Familienfreundlich variabel - Komplett neues Infotainment

Der Audi Q3 bricht mit dem Vorgänger

Neuheiten - 28.07. 17:49

Wenn das mal kein Stilbruch ist: Bei der Neuauflage des Q3 sind die Audianer sehr mutig vorgegangen und haben ihrem Kompakt-SUV ein deutlich sportlicheres, aggressiveres Design verordnet. Daneben sieht der Vorgänger ziemlich weichgespült aus. Nicht minder radikal erneuert wurden Cockpit und Infotainment. Gleichzeitig bietet der Q3 mehr Variabilität, das macht ihn auch für Familien interessant. Zum Händler fährt er im November. Ein Wermutstropfen dürfte aber bleiben.

Neuer Audi Q3: Das Kompakt-SUV tritt wesentlich markiger auf als der Vorgänger. © Hersteller

Der Q3 ist für Audi zum Millionending geworden: Weltweit sind seit 2011 über 1,1 Millionen Exemplare verkauft worden. Die Rolle des kleinsten Audi-SUVs hat der Q3 inzwischen freilich an den Q2 abgegeben. Das gibt den Designer neue Möglichkeiten. Man habe den Q3 wesentlich konsequenter als SUV positionieren können, heißt es. Sportlicher also, aggressiver, maskuliner. Ziemlich entschlossen schaut die zweite Q3-Generation somit in die Welt, aus einem Gesicht, das "eine Etage weiter nach oben gerückt" sei und einen sehr markanten Singleframe-Kühlergrill in den Fahrtwind reckt. Gegen Aufpreis leuchtet es aus den schmalen Scheinwerfern in Matrix-LED-Technologie.

Mit dem Q3 – ein enger Verwandter von VW Tiguan und Skoda Kodiaq - bauen nunmehr alle Audi-SUVs auf dem Modularen Querbaukasten (MQB) des Volkswagen-Konzerns auf. Im Vorgängervergleich wächst der Q3 um knapp zehn Zentimeter und wird einen Tick breiter, während er sich um fünf Zentimeter niedriger auf den Asphalt duckt. Dass der Radstand um fast acht Zentimeter zugelegt hat, freut die Passagiere.

Ungewöhnlich: Beim SUV dominiert eigentlich der Diesel. Für den Q3 bietet Audi aber vorzugsweise Benziner an. © Hersteller

Mehr Platz, höhere Variabilität

Überhaupt, sagt Projektleiter Jochen Kappler, habe der Q3 jetzt auch Qualitäten als Familienauto vorzuweisen, der verbesserten Variabilität wegen. Zunächst einmal ist der Kofferraum um 215 Liter gewachsen, er bietet jetzt 530 bis 1525 Liter Fassungsvermögen auf. Außerdem lässt er sich bequem erweitern: Die Rücksitzlehnen sind im Verhältnis 40:20:40 umlegbar und außerdem in sieben Stufen neigungsverstellbar. Zudem rutscht die Fondsitzbank bei Bedarf um 15 Zentimeter nach vorn bzw. nach hinten. Schließlich rastet der Ladeboden in drei verschiedenen Höhen ein, darunter verschwindet bei Nichtgebrauch die Hutablage. Und natürlich öffnet bzw. schließt die Hecklappe sensorgesteuert per Fußkick, ein Service, den sich Audi allerdings extra bezahlen lässt.

Digitale Landschaften

Wie sehr der Einzug digitaler Landschaften das Raumgefühl in einem Auto verändert, lässt sich derzeit allerorten besichtigen. Auch im Q3. Rausgeflogen ist der auszuklappende Monitor des Vorgängers, rausgeflogen sind auch der ehedem so Audi-typische Dreh-Drückregler und die analogen Instrumente. Stattdessen sitzt schon im Basismodell ein digitales Kombiinstrument mit 10,25 Diagonale hinterm Lenkrad. Gegen entsprechendes Salär dient sich die erste Ausbaustufe des Virtual Cockpit an, unter anderem mit einem weiteren 8,8-Zoll-Display in der Mittelkonsole. Die Top-Ausstattung MMI Navigation plus erweitert diesen Touchscreen auf 10,1 Zoll und bietet ein Upgrade des erwähnten 10,25-Zoll-Kombiinstruments auf veritable 12,3 Zoll, zudem stellt sie die Online-Dienste von Audi Connect bereit. Die Befehlseingabe erfolgt über eine schlaue Sprachbedienung, die gegebenenfalls auch mit Rückfragen reagiert.

Ein Head-up-Display wird es übrigens nicht geben, im Virtual Cockpit seien die relevanten Infos ja bereits bestens dargestellt, heißt es.

Informationsaustausch von Audi zu Audi

Zurück zu den Online-Services, ohne die heutzutage kaum mehr was geht: Der entsprechend ausgerüstete Q3 umfährt Staus auf Basis von Echtzeit-Verkehrsinformationen, er liefert Infos zu verfügbaren Parkplätzen sowie zu deren Preisen und tauscht sich mit anderen Audi-Modellen über eventuelle Gefahrenstellen aus. Zudem gibt es auf Wunsch ein Hybridradio, das flugs auf Online-Stream umschaltet, wenn FM oder DAB abzureißen drohen.

Neues Raumgefühl: Was die Cockpitgestaltung und das Infotainment betrifft, setzt der Q3 auf Digitalisierung. © Hersteller

Serienmäßig schickt Audi sein Kompakt-SUV mit Kollisionsverhinderer und Spurverlassenswarnung auf die Straße, der Aufpreisliste ist neben einer 360-Grad-Topview-Kamera beispielsweise auch der adaptive Fahrassistent zu entnehmen, der die Funktionen von Abstandstempomat, teilautonomem Staufolgefahren und Spurführungsassistenten kombiniert.

Schwerpunkt Benziner

Wenn der neue Audi Q3 im November zum Händler fährt, wird er dem Kunden vier verschiedene Vierzylinder-Motorisierungen anbieten, allesamt beruhigen das Öko-Gewissen mit Euro 6d-Temp. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Benzinern, von denen es drei gibt:

Q3 35 TFSI, 1,5 l Hubraum, 110 kW/150 PS, automatische Zylinderabschaltung

Q3 40 TFSI, 2,0 l Hubraum 140 kW/190 PS

Q3 45 TFSI, 2,0 l Hubraum, 169 kW/230 PS

Daneben steht vorerst ein Zweiliter-Diesel bereit:

Q3 35 TDI, 2.0 l Hubraum, 110 kW/150 PS.

Der stärkere Q3 40 TDI mit 140 kW/190 PS folgt später nach. Ein Plug-in-Hybrid, sagt Audi, ist vorerst ebensowenig vorgesehen wie eine Mildhybrid mit 48-Volt-Bordnetz.

Start im Spätherbst: Im November fährt der Q3 zum Händler, die Preise beginnen wohl bei ca. 30.000 Euro. © Hersteller

Der Einstiegs-Benziner tritt als Fronttriebler auf, wahlweise verwaltet hier ein Sechsgang-Handschalter oder ein Siebengang-DSG (S-tronic) die Gänge. Die anderen Modellvarianten fahren grundsätzlich mit Allradantrieb und S-tronic vor.

Was der im ungarischen Györ gebaute Q3 kosten wird, darüber schweigt sich Audi noch aus. Schnäppchen sind die Modelle mit den vier Ringen aber noch nie gewesen, und auch im Falle des Kompakt-SUVs ist damit zu rechnen, dass der Preis als Euphorie-Bremse wirkt. Schon beim Vorgänger war unter knapp 30.000 Euro nichts zu machen, der Nachfolger dürfte sich nicht viel anders positionieren.

Ulla Ellmer

Audi Q3 in Kürze:

Wann er kommt: Im November 2018

Wen er ins Visier nimmt: BMW X1, Mercedes GLA, VW Tiguan, Skoda Kodiaq, Kia Sportage, Hyundai Tucson etc.

Was ihn antreibt: Benziner mit 150, 190 und 230 PS, Diesel mit 150 PS

Was er kostet: Vermutlich ab rund 30.000 Euro

Was noch folgt: Diesel mit 190 PS, RS Q3 mit 400 PS