan GTE gegebenenfalls mit einem Solardach auszurüsten, wird nicht reichen.

wpr

22.03.16
 

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