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11.11.2017, 11:24

Aus für manche Modelle - Elektrische Pläne - Neuheiten in Sicht

Opel: Wie geht's jetzt weiter?

Am vergangenen Donnerstag hat Opel bekanntlich seinen Zukunftsplan "Pace" vorgestellt, mit dem das unter die Ägide von PSA (Peugeot Citroen) geratene Unternehmen zurück in die Gewinnzone fahren will. Die Angestellten haben bereits mit Erleichterung zur Kenntnis genommen, dass bei den Arbeitsplätzen zumindest vorerst kein Kahlschlag droht. Was aber bringen die neuen Zeiten für die Opel-Kunden? Welche Modelle bleiben, welche müssen gehen, welche kommen? Ein Publikumsliebling nimmt seinen Abschied - und ein zukunftsfähiger Hoffnungsträger muss unmittelbar nach dem Start aufgeben.

Opel-Design
Große Pläne: Opel will in Zukunft stark auf Elektrifizierung setzen - und auf Synergien mit der neuen Mutter PSA.
© Hersteller

"Pace" ist ein Begriff aus dem Rennsport und hat mit Tempo zu tun. Bei Opel steht er über dem neuen Zukunftsplan und wird wie folgt aufgedröselt: Das P meint Performance, also Leistung, das A steht für Agility und Accountability (Verantwortlichkeit), das C für Collaboration (Zusammenarbeit) und das E für Enablement (Befähigung) sowie Empowerment (Ermächtigung, Stärkung). Aha. Das klingt schon mal ambitioniert. Und tatsächlich will, ja muss Opel-CEO Michael Lohscheller mit "Pace" die hohen Erwartungen erfüllen, die PSA-Chef Carlos Tavares - als harter Sanierer berüchtigt - an die jüngst adoptierte Rüsselsheimer Tochter stellt. Zurück in die Gewinnzone, und zwar zack-zack - so lautet die Marschroute. Seit 1999 hat Opel keinen Gewinn mehr geschrieben und sich beständig in den roten Zahlen aufgehalten.

Was passiert mit Rüsselsheim?

Das geographische Herz Opels bleibt nicht nur als Produktionsstandort erhalten. Künftig werden dort alle neuen Modelle von Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall entwickelt. Rüsselsheim wird zum globalen Technik-Kompetenzzentrum des PSA-Konzerns, in dem an der Entwicklung von Brennstoffzellen, Assistenzsystemen und am autonomen Fahren gearbeitet wird.

Michael Lohscheller
Unter Erfolgsdruck: Opel-CEO Lohscheller mit dem Grandland-X, der bereits PSA-Technologie nutzt.
© OpelZoomansicht

Wie viel Opel bleibt im Opel?

Nicht mehr allzu viel. Bis 2024 soll die gesamte Modellpalette auf PSA-Architektur umgestellt werden. Die Anzahl der Plattformen wird von derzeit neun auf künftig zwei reduziert. Das ist zum einen CMP (Compact Modular Platform) für Kleinwagen, beispielsweise also den Peugeot 208 und den nächsten Opel Corsa. Zum anderen EMP2, die als Basis für die kompakten Peugeot-Modelle von 308 bis 5008 dient. Auch die Zahl der Antriebsfamilien wird stark eingekürzt, von zehn auf vier. Erste "Peugopels" gibt es schon, die jüngst vorgestellten Opel-Crossover Crossland X und Grandland X nutzen bereits PSA-Technik.

Welche Modelle müssen gehen?

Die Umstellung auf PSA-Technik bedeutet gleichzeitig, dass sich Opel von den Plattformen seines vormaligen Eigners General Motors verabschiedet, schon allein, um keine Lizenzgebühren zahlen zu müssen. Manche Modelle (Corsa, Astra, Insignia) bekommen dennoch einen Nachfolger, der statt GM-Erbgut dann das von PSA in sich trägt. Andere Fahrzeuge aber sagen leise "Servus". Zum Beispiel der Publikumsliebling Mokka-X. Erstens ist er ein GM-Produkt (baugleich aufgelegt mit Buick Encore und Chevrolet Trax). Außerdem ist er nicht elektrifizierungsfähig. Ein Nachfolgemodell wird also nicht entwickelt, wenn die jetzige Generation ausläuft, ist Schluss.

Auch den Ampera-e - ein Schwestermodell des Chevrolet Bolt - trifft der Bannstrahl. Eigentlich sollte der bezahlbare Stromer mit seiner 380-km-Reichweite die elektrische Zukunft von Opel einläuten. Bei der Vorstellung des Zukunftsplans war er Opel-CEO Lohscheller indes keine Erwähnung mehr wert, zu kaufen ist er praktisch nicht gewesen. Schon im Vorfeld hatte PSA-Chef Tavares kritisiert, dass der Ampera-e "rote Tinte" schreibe.

Opel Mokka-X
Sagt in ein paar Jahren leise "Servus": Vom Opel Mokka-X wird es keinen Nachfolger geben.
© HerstellerZoomansicht

Welche Modelle kommen neu?

Bis 2020 sollen insgesamt neun neue Opel-Modelle vorfahren, die in Eisenach und Rüsselsheim produziert werden. Schon für 2018 ist die nächste Generation des Hochdach-Kombis Combo angekündigt. Das aktuelle Modell ist noch ein Bruder des Fiat Doblo, das nächste teilt sich die PSA-Plattform mit Peugeot Partner und Citroen Berlingo. 2019 kommt der neue Corsa, eng verwandt mit dem Peugeot 208. Außerdem ist für 2019 ein neues Modell im D-Klasse-Segment geplant, vermutlich der Nachfolger des Insignia, von dem wohl ein Crossover/SUV abgeleitet wird, der dann in Eisenach gebaut wird. 40 Prozent der künftigen Modellpalette sollen auf SUVs entfallen.

Wie elektrisch wird Opel?

Sehr. Bis 2020 sollen vier neue elektrifizierte Modelle auf den Markt kommen, bis 2024 in jeder Baureihe ein solches Fahrzeug bereitstehen. Elektrifiziert heißt freilich nicht rein elektrisch, hier muss man unterscheiden. Auch Hybride und Plug-in-Hybride fallen unter das Schlagwort. Der Grandland X PHEV ist ein solcher Teilzeitstromer, er wird die Plug-in-Technologie des Peugeot 3008 nutzen. Ab 2019 soll in Eisenach ein Elektro-SUV gebaut werden, auch vom nächsten Corsa wird es einen batterieelektrischen Ableger geben. Ex-Opel-Chef Karl-Thomas Neumann hatte das Unternehmen noch zur reinen Elektromarke umstrukturieren wollen.

Opel Ampera-e
Keine Zukunft: Opel setzt auf Elektromobilität - aber nicht mit dem Ampera-e.
© HerstellerZoomansicht

Werden Opel-Modelle teurer?

Michael Lohscheller hat zumindest wissen lassen, dass die Fahrzeuge künftig "höher positioniert" werden sollen. Das bedeutet auch, dass sie nicht im bisherigen Maße als Eigenzulassungen verramscht werden. Zuletzt hatten diese Eigenzulassungen bei über 40 Prozent gelegen.

Wie polyglott wird Opel?

Mehr als bislang. Auch außerhalb Europas will man künftig Autos verkaufen. Bis 2022 sollen über 20 neue Exportmärkte bedient werden, darunter China und Brasilien. In China war Opel bereits bis 2015 präsent. Unter GM-Ägide hatten sich die Rüsselsheimer zuletzt auf Europa begrenzen müssen.

Die Zielsetzung von "Pace" ist es, zurück in die schwarzen Zahlen zu fahren. Ab 2020 soll Opel zwei Prozent Marge erreichen, 2026 dann schon sechs Prozent. Das ist der Bereich, in dem sich PSA bereits heute bewegt. Um das Ziel zu erreichen, sollen Synergieeffekte bemüht werden, aber auch Sparmaßnahmen greifen. Sie betreffen unter anderem Vertrieb, Forschung und Entwicklung, Marketing, IT und die Ausgaben für Dienstreisen.

ule

 

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