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08.07.2018, 10:19

Im Fahrbericht: Die Version 1.6 DIG-T mit 163 PS

Nissan Qashqai: SUV als Benziner - bringt das was?

Das Auto mit dem zungenbrecherischen Namen ist auch für Nissan ein Überraschungserfolg gewesen. Über weite Strecken hinweg hat der Qashqai in Deutschland die Verkaufscharts der SUVs angeführt. Seit der Diesel in Verruf geraten ist, rückt auch für Crossover & Co. eine Benzinmotorisierung in den Mittelpunkt des Interesses. Wir haben uns deshalb den Qashqai 1.6 DIG-T näher angesehen, der von einem 1,6-l-Vierzylinder mit 163 PS angetrieben wird.

Nissan Qashqai
Nissan Qashqai: Mit knapp 4,40 Metern Länge reiht sich der Japaner ins Konkurrenzumfeld von VW Tiguan oder Skoda Kodiaq ein.
© Hersteller

Wie er aussieht: Mit 4,39 Metern Länge ist der Nissan Qashqai im Umfeld eines VW Tiguan oder Skoda Kodiaq unterwegs. Gegen deren taufrisches Design sieht der wuchtige Japaner nicht unbedingt alt aus, aber auch nicht gerade berückend modern, und schon gar nicht ist er ein auffälliges Gesicht in der Menge.

Wie er eingerichtet ist: Noch eher als dem Exterieur merkt man dem Interieur an, dass der Qashqai trotz eines jüngst erfolgten Facelifts schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat. Auf einem Analogcockpit statt durchgehend digitaler Instrumentierung beharren zwar auch andere noch. Aber im Falle des Qashqai fällt der Bildschirm in der Mittelkonsole verhältnismäßig klein aus. Zudem ist er von einer Vielzahl an Direkttasten umgeben, wie man sie heute nicht mehr oft vorfindet. Nach einem Head-Up-Display braucht der Kunde gar nicht erst zu fragen.

Die Generation der Digital Natives runzelt ob solcher innenarchitektonischer Hausmannskost kritisch die Stirn. Nicht vergessen darf man freilich, dass es auch Kunden gibt, die nur ungern auf der Suche nach bestimmten Schlüsselfunktionen durch die Menüführung eines Infotainmentsystems irrlichtern.

Nissan Qashqai Interieur
Interieur: Der Bildschirm ist von einer Vielzahl an Direkttasten umgeben.
© HerstellerZoomansicht

Immerhin aber sorgen Klavierlack und Chromapplikationen für ein schmuckes Ambiente, der Materialauswahl ist nichts vorzuwerfen, und es gibt jede Menge durchdachter Ablagen.

Wie viel Platz er hat: Die sattsam bekannten Vorzüge seiner Spezies - bequemer Einstieg, hohe Sitzposition, gute Übersicht und ein ebenso familien- wie reisetaugliches Platzangebot - hat sich auch der Qashqai in überzeugender Manier zu eigen gemacht. Seine Passagiere also bringt das Japan-SUV gut unter. Das gilt auch für die Hinterbänkler, und da nicht nur für diejenigen im Kindergartenalter. Der praktikabel ausgeformte Kofferraum mit seinem variablen Ladeboden hält 430 Liter Fassungsvermögen vor, die sich bis auf 1.585 Liter erweitern lassen. Allerdings muss man das Ladegut über eine relativ hohe Ladekante wuchten, und der Posten "elektrische Heckklappe" kommt in der Preisliste nicht vor.

Was ihn antreibt: Beim SUV ist in aller Regel der Diesel die erste Wahl gewesen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatten werden die Kunden aber auch vom Benziner in Versuchung geführt. Mit seinen 163 PS markiert der 1.6 DIG-T die stärkste Antriebsquelle für den Qashqai. Abgesehen von einer klitzekleinen Durchzugsschwäche ist diesem Topmotor nichts vorzuwerfen, er erweist sich in allen Fahrsituationen als tüchtiger Vortrieb und hat keine Mühe damit, die 1,4 Tonnen schwere Japan-Fuhre auf ebenso angemessene wie gepflegte Weise in Bewegung zu halten. Punktabzug gibt es für die Start-Stopp-Automatik, die sich beim Ampelstart schon mal "verschluckt".

Gut harmoniert der Qashqai 1.6 DIG-T mit der manuellen Sechsgangschaltung, die allerdings von knackigem Gebaren weit entfernt ist und etwas teigig wirkt. Wer nun den Einwand "nun ja, Automatik ist eh besser" vorbringt, sieht sich enttäuscht. Ausgerechnet der Spitzenmotorisierung bleibt ein solcher Schaltautomat nämlich vorenthalten.

Nissan Qashqai
Leider Fehlanzeige: Allradantrieb gibt es für den Qashqai 1.6 DIG-T ebensowenig wie Automatik.
© HerstellerZoomansicht

Wie er sich fährt: Fahrwerkstechnisch ist der Qashqai eher sportlich-straff abgestimmt. Das geht zu Lasten des Fahrkomforts, hier hätten wir uns das Nissan-SUV sanfter gewünscht. Allradantrieb? Fehlanzeige. Wie die Automatik bleibt auch 4WD dem Diesel vorbehalten. Das Aufgebot an teils gegen Extra-Salär diensttuenden Fahrassistenten ist zeitgemäß; der von Nissan eifrig beworbene "Safety-Shield" inklusive Müdigkeitserkennung, Einparkassistent, Bewegungserkennung, Querverkehrswarner und Totwinkel-Assistent kann allerdings nur für die Topversion "Tekna+" bestellt werden.

Was er verbraucht: Als Durchschnittsverbrauch errechneten wir 7,1 l/100 km. Für einen Benziner dieser Leistungsklasse ist das bestimmt nicht schlecht, aber doch eine Ecke vom Diesel-Standard entfernt.

Was er bietet: Den Qashqai gibt es in insgesamt fünf Ausstattungsstufen. Der 1.6 DIG-T ist allerdings erst ab zweiter Stufe "Acenta" erhältlich. Mit ihr erhält der Kunde schon ziemlich viele serienmäßige Mitbringsel, Klimaautomatik beispielsweise, elektrische Fensterheber, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, Einparkhilfe vorn und hinten, Radio-CD-Kombination mit Bluetooth, USB-Eingang und Digitalradio (DAB+), sowie das Fahrerassistenz-Paket aus Notbrems-Assistent mit Fußgängererkennung, Fernlicht- sowie Spurhalte-Assistent und Verkehrszeichenerkennung. Das Topmodell heißt Tekna+ und lässt ausstattungstechnisch kaum noch was vermissen: Ein Bose-Soundsystem befindet sich an Bord, außerdem Navi, Rückfahrkamera, Panorama-Glasdach, adaptive Voll-LED-Scheinwerfer und Ledersitze.

Nissan Qashqai Kofferraum
Klappe auf: Der gut ausgeformte Kofferraum hat einen doppelten Ladeboden und fasst 430 bis 1.585 Liter.
© HerstellerZoomansicht

Was er kostet: Als Acenta ab 27.000 Euro, als praktisch vollausgestatteter Tekna+ ab 34.700 Euro.

Was wir meinen: Der Nissan Qashqai ist ein solides SUV, das aus der Menge seiner Konkurrenten aber nicht in besonderem Maße heraussticht. Pluspunkte gibt es für den kräftigen Motor und die gute bis sehr gute Ausstattung, Minuspunkte für die etwas teigige Schaltung und - aber das ist Geschmackssache - recht straffe Fahrwerksabstimmung. Verbrauchstechnisch leistet sich der 1.6 DIG-T keinen Ausrutscher. Wer aber stets auf einen Diesel sozialisiert war, dem dürfte der Umstieg nicht ganz leichtfallen. Als wirklich erwägenswerte Alternative zu einem Selbstzünder wird der 1.6 DIG-T sowieso erst dann empfunden werden, wenn er auch die Optionen Allrad und Automatik bedienen kann.

Ulla Ellmer

Die Daten des Nissan Qashqai 1.6 DIG-T

Hubraum 1.618 ccm, Zylinder 4, Leistung 120 kW/163 PS bei 5.600/min, max. Drehmoment 240 Nm bei 2.000 - 4.000/min, Spitze 200 km/h, Beschleunigung 0 auf 100 km/h in 8,9 sec, Normverbrauch innerorts 7,4, außerorts 4,8, kombiniert 5,8 l S pro 100 km, Testverbrauch 7,1 l S/100 km, CO2-Emission 134 g/km, Schadstoffklasse Euro 6, Energie-Effizienzklasse C, Länge 4,39 m, Breite 1,81 m, Höhe 1,59 m, Kofferraum 430 bis 1.585 l, Leergewicht 1.390 kg, zulässiges Gesamtgewicht 1.900 kg, Zuladung 365 - 510 kg, Anhängelast 1.500 kg (gebremst), 695 kg (ungebremst). Tank 55 l. Manuelles Sechsganggetriebe, Frontantrieb. Versicherungs-Typklassen 16 (KH), 21 (VK), 22 (TK). Preis ab 27.000 Euro.

 

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