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30.04.2018, 14:59

Unterwegs mit dem Elektroauto

Nissan Leaf: Mehr Reichweite, mehr Leistung

Elektroautos gewinnen zunehmend an Reichweite - und damit an Alltagstauglichkeit. Eine Ausfahrt mit dem neuen Nissan Leaf führt zur Erkenntnis, dass der Blick nicht mehr beständig in Richtung Verbrauchsanzeige flackern muss. Man baut Vertrauen auf zu einem solchen Stromer. Und das lautlose Dahinzoomen ist eine feine Sache. Fehlt nur noch eine flächendeckende Versorgung mit Ladestationen.

Nissan Leaf
Nissan Leaf: Beim Ampelstart hängt er so manch anderes Auto locker ab. Die Praxisreichweite ist alltagstauglich.
© Hersteller

"Na klar würde ich mir demnächst ein Elektroauto kaufen, wenn ich da nicht so eingeschränkt wäre." So oder ähnlich äußern sich viele Autofahrer. In ersten Praxisberichten ist viel zu lesen über Batterien, denen vor allem im Winter nach relativer kurzer Strecke die Energie ausgeht. Und auch im Sommer mit Klimaanlage und anderen Stromverbrauchern gefahren, zeigen die Akkus der E-Autos bald Ebbe an. Die Erwartung der Käufer: 200, eher 300 Kilometer müsste der Stromer in jedem Fall schon schaffen.

250 Kilometer Praxis-Reichweite

Die Entwicklung schreitet voran. Nissan bringt jetzt die zweite Generation des Leaf auf den Markt. Die Versprechungen zur Reichweite klingen gut - um die 250 Kilometer sollen drin sein. Wir wollten es genau wissen und fuhren rund 150 Kilometer durch den Taunus und den Rheingau, über bergige Landstraßen, Stadt- und Ortsdurchfahrten, aber auch über die Autobahn A3. Nein, wir schlichen keineswegs und schonten den Leaf auch nicht in haarigen Kurven oder bei zügiger Fahrt (in der Spitze werden 144 km/h angegeben), fuhren aber vernünftig und - wie es heute üblich sein sollte - vorausschauend. Probierten auch mal den Sprint von Null auf Tempo 100 aus - in nur 7,9 Sekunden laut Werksangabe. Schielten auch nicht ängstlich auf Verbrauchsangaben im Monitor. Was uns dann aber doch verblüffte: Am Ende der Strecke zeigte die Reichweiten-Anzeige immer noch etwas mehr als 100 Rest-Kilometer an. Macht realistische 250 Kilometer!

Nissan Leaf
Anschlussstelle: Das Ladekabel dockt beim Nissan Leaf an der "Nase" an.
© HerstellerZoomansicht

Im genormten Mix fährt der Leaf nun dank fortschrittlicher 40 kWh-Batterie (Lithium-Ionen) sogar 285 Kilometer weit. In der ersten Generation waren es nur 122 km, dann 133 und schließlich 175 Kilometer - alle Werte auf die aktuelle WLTP-Norm umgerechnet. Das Plus von 133 Prozent beim Neuen kann sich im Alltag wirklich sehen lassen, genauso wie die um 38 Prozent höhere Leistung (jetzt: 110 kW/150 PS) und die 26 Prozent mehr Drehmoment (jetzt: 320 Newtonmeter). Mit diesen Werten konnten wir im Verkehrsalltag nicht nur gut mithalten, sondern bei der Beschleunigung, zum Beispiel beim Ampelstart, manchen anderen Autofahrer locker abhängen.

Das Bremspedal wird (fast) überflüssig

Was beim Leaf auffällt: Gleich auf den ersten Metern spürt man die deutliche Rekuperation, also das Zurückfließen von Strom in die Batterie, schon bei Gaswegnahme, die wie ein Bremsmanöver wirkt. Die Leute von Nissan haben nämlich schon vor unserer Abfahrt die Taste "E-Pedal" in der Mittelkonsole gedrückt. Die Einrichtung zwingt den Fahrer, einen neuen Fahrstil zu entwickeln nach dem Motto: Du brauchst kein Bremspedal! Wer richtig mit dem Gas-, sprich Strompedal, umgeht, kann an der Ortseinfahrt auf 50 km/h verzögern oder passend vor der Ampel anhalten - nur durch Lupfen des Fahrpedals.

Ansonsten ist nur wenig Umgewöhnung nötig: Auf Landstraßen macht sich die steife Karosserie und die zusätzliche Dämmung bemerkbar. Unebenheiten steckt der Leaf gut weg, auch wenn das Fahrwerk, wie bei vielen Stromern, etwas straff ausgelegt ist. Der niedrige Schwerpunkt durch die tief positionierten Batterien bewährt sich in haarigen Kurven. Im Gegensatz zu Verbrennern gleitet der Nissan fast lautlos dahin, die Fahrgeräusche sind gering, nur ab etwa 110 km/h sind Wind- und Abrollgeräusche zu hören.

Den Stress von Leaf-Fahrern kann der "Propilot" abbauen. Der sogenannte "Helfer im zähen Pendleralltag" hält die Spur, beschleunigt und bremst je nach Verkehrssituation. Besonders gut demonstriert er das speziell im Stop&Go-Verkehr und beim Kolonnenfahren auf der Autobahn. Das System ist neben der üblichen Vernetzung und den Fahrerassistenzsystemen (teilweise optional und unter anderem betrieben über Front- und Heckradar und Frontkamera) abhängig von der Ausstattungsstufe an Bord.

Nissan Leaf Cockpit
Kommandostand: So sieht es im Cockpit des Leaf aus.
© HerstellerZoomansicht

Preise ab 31.950 Euro - minus Bonus

Nissan sieht sich mit dem rein elektrischen Leaf in Deutschland gut aufgestellt. Seit der Markteinführung 2012 in Deutschland wurden mehr als 5.000 Einheiten verkauft. 2016 war das beste Verkaufsjahr. In diesem Jahr haben bereits 3.000 Kunden den neuen Leaf bestellt, der seit März ausgeliefert wird. Ab 31.950 Euro wird das E-Auto (in Weiß, der einzigen nicht aufpreispflichtigen Lackierung) angeboten, den Umweltbonus nicht eingerechnet. In der umfassend ausgestatteten Stufe "Tecna" kostet der Leaf 39.850 Euro.

Um Elektroautos noch attraktiver zu machen, ist es allerdings nötig, die Schnellladestationen an den Autobahn-Raststätten auszubauen. Ende 2017 gab es 1.600 Schnellladestellen in Deutschland, an denen die Stromer in 40 Minuten aufgeladen werden können - wie lange es dann die Batterie, die acht Jahre Garantie hat, aushält, ist allerdings eine andere Frage.

Ingo Reuss

Nissan Leaf in Kürze:

Wann er kommt: Ist bereits bestellbar

Wen er ins Visier nimmt: BMW i3, VW e-Golf, Hyundai Ioniq, Renault Zoe

Was er leistet: 150 PS

Wie weit er kommt: Nach Norm 285 km, in der Praxis ca. 250 km

Was er kostet: Ab 31.950 Euro minus Umweltbonus

 

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