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04.01.2016, 17:04

Etliche Autos werden jetzt zum Oldtimer

Neue Kandidaten für das H-Kennzeichen

Mit ihrem 30. Geburtstag werden Autos höchst offiziell in den Kreis der Oldtimer aufgenommen. Das heißt: Ihr Besitzer kann jetzt ein H-Kennzeichen beantragen. Im neuen Jahr 2016 betrifft dies Fahrzeuge des Baujahrs 1986. Darunter sind hochkarätige Kandidaten wie der Porsche 959, aber auch der VW Golf GTI 16V und so schnuckelige Cabrios wie der offene Peugeot 205.

Porsche 959
Porsche 959: Hier brettert Walter Röhrl mit dem Supersportler um die Kurve.
© HerstellerZoomansicht

Was war 1986 doch für ein Jahr: Die Raumfähre "Challenger" explodierte beim Start, die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sorgte für Entsetzen, Schwedens Ministerpräsident Olof Palme wurde auf offener Straße erschossen, in Deutschland wütete der RAF-Terror. Der Fußball kürte Argentinien zum Welt- und Bayern München zum Deutschen Meister, den Titel des Formel-1-Champions holte sich Alain Prost. Mike Tyson boxte sich zum Schwergewichts-Weltmeister und Reinhold Messner hatte als erster Mensch alle 14 Achttausender dieser Erde erklommen.

Darüber hinaus gab es einen runden Geburtstag zu feiern: Das Auto wurde 100. Daimler investierte Unsummen in eine Fernsehshow, die dieses Ereignis gebührend feiern sollte. Das Spektakel ging allerdings als höchst blamabler Misserfolg in die Auto- und TV-Geschichtsbücher ein.

Immense Wertsteigerung

1986 schlug aber auch die Geburtsstunde für eine ganze Reihe von Automobilen, die 2016 ihren Dreißigsten begehen und somit zu Kandidaten für das begehrte H-Kennzeichen werden. Darunter ein allradgetriebener Supersportler wie der 450 PS starke Porsche 959, mit einer Topspeed von 317 km/h das damals schnellste Serienauto der Welt und saftige 420.000 Mark teuer. Zu den handverlesenen Kunden zählten beispielsweise Bill Gates, Boris Becker, Herbert von Karajan und Tennis-Star Martina Navratilova. Sollten sie ihren 959 behalten haben, dürfen sie sich über einen glänzenden Gewinn freuen: Der Zuffenhausener Über-Porsche wird heute zu Preisen von einer Million Euro und mehr gehandelt.

Historische Sportler

Ebenfalls sportlich - wenn auch ein paar Ligen weiter unten - ließen es der BMW M3 mit seinen 200 Pferdestärken oder der VW Golf GTI 16 angehen, dessen 1,8-l-Vierzylinder mit Katalysator (damals war das noch ein großes Thema) 129 PS leistete. Toyota brachte den 204-PS-Sportwagen Supra auf den Markt, Suzuki und Nissan bedienten die Fans kompakter Renner mit Swift GTi und Sunny Coupé GTi, während VW dem Polo einen G-Lader spendierte (dabei handelt es sich um einen sogenannten "Scrollverdichter", der ähnlich wie ein Kompressor arbeitet) und ihn als 115 PS starken Polo G40 zum Stärksten im Programm machte. Was ganz Besonderes in sportlicher Hinsicht war auch der Lancia Thema 8.32 mit Ferrari-Motor unter der Haube: Die Achtzylinder-32-Ventil-Maschine brachte es auf 215 PS. Für den aufgebrezelten Italiener waren rund 110.000 Mark anzulegen. Mazda wiederum pflegte mit dem Sportwagen RX-7 die Kultur des Wankelmotors. Und Ford pappte dem Sierra einen voluminösen Heckflügel an, stattete ihn mit 204 PS aus und dekorierte ihn mit dem Namenszusatz "Cosworth".

Peugeot 205 Cabriolet
Peugeot 205 Cabriolet: Der offene Franzose mit Stoffkapuze und "Henkel" wurde schnell zum Sympathieträger.

Boom-Zeit für Cabriolets

1986 war indes auch ein Jahr, in dem Cabriolets eine Boom-Zeit erlebten. Saab beispielsweise gestaltete den 900er zum Luftikus um, Chrysler steuerte den offenen LeBaron bei, BMW diente der Frischluft-Fraktion das 325i Cabrio an und Peugeot ersetzte beim 205 das feste Dach durch eine Stoffkapuze und landete damit einen großen Erfolg beim Kunden.

Wichtigster neuer Luxusliner anno 1986 war der BMW 7er (Baureihe E32), ein prägnant-elegantes Oberklasse-Fahrzeug mit viel Hightech, das der Mercedes S-Klasse heftig Konkurrenz machte und auch mit Zwölfzylinder angeboten wurde. Ein weniger erfolgreiches Debüt feierte in diesem Segment der Jaguar XJ40.

Audi lieferte vor dreißig Jahren den Audi 80 (B3) aus, mit aerodynamischem Feinschliff (cW-Wert 0,29), vollverzinkter Karosserie und den damals revolutionären Procon-ten-Gurtstraffern. Einen noch niedrigeren Luftwiderstandsbeiwert (0,28) besaß die heckgetriebene Stufenhecklimousine Opel Omega, die es - wenn auch recht bieder gestaltet - immerhin zum "Auto des Jahres 1987" brachte. Renault ließ den R21 als Nachfolger des R18 von der Leine, ihn gab's wahlweise mit Stufenheck oder als Kombi. Toyota schickte die zweite Generation des Camry zum Händler und ersetzte damit den wenig erfolgreichen Cressida. Volvo brachte mit dem sportlichen 480 ES einen stilistischen Nachfolger des legendären "Schneewittchensargs" P1800 auf den Markt, Rover (inzwischen verblichene Briten-Marke) lancierte die 800er-Serie, Citroen den Kleinwagen AX, Alfa Romeo die Mittelklasse-Baureihe 75, Lancia den Thema als Kombi "Station Wagon".

Opel Omega
Bieder, aber aerodynamisch: Auch der Opel Omega wurde 1986 "geboren".
© HerstellerZoomansicht

So klappt's mit dem H-Kennzeichen

Nicht jeder, der einen solchen Oldie in der Garage stehen hat, wird für ihn allerdings auch ein H-Kennzeichen erhalten. Dazu müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein: Neben dem Mindestalter von 30 Jahren (wobei der Tag der Erstzulassung maßgeblich ist) muss das Fahrzeug zur "Pflege des Kfz-technischen Kulturguts" geeignet sein. Vorschrift ist ein Gutachten, das ein amtlich anerkannter Sachverständiger, Prüfer oder Prüfingenieur (z. B. von Dekra, TÜV, GTÜ oder KÜS) erstellt. Dieses Gutachten bestätigt, dass sich der H-Kandidat weitgehend im Originalzustand befindet und gut erhalten ist. Nicht toleriert werden beispielsweise ein fremder Motor oder nicht zeitgenössische Anbauteile. Ein nachträglich eingebauter Katalysator geht hingegen in Ordnung. Kraftfahrzeuge, die ein H-Kennzeichen tragen, erhalten einen pauschalen Steuersatz von 192 Euro pro Jahr bzw. 42 Euro (Motorräder). Außerdem dürfen sie in Umweltzonen fahren.

ule

Neue H-Kandidaten in der Bilderstrecke:

Neue Oldtimer
Kandidaten für das H-Kennzeichen
VW Golf GTI 16V
Geboren im Jahr 1986

VW Golf GTI 16V: Eigentlich sollte er schon 1983 auf den Markt kommen, letztlich startete der mit Kat 129 PS starke Sportler aber erst 1986 durch. Jetzt kann er ein H-Kennzeichen bekommen.
© Hersteller

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