Der Jaguar XJ wird 50 - Jubiläumsmodell XJ50, XE SV Project 8

Jaguar: Schon Queen Mum fuhr den XJ

Neuheiten - 17.08. 10:40

Die edle Luxuslimousine XJ ist ein Klassiker im Jaguar-Programm. Wie kein zweites Modell verkörpert sie feines Fahren in "very british" Manier. Kein Wunder also, dass sich Queen Mum - die Mutter der heutigen Queen Elizabeth - bis ins gesegnet hohe Alter von über 100 Jahren nicht von ihrem XJ trennen wollte. Den fünfzigsten Geburtstag des XJ begeht Jaguar mit einer majestätischen Sonderausgabe. Gleichzeitig stellen die Briten ihr bislang schnellstes straßentaugliches Modell vor.

Jaguar-Klassiker: Ein XJ6 Serie 14.2 Litre war das Dienstfahrzeug von Jaguar-Gründer Sir William Lyons, ein XJ12 S1 Vanden Plas Saloon chauffierte "Queen Mum". © Hersteller, Imago

Vor fünfzig Jahren präsentierte Firmengründer Sir William Lyons den von ihm gezeichneten Jaguar XJ. Ihre Weltpremiere feierte die noble britische Limousine damals auf dem Pariser Automobilsalon. Den XJ baut Jaguar in nunmehr achter Generation. Zu den berühmtesten Chauffierten zählte "Her Majesty", die Queen Mum, die ab 1973 mit einem königlich ausgestatteten XJ 12 S1 Vanden Plas Saloon ihre repräsentativen Pflichten erfüllte. Die Langversion war mit einem 4,2-Liter-Sechszylinder ausgerüstet. Der von dem Londoner Spezialisten Vanden Plas ausgestattete XJ der Serie 1 ersetzte 1973 den in die Jahre gekommenen Jaguar Mk VII (Baujahr 1955) der Queen Mum, die dem Auto bis ins hohe Alter von 101 Jahren und bis zu ihrem Tod 2002 treu blieb.

XJ50 mit bis zu 340 PS

Der Jaguar XJ gilt bis heute als Aushängeschild der auf große Luxus- und Sportlimousinen, aber auch auf echte Sportwagen spezialisierten Marke. Die jüngste Schöpfung: das Jubiläumsmodell XJ50. Auf Überlandstraßen gleitet es majestätisch dahin. Es macht nicht nur optisch viel her, zumal in der Langversion, die wohl überwiegend für die Großen der Welt als Chauffeurs-Limousine reserviert ist. Der Dreiliter-V6-Diesel mobilisiert locker seine 221 kW/300 PS und vor allem schüttelt er mit stolzen 700 Newtonmetern Drehmoment seine Kraft aus dem Ärmel. Nicht zwingend notwendig, aber gut, wenn genug Power parat steht: Der Jaguar XJ50 beschleunigt in 6,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Brav über Land gefahren, verbraucht die Limousine 7,2 Liter auf 100 Kilometer, entsprechend 189 g/km CO2-Ausstoß (mit den größeren 20 Zoll-Rädern). Für einen XJ50 30d mit 250 kW/340 PS muss der Kunde immerhin 98.000 Euro hinlegen.

Jaguar XE SV Project 8: Der Supersportler pfeilt in 3,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. © Hersteller

Supersportler am Nürburgring

Premiere am Nürburgring anlässlich des Oldtimer Grand Prix hatte das Jaguar-Spitzenmodell XE SV Project 8. Jaguar limitiert den extremen Hochleistungssportler auf 300 Einheiten, bei allen handelt es sich um Linkslenker. Der in Handarbeit gefertigte XE ist laut Testcenter-Leiter Phil Talboys "der bisher schnellste straßentaugliche Jaguar". Er diene zwar eher experimentellen Zwecken, aber Sammler in aller Welt dürften sich um ein Exemplar reißen. Auf dem Flughafen Mendig, nahe des Nürburgrings, konnten wir einige Runden drehen. Schon Beschleunigung und Sound sind überwältigend: Der Schub des 600 PS starken Fünfliter-V8-Kompressors reicht über ein schier endloses Drehzahlband. Nach nur 3,7 Sekunden passiert die Tachonadel die 100er-Marke. Erst bei sehr hohen Touren schaltet die Achtgang-Automatik. Die Kurven scheinen auf einen zuzufliegen, aber keine Bange, die Bremsen verzögern dank einer bereits in der Formel 1 erprobten Keramik-Rennsportanlage ausgezeichnet. Fahrer und Beifahrer werden dann in die Hosenträgergurte gedrückt, beim Herausbeschleunigen geben die Rennschalensitze aus Kohlefaser Halt. Auf der Fahrbahn krallen sich die 20 Zoll-Räder über alle vier Räder (AWD) fest.

200.000 Euro aufgerufen

In rund 7.21 Minuten ist der schnelle Jaguar Ende 2017 über die Nordschleife gebrettert - Rekord! Bei hohen Geschwindigkeiten - bis 322 km/h - drückt der große, variable Carbon-Heckspoiler die heiße Wildkatze auf den Asphalt. An vielen Stellen kommen aus Gewichtsgründen Carbon- und Aluteile zum Einsatz. Hinter den Sitzen sorgt der stabile Überschlagkäfig für Sicherheit, falls mal was schiefgehen sollte. Ihn gibt es optional, denn eigentlich ist im Fond des Viertürers Platz für weitere Mitfahrer. Für Leute, die um 200.000 Euro für einen solchen Sportwagen ausgeben, vermutlich unbedeutend: Der Verbrauch von elf Litern im genormten Mix, entsprechend 254 g/km CO2.

Ingo Reuss