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23.10.2018, 18:44

Lichtsysteme der Zukunft - Vorgestellt im VW Touareg

Das kann das Licht von morgen!

Die Fahrzeugbeleuchtung soll die Straße erhellen und das Auto für andere Verkehrsteilnehmer erkennbar machen. Sehen und Gesehenwerden also. Diese zunächst simpel erscheinende Aufgabe erfüllt moderne Lichttechnologie aber mit immer ausgefeilterer Methodik. Xenon-, LED- und Matrixlicht sind da nur einige Stichworte. Doch es kommt noch besser. Manches, was die Lichtsysteme der Zukunft bringen, ist sicherlich nur Spielerei. Zumeist aber geht der Fortschritt über schicke Showeffekte hinaus und wird in hohem Maße der Sicherheit dienlich sein.

Lichtbasiertes Fahrerassistenzsystem
Lichtbasiertes Fahrerassistenzsystem: Die Scheinwerfer können beispielsweise Fahrspuren vor das Auto projizieren.

Es ist noch gar nicht so lange her, da mussten sich Autofahrer in der Dunkelheit eher mit Funzeln begnügen. Erst vor etwa vierzig Jahren sorgten Halogen-Einsätze in den Scheinwerfern für besseres Licht und damit für mehr Sicherheit auf nächtlichen Straßen. Nochmals deutlich besser wurde die Ausleuchtung mit Xenon vor zwanzig Jahren - eine kleine Licht-Revolution sozusagen, die in etwa ab 1997 stattfand. In jüngster Zeit baut die Autoindustrie LED-Scheinwerfer ein, zuletzt mit Matrix-Technik. Diesen bislang letzten Schritt vollzieht VW nun beim neuen Topmodell Touareg und setzt noch einen drauf.

Die nächste Licht-Revolution steht an

Die Wolfsburger setzen im großen SUV als Versuchsträger die neu entwickelten HD-LCD-Scheinwerfer ein. Das ist eine erneute Licht-Revolution, weil diese Technologie eine Auflösung von bis zu 30.000 Pixel pro Scheinwerfer erreichen kann - heute bieten leistungsfähige Systeme nur rund 80 Pixel. Je nach Fahrsituation lässt sich die Fahrbahn nun punktgenau ausleuchten, zudem werden Blendungen des Gegenverkehrs vermieden. Dabei werden auch Schattenflächen im Lichtkegel geringer und die Ausleuchtung der Fahrbahn fällt noch besser aus, was einen weiteren Sicherheitsgewinn mit sich bringt.

Licht mit Warnhinweis
Warnhinweis: In Zukunft können Leuchtflächen den nachfolgenden Verkehr vor Gefahren wie Staus warnen.
© HerstellerZoomansicht

Ein weiterer Vorteil ist die künftige Umsetzung von lichtbasierten Fahrerassistenzsystemen. Dabei können die Scheinwerfer zum Beispiel Fahrspuren vor den Touareg projizieren, über die der Fahrer in Baustellen genaue Hinweise über die Fahrzeugbreite einschließlich Anhänger und die Abstände zu den Fahrbahnbegrenzungen erhält. Das kann angesichts der vielen engen Baustellen, insbesondere auf unseren Autobahnen, sehr nützlich sein und erhöht die Sicherheit weiter. Die Funktionen werden allerdings zunächst noch erprobt. Vor der Serieneinführung müssen auch juristische und gesetzliche Fragen geklärt werden, "noch nicht zulassungswürdig", sagt VW-Fachmann Ricardo Plöger dazu.

Die Nacht wird zum Tag

Schon jetzt habe der Touareg der dritten Generation optional das IQ.Light an Bord, eines der weltweit besten Scheinwerfersysteme. Die LED-Matrixscheinwerfer machen Nachtfahrten durch ihre "intelligente Lichtsteuerung" sicherer und komfortabler. Sie nutzen eine Matrix aus Lichtpunkten, das heißt, einzeln aktivierbare Leuchtdioden (LED). Zu den 75 Leuchtdioden des Abblendlichts (48 LEDs) und des Fernlichts (27 LEDs) addieren sich weitere für die Ausleuchtung des Bereichs vor der Front und für Signalfunktionen wie das Tagfahrlicht und Blinklicht. Das Schachbrettmuster der Module unter dem Glas kann man sehen. Insgesamt 256 LEDs der beiden Scheinwerfer machen die Nacht zum Tag. Ein Rechner erlaubt zusätzliche Funktionen kamerabasiert, darunter das (um andere nicht zu blenden "maskierte") Dauerfernlicht.

Lichtsystem
Bitte gehen: Hier signalisiert die Leuchtfläche einem Fußgänger, dass er passieren darf.
© VolkswagenZoomansicht

Im modernen Lichttunnel in Wolfsburg zeigten die Lichtingenieure jetzt, was die neuste Technik leistet. Nebeneinander stehen drei VW Touareg-Forschungsfahrzeuge. Auf einer 100 Meter langen (nachgestellten) Fahrbahn mit einem speziellen und ebenen Belag sehen wir, was Scheinwerfer der Zukunft können. Freilich werden bis zur Serienfertigung auch Probleme der Baugröße und des Bauraums der Systeme zu lösen sein. In den Versuchswagen ist gut die Hälfte des Kofferraums vollgestopft mit Technik. Später werden die weiter entwickelten Lichtsysteme freilich immer kompakter. Bei Serienreife greift dann - frei nach der "Top-Down-Philosophie" der Autobauer - das Angebot zunächst in den teuren Modellen, also bei VW beginnend mit dem Touareg und am Ende Polo und Up.

Spielwiese für Designer

Form und Optik werden immer wichtiger: Schon heute tragen neue Lichttechniken zu einer charakteristischen Fahrzeugfront bei. Der Trend wird sich verstärken und die Designer erfreuen, denn auf sie kommen neue Möglichkeiten der Gestaltung zu. Bereits heute trägt die Lichtsignatur, also die beleuchteten Formen in den Scheinwerfern, zum wichtigen Markenauftritt bei und prägt auch beim Touareg das "Volkswagen-Gesicht".

Vom sogenannten Laser-Licht mit etwa 600 Meter Leuchtweite, das zwei andere Herstellern favorisieren, halten die VW-Ingenieure übrigens wenig. Sie meinen, das System wäre sehr teuer und temperaturempfindlich, außerdem braucht es mehr Platz (Bauraum) und kommt wohl nicht ohne zusätzliche (Licht-) Elemente aus. Eher setzen die Lichttechniker auf den Aspekt, dass moderne Lichtsysteme die Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern unterstützen sollen.

Personalisierbare Lichtsignatur
Personalisierbar: Die Lichtsignatur gibt wahlweise Warnhinweise oder informiert über den Ladezustand eines E-Autos.
© HerstellerZoomansicht

Hierzu trägt nicht zuletzt das Thema Rückleuchten bei. Stichwort: Außenkommunikation. Zunehmen wird wohl die Dynamik durch Wechsel der Rückleuchten-Signatur, sowohl beim Bremslicht als auch beim Schlusslicht - wenn gewünscht sogar personalisierbar. Sinnvoll ist zudem, wenn Informationen für den nachfolgenden Verkehr am Heck angezeigt werden - über Pannen beispielsweise, aber auch über Unfälle, Staus oder Glättesituationen. Fast schon als Spielerei könnte man hingegen spezielle Lichteffekte rund um das Fahrzeug bezeichnen, etwa an Heck, Front und Seite - wie einen ausrollenden Lichtteppich mit dem Markenemblem beim Öffnen der Tür. Da sind der Phantasie (fast) keine Grenzen gesetzt. Eher realistisch: Zusätzliche rot leuchtende und/oder blinkende Streifen, die sich bei starken Bremsmanövern oder bei drohender Gefahr über die gesamte Heckscheibe ziehen.

Licht als Kommunikations-Medium

Der Workshop in Wolfsburg erlaubt einen weiten Blick in die Zukunft. Deutlich wird: Volkswagen (Abteilung Konzernforschung) fährt beim Thema "Evolution des Lichts" eine klare Linie. Er setzt nach Konzern-Diktion auf ein "Maximum an Licht, das im Straßenverkehr für den Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer verträglich und zudem gesetzlich zulässig ist". Entsprechend lautet eigentlich das Motto für morgen: Die Autoscheinwerfer gehen auf Kommunikations-Kurs mit anderen Verkehrsteilnehmern.

Ingo Reuss

 

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