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07.04.2013, 12:12

Sanktionen bei Fehlverhalten

Radler: Wenn es dumm läuft, ist der Schein weg

Dürfen Radler eigentlich alles? Nein: Wenn sie die Straßenverkehrsordnung missachten, drohen auch ihnen Strafen. Verwarnungsgelder, Punkte, und im schlimmsten Fall sogar der Führerscheinentzug. Ein Überblick über die wichtigsten Regeln - und was passiert, wenn diesen zuwidergehandelt wird.

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Radfahrer/Autofahrer
Viele Autofahrer ärgern sich über rüpelhafte Radler - vergessen aber, dass sie bei anderer Gelegenheit selbst im Sattel sitzen.
© obs pressedienst-fahrrad Zoomansicht

Das Verhältnis zwischen Autofahrern und Radlern ist nicht immer ungetrübt. Erstere klagen über Rüpel auf zwei Rädern, die jeglichen Respekt vor roten Ampeln oder Einbahnstraßen vermissen lassen, Letztere beschweren sich zu Recht über Pkw-Lenker, die rücksichtslos Radwege zuparken oder ohne prüfenden Blick nach hinten die Autotür aufreißen. Von einem zunehmend aufgeladenen Reizklima mag Roland Huhn, Rechtsreferent beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), jedoch nicht sprechen. "Die Aggressivität im Straßenverkehr steigt allgemein", meint er, eine spezielle Angelegenheit zwischen Auto- und Radfahrern sei das nicht. Und auch was die Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung betrifft, so nähmen sich beide Parteien letztlich nichts. Es gehe nur um anderes: "Autofahrer fahren schon mal zu schnell", sagt Huhn, "Radler hingegen passieren dafür öfter eine rote Ampel".

Radler, geöffnete Autotür
Das gefährdet Fahrradfahrer: Unachtsames Öffnen der Autotür.
© ADFC/Carsten Schabacher Zoomansicht

Nachschulung für Fahranfänger

Fest steht indes: Auch für Radler gelten Regeln. Bei Fehlverhalten riskieren sie Verwarnungs- bzw. Bußgelder und - ab 40 Euro - auch Punkte. Im Extremfall ist sogar der Führerschein weg. "Das Umfahren einer geschlossenen Halbschranke an einem Bahnübergang oder das Erschrecken eines Fußgängers, der über einen Zebrastreifen laufen will, macht bei Radlern vier Punkte", nennt Roland Huhn ein Beispiel. Für sich genommen kostet ein solches, im Sattel begangenes Vergehen noch nicht den "Schein". Wohl aber, wenn das Flensburg-Konto sowieso schon gut gefüllt ist und sich nun auf 18 Punkte oder sogar mehr erhöht. In einer besonderen Situation befinden sich übrigens Fahranfänger in der Probezeit. Überfahren sie etwa mit dem Rad eine rote Ampel, müssen sie zur Nachschulung und ihre Probezeit wird verlängert.

Einbahnstraße mit Zusatzschild
Hier dürfen Radler reinfahren: Einbahnstraße mit Zusatzschild.
© Archiv Zoomansicht

Regeln und Sanktionen

Bei folgender Übersicht über die wichtigsten Regeln für Radler ist - was eventuelle Sanktionen betrifft - schon der neue, seit dem 1. April 2013 geltende Bußgeldkatalog berücksichtigt:

Einbahnstraßen: Dürfen auch von Radlern nur in der vorgeschriebenen Richtung befahren werden. Ausnahme: Ein Zusatzschild erlaubt die gegenläufige Nutzung. Je nachdem, ob andere behindert oder gefährdet wurden bzw. ob sogar eine Sachbeschädigung vorliegt, beträgt das Verwarnungsgeld 20 bis 35 Euro.

Gehwege: Sind im Sattel tabu, müssen aber von Kindern bis zum vollendeten achten Lebensjahr genutzt und dürfen von ihnen bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr befahren werden. Wer älter ist und es trotzdem nicht lassen kann, zahlt 15 bis 30 Euro.

Radweg
Pflicht:Gekennzeichnete Radwege müssen benutzt werden.
© ADFC/Jens Schütte Zoomansicht

Fußgängerzonen: Hier muss (sofern nicht anders zugelassen) geschoben werden. Ansonsten: 15 bis 30 Euro.

Zebrastreifen: Dürfen ebenfalls nur im "Schiebebetrieb" gequert werden.

Der Radweg ist Pflicht

Radwege: Müssen, sofern mit einem blauen Radwegschild gekennzeichnet, befahren werden. Wer dennoch auf der Straße radelt, zahlt 20 bis 35 Euro. Das Befahren eines Radwegs in beide Fahrtrichtungen ist nur dann erlaubt, wenn ein entsprechendes Zusatzschild vorhanden ist.

Nebeneinanderfahren: Ist gestattet - aber nur, wenn dadurch niemand behindert wird. Erlaubt ist das Nebeneinanderfahren auf speziellen Fahrradstraßen und/oder im Verband von mindestens 16 Radlern - jedoch auch da nur jeweils zu zweit nebeneinander. Zuwiderhandeln kostet 20 bis 30 Euro.

Fahrradstraße
Erlaubt: Nebeneinander fahren in Fahrradstraßen.
© ADFC/S. Wieland Zoomansicht

Rote Ampeln: Zwingen jeden zum Halt - auch Radler. Weiterfahren kostet (je nachdem, wie lange die Ampel schon Rot zeigt) 45 bis 180 Euro und bringt einen Flensburg-Punkt.

Handy-Verbot

Handy: Telefonieren ist auch am Lenker verboten. Verwarnungsgeld: 25 Euro.

Beförderung von Personen: Nur Kinder bis zum vollendeten siebten Lebensjahr dürfen auf dem Fahrrad mitfahren, im sicheren Kindersitz oder im Anhänger. Der Radler selbst muss mindestens 16 Jahre alt sein. Verstöße kommen auf fünf Euro.

Hund: Darf an der Leine gehalten werden. Aber kein anderes Tier - "nicht das Hausschwein", wie Roland Huhn sagt.

Beleuchtung: Batteriebetriebene Lampen sind nur für Sporträder bis 11 kg gestattet. Alle anderen brauchen Dynamo-Licht. 20 bis 35 Euro.

Fahrrad Beleuchtung
Beleuchtung: Batteriebetriebenes Licht darf nur für Räder bis 11 kg sein, alle anderen brauchen einen Dynamo.
© ADFC/Oliver Tjaden Zoomansicht

1,6 Promille: Ab zur MPU

Trunkenheit: Ab 1,6 Promille gibt's Probleme. Dann liegt eine Straftat vor und es wird eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) angesetzt. Wer da nicht hingeht oder nicht besteht, ist den "Schein" los. Aber auch schon bei niedrigeren Werten kann der Arm des Gesetzes zuschlagen - wenn der Radler unter dem Einfluss von Alkohol Ausfallerscheinungen wie Schlangenlinienfahren zeigt.

Elektrofahrräder: Sofern sie nicht schneller als 25 km/h sind, gelten für sie keine speziellen Regeln.

Die meisten Radler fahren auch Auto

Eines sollte freilich nicht vergessen werden: "Nach unseren Schätzungen haben 90 Prozent der erwachsenen Radfahrer auch einen Führerschein", sagt ADFC-Rechtsexperte Huhn. Und das heißt: Wer sich gerade noch hinterm Steuer über "die Radfahrer" geärgert hat - der ist fünf Minuten später vielleicht selber einer.

Ulla Ellmer

07.04.13
 
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