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17.03.2018, 11:16

Die Arbeit am fliegenden Auto hat schon begonnen

Wenn Autos in die Luft gehen

Der heute zu Ende gehende Genfer Salon ist eine Automobilmesse und keine Flugshow. Dass in diesem Jahr dennoch zwei Fluggeräte ausgestellt wurden, lässt Schlüsse auf eine Zukunft zu, in der wir mit unseren Autos auch in die Luft gehen. Längst sind Start-ups dabei, die Vision vom fliegenden Auto zu verwirklichen. Nicht selten stecken große Automobilhersteller dahinter.

Volocopter 2X
Volocopter 2X: Das vollelektrische Lufttaxi lässt sich via App zum Landeplatz am Wohn- oder Bürogebäude bestellen.
© Volocopter

"Wir müssen groß denken", sagte Dorothee Bär unlängst im "heute journal". Es stelle sich doch die Frage, so die - damals noch designierte - Staatsministerin für Digitales, ob man in Zukunft die Möglichkeit habe, mit einem Flugtaxi durch die Gegend zu reisen. Die Häme, mit der diese Vision anschließend bedacht wurde, war groß. Doch solcher Spott ist ungerechtfertigt - die Arbeit am automobilen Luftikus hat bereits begonnen. Zu unterscheiden ist dabei zwischen Flugautos einerseits, die sich mit einem Fahrer respektive Piloten an Bord in die Lüfte schwingen und Taxidrohnen andererseits, die vollautonom den Luftraum durchkreuzen. Erste Exemplare der luftigen Art waren bereits auf dem diesjährigen Genfer Automobilsalon zu besichtigen. Dabei zeigt es sich, dass es keineswegs nur die Tüftler kleiner Start-ups sind, die sich mit dem Thema beschäftigen. Auch die großen Automobilhersteller wollen hier nichts verpassen.

Pop.Up Next
Pop.Up Next: Der Minicopter entstammt einer Kooperation zwischen Airbus und der Audi-Tochter Italdesign.
© Pop.UpZoomansicht

Fluggerät mit den vier Audi-Ringen

Beispiel Pop-up Next: Italdesign ist eine Tochter von Volkswagen, speziell von Audi, und hat in Kooperation mit Airbus schon auf dem Salon 2017 sein Fluggerät vorgestellt. Zentrales Element des Mobilitätskonzepts ist eine Passagierkapsel aus Karbonfaser, in der zwei Passagiere Platz finden. Normalerweise ist diese "Capsula" an ein Bodenmodul gekoppelt und somit als batteriebetriebenes Stadtwägelchen unterwegs. Bei Bedarf kann sich der Pop.Up Next aber auch in die Lüfte schwingen. In diesem Fall trennt sich die Kapsel von ihrer Bodengruppe und dockt stattdessen an ein Luftmodul an, das mit acht gegenläufigen Rotoren ausgestattet ist. Damit sind selbst Senkrechtstarts und -landungen möglich. Um den Modus Operandi selbst müssen sich die Passagiere nicht kümmern. Der Next fährt autonom und fliegt autonom, die Insassen können sich während der Fahrt beziehungsweise des Flugs entspannen oder der Arbeit per Laptop widmen. Das zukunftsweisende Mobilitätskonzept gleicht letztlich einem Fahrdienst á la Uber, allerdings erweitert um eine Lizenz für die Lüfte. Der Kunde plant und bucht seine Tour mithilfe einer App, dabei lassen sich auch Fahrgemeinschaften organisieren. Auch Einsätze im Rettungsdienst sind denkbar. Auf dem diesjährigen Salon trug der Next bereits die vier Audi-Ringe, auch das Design erinnert an die künftigen Elektroautos aus Ingolstadt. Mit einer Akkuladung soll der Minicopter rund 50 Kilometer weit kommen; wirklich in die Luft gegangen ist er indes noch nicht.

PAL-V Liberty
PAL-V Liberty: Das zweimotorige Flugauto kommt aus den Niederlanden. Es benötigt einen Piloten.
© PAL-VZoomansicht

Luftikus aus den Niederlanden

Ebenfalls in Genf vertreten war das niederländische Unternehmen PAL-V. Mit der "finalen Variante unserer Liberty schließt sich die Lücke zwischen Fiktion und Wirklichkeit", sagt Unternehmenschef Robert Dingemanse, und fügt vollmundig hinzu, dass die Niederlande in naher Zukunft wieder einen "bedeutenden Flugzeughersteller" haben werden. Die Liberty ist ein zweimotoriger Autocopter, der 500 km weit fliegen und maximal 1.300 km weit fahren kann. Allerdings benötigt das Flugauto einen Fahrer/Piloten, "zukunftsbegeisterte Kunden", so heißt es, würden bereits in Flugschulen rund um den Globus trainieren. 2019 sollen die ersten Exemplare der Liberty ausgeliefert werden, Vorbestellungen sind via Internet möglich. Die feine "Pioneer Edition" kostet 499.000 Euro, die schlichtere "Sport Edition" kommt auf 299.000 Euro.

Toyota fliegt in die Zukunft

Wie Audi streckt auch Toyota die Fühler respektive Rotoren in eine flugfähige Zukunft aus. Cartivator nennt sich eine Toyota-Tochter, deren Vision es ist, bis 2050 eine Welt zu erschaffen, in der jeder zu jeder Zeit und überall hin fliegen kann. Wichtig sei es dabei, dass zum Abheben keine Startbahn benötigt werde. Das 2,90 Meter kurze SkyDrive Flying Car ist ein einsitziges Wägelchen, in dem der Fahrer wie in einem Liegefahrrad und unter einer Plexiglaskuppel untergebracht ist. Zum Zwecke des Abflugs klappen blitzschnell vier Propeller aus. Seine Feuertaufe soll das Flying Car bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio bestehen, dann - so die buchstäblich abgehobene Idee - könnte der Pilot aus der Kanzel heraus das Olympische Feuer entzünden. Die Fluggeschwindigkeit beträgt bis zu 150 km/h, über die Straße flitzt das skurrile Gefährt mit einer Topspeed von 100 km/h. Als maximale Flughöhe gibt Cartivator zehn Meter an.

Daimler fliegt zweigleisig

Terrafugia TF-X
Terrafugia TF-X: Auf der Straße klappt er seine Flügel weg. Dann passt er in die Garage.
© TerrafugiaZoomansicht

Daimler fährt beziehungsweise fliegt zweigleisig in eine luftige Zukunft. Zum einen hat sich der Konzern an dem Bruchsaler Start-up Volocopter beteiligt, das mit seinem Senkrechtstarter 2X schon ziemlich weit ist. Der vollelektrische Multicopter mit 18 Mini-Rotoren hat bereits eine Zulassung für bemannte Flüge und ist auf Testflügen im diesbezüglich sehr aufgeschlossenen Emirat Dubai unterwegs. Der Personen- beziehungsweise Warentransport (dann mit einer Cargoversion) erfolgt praktischerweise autonom, die Kundschaft kann sich das Lufttaxi per App bestellen. Auch eine Steuerung per Joystick ist machbar. Allerdings sind nur 27 Kilometer Flugstrecke möglich.

Daneben haben sich für Daimler über den neuen chinesischen Großaktionär Geely verwandtschaftliche Bande zum Start-up Terrafugia ergeben. Der Name bedeutet bezeichnenderweise "Flucht von der Erde". Der zukunftsvisionäre TF-X ist keine Drohne, sondern ein klassisches Flugauto und sieht auch so aus - in der Luft wie ein Auto mit eingezogenem Räderwerk und flügeltürähnlichen Tragflächen, an deren Spitzen kleine Propeller sitzen. Der Wechsel zwischen Flug- und Fahrmodus nimmt weniger als eine Minute in Anspruch. Angetrieben wird der TF-X via Verbrennungsmotor, nur der (vertikale) Start und die Landung laufen elektrisch ab. Der TF-X erreicht eine Reichweite von 800 km und ist bis zu 320 km/h schnell. Mit eingeklappten Flügeln soll er in eine normale Garage passen. Preise sind noch nicht bekannt, werden sich aber - so heißt es bei Terrafugia - in der Höhe dessen bewegen, was ein Highend-Luxusauto kostet. Für den Bodenbetrieb genügt ein normaler Pkw-Führerschein, eine Fluglizenz ist nicht nötig: Die Planung und Programmierung des Flugs erfolgt noch am Boden, von Start bis Landung ist der TF-X dann autonom unterwegs.

ule

Auch Audi, Daimler und Toyota sind am Flugauto dran
So machen Autos den Abflug
Terrafugia TF-X
In höheren Sphären

Für Daimler haben sich über den neuen chinesischen Großaktionär Geely verwandtschaftliche Bande zum Start-up Terrafugia ergeben, das am TF-X arbeitet.
© Terrafugia

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