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09.01.2013, 09:11

Gebrauchtwagenkauf

Vorsicht: Tacho-Trickser am Werk!

Die Zahl ist erschreckend: Jeder dritte Gebrauchte soll einen manipulierten Tachostand aufweisen. Dem Käufer entsteht dadurch nicht nur ein wirtschaftlicher Schaden. Vielmehr können die Folgen auch sicherheitsrelevant sein - und im schlimmsten Falle sogar lebensbedrohlich.

Tachomanipulation
Kilometerfressen leicht gemacht: Der wahre Kilometerstand (links) wird als zu hoch befunden. Also: Gerät an die Diagnosebuchse anschließen, die gewünschte Laufleistung eintippen- und (rechts) fertig ist die wundersam reduzierte Laufleistung.
© ADAC

Es ist beinahe ein Kinderspiel: Das Gerät wird an die Diagnosebuchse des Autos angeschlossen, danach programmiert der Trickser die gewünschte Laufleistung ein - und schon ist aus der 150000-Kilometer-Mühle ein 60000-km-Jungspund geworden. "Nicht länger als 30 Sekunden", heißt es beim ADAC, dauere die Manipulation des Tachostands. Um den technisierten Jungbrunnen zu handhaben, muss man nicht mal Profi sein. "Er ist auch für Laien leicht zu bedienen", sagen die Experten des Clubs. Tacho-Ausbau? Steinzeit! So was haben die kriminellen Kilometerfresser von heute längst nicht mehr nötig.

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3000 Euro Schaden pro Käufer

Tacho-Trickserei, so beklagt es auch Severin Moser - Vorstandsvorsitzender der Allianz-Versicherung - sei "derzeit leicht möglich und zu billig". Die Geschädigten sind fast immer Gebrauchtwagenkäufer, die Folgen dramatisch. Nach Berechnungen des ADAC entsteht jedem Kunden, der einen Gebrauchten mit getürktem Tachostand kauft, ein Schaden von durchschnittlich 3000 Euro. Das entspreche einem volkswirtschaftlichen Schaden von sechs Milliarden Euro.

Viel schlimmer aber: Die Tacho-Trickserei kann auch sicherheitstechnisch relevante Folgen haben. Grund: Die vom Hersteller vorgegebenen Wartungsintervalle orientieren sich an kilometerabhängigen Verschleißgrenzen. Wenn da "nur" der Zahnriemen reißt, weil er im Glauben auf eine niedrigere Laufleistung des Autos nicht rechtzeitig ausgewechselt worden ist, dann zählt das noch zu den harmloseren Vorfällen. Schlimmer kann es beispielsweise dann kommen, wenn das Wartungs-Versäumnis einen Austausch der Bremsflüssigkeit betrifft. Das kann eine Einschränkung der Bremswirkung nach sich ziehen, im übelsten Falle führt es zu einem Totalausfall der Bremsen.

So kann man sich schützen

Problematischerweise sind Manipulationen am Tacho technisch kaum nachzuweisen. Hilfreich kann es im Verdachtsfall aber sein, in einer Werkstätte oder technischen Prüfstelle nach einem Schnelltest durch sachverständige Fachleute zu fragen. Dabei können Verschleißspuren am Fahrzeug aufgedeckt werden, die eigentlich nicht mit dem Kilometerstand korrespondieren. Licht ins Dunkel um die wahre Laufleistung bringt es auch, sich vom Vorbesitzer Unterlagen wie TÜV-Berichte oder Wartungsbelege vorlegen zu lassen. Muss er passen, sollte das ein Alarmzeichen sein. Mitunter wird der Kilometerstand auch abgespeichert, wenn das Auto zu Wartungs- oder Reparaturzwecken in einer Werkstatt gewesen ist. "Ein redlicher Verkäufer", heißt es bei der Allianz, werde damit einverstanden sein, bei einem solchen Betrieb die Fahrzeughistorie abfragen zu lassen.

Gefängnisstrafe droht

Versicherungen und auch der ADAC fordern darüber hinaus noch weitergehende Maßnahmen, die den Tacho-Tricksern das Handwerk legen könnten. "Es muss eine zentrale Abfragemöglichkeit für Autofahrer aufgebaut werden, die unabhängig vom Fahrzeughalter eine Dokumentation der technischen Historie der Fahrzeuge möglich macht", sagt Severin Moser. Der ADAC will außerdem die Automobilhersteller in die Pflicht nehmen. "Nur wenige Euro" koste es, den Kilometerstand eines Fahrzeugs zu schützen. Darüber hinaus müssten die tricksenden Übeltäter auch wesentlich strenger bestraft werden. Dabei sind die Sanktionen schon jetzt empfindlich: Wer unrechtmäßig am Tacho dreht, dem droht eine Gefängnisstrafe von bis zu einem Jahr.

upr

09.01.13
 
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