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13.09.2017, 18:32

Rundgang über die Internationale Automobil Ausstellung

IAA 2017: Ja zum Elektroauto - und zum Diesel

Einige Hersteller sind der diesjährigen IAA zwar ferngeblieben. Die anderen - und da speziell die deutschen Marken - fahren aber das volle Glamour-Programm auf. Nach den turbulenten, vom Abgasskandal gekennzeichneten letzten Jahren bekennen sie sich zur Elektromobilität, liefern jedoch gleichzeitig ein klares Bekenntnis zum Diesel ab.

Opel Insignia GSi
Opel Insignia GSi: Das sportliche Topmodell kommt als Kombi und Limousine, es leistet 210 bzw. 260 PS.
© ule

Was ist seit der letzten IAA vor zwei Jahren nicht alles passiert: Im September 2015 war Diesel-Gate gerade erst ruchbar geworden, niemand dachte ernsthaft daran, Autos mit Selbstzündermotorisierung aus den Innenstädten auszusperren. Für Volkswagen-Chef Martin Winterkorn war "Rücktritt" noch ein Unwort, und auch seine Kollegen aus den automobilen Vorstandsetagen durften sich in jener Wertschätzung sonnen, die der Vorzeigesparte der deutschen Industrie damals noch zukam.

Im Frühherbst 2017 ist vieles anders geworden. Der Diesel gilt als Schmuddelkind und ist von Fahrverboten bedroht, die von Abgasskandal und Kartellverdacht in ihren Grundfesten erschütterterte Branche gibt sich demutsvoll. "Es ist Vertrauen verlorengegangen", sagt etwa Daimler-Chef Dieter Zetsche, "das bedaure ich sehr". Auch der Volkswagen-Vorstandsvorsitzende Matthias Müller bekennt, dass man "Vertrauen der Kunden" zurückgewinnen müsse. "Die Zeiten, in denen sich unsere Branche hier in Frankfurt selbst gefeiert hat, sind vorbei".

Halle 6 bleibt leer

Etliche Marken haben der IAA 2017 eine Absage erteilt, Mitsubishi, Volvo, Nissan und Infiniti, Peugeot und DS, ebenso Fiat Chrysler mit seinen Marken Alfa, Lancia, Abarth und Jeep. Auch Tesla, Rolls Royce und Aston Martin sind nicht gekommen. "Wann gab's denn das schon mal?" fragt ein Medienvertreter beim Blick in die leere Halle 6 des Frankfurter Messegeländes.

BMW Z4 Concept
BMW Z4 Concept: Der Roadster soll 2018 serienfertig sein. Er ist baugleich mit dem künftigen Toyota Supra J29.
© uleZoomansicht

Jene Hersteller, die der IAA auch in diesem Jahr die Treue halten, fahren aber das volle Glamour-Programm auf. Es ist ganz große Showtime in Frankfurt. Als diesjährigen Trend glauben viele Beobachter erkannt zu haben, dass die Branche endlich die Elektromobilität für sich entdeckt hat. Da scheinen sie allerdings beim Pariser Salon 2016 nicht genau hingesehen zu haben. Schon im Oktober letzten Jahres hat Mercedes mit "EQ" und VW mit "I.D." je eine spezielle Submarke für Elektromodelle eingeführt. In Frankfurt 2017 führt man diesen Weg nur konsequent fort.

Konsequent in eine elektrische Zukunft

So hat VW-Chef Matthias Müller angekündigt, dass bis 2025 jedes vierte Fahrzeug aus dem Volkswagen-Konzern elektrisch fahren wird, bis dahin sollen 50 neue E-Mobile und 30 Plug-in-Hybride auf den Markt kommen. Für die Industrialisierung der Elektromobilität will man über 20 Milliarden Euro bereitstellen. Ähnlich entschlossen zeigt sich Daimler-Chef Dieter Zetsche: "Bis 2022 werden wir das gesamte Mercedes-Portfolio elektrifizieren und unseren Kunden in jeder Baureihe mindestens eine elektrifizierte Alternative anbieten", sagt er. "Wir planen hier mit mehr als 50 elektrifizierten Fahrzeugvarianten". Zehn Milliarden Euro sollen in den nächsten Jahren in den Ausbau der Elektroflotte fließen.

Mercedes EQA
Mercedes EQA: So könnte eine elektrische A-Klasse aussehen. Die Studie leistet rund 272 PS.
© uleZoomansicht

Tatsächlich serienreif ist im Augenblick aber noch keiner der Zukunfts-Stromer. Der SUV-Coupé-Crossover I.D. Crozz, den VW auf der IAA vorstellt, soll 2020 auf den Markt kommen, zeitgleich mit dem in Golf-Größe erstellten kompakten I.D und dem gleichfalls kompakten Mercedes EQA. Skoda Vision E oder Audi Aicon besitzen vorläufig reinen Studiencharakter, ebenso wie das elektrische Gran Coupé von BMW, das - ausgestattet mit 600 km Reichweite - vorläufig den Namen "i Vision Dynamics" trägt und zum eventuellen Marktstart 2021 "i5" heißen könnte. Immerhin soll schon 2019 der Elektro-Mini auf den Markt kommen, der auf der IAA noch als Concept Car zu sehen ist. Und Jaguar will als Vorreiter 2018 sein vielversprechendes Elektro-SUV "i-Pace" auf den Markt bringen - das im Übrigen auch schon im letzten November debütiert hat, auf der Autoshow von Los Angeles. Mit der Jaguar i-Pace e-Trophy haben die Briten in Frankfurt eine neue Markenpokal-Rennserie für Elektroautos vorgestellt. Aufhorchen ließ zudem Daimler-CEO Zetsche mit der Ankündigung, die Kleinstwagenmarke Smart bis 2020 zum reinen Anbieter von Elektroautos umstrukturieren zu wollen.

Diesel verbessern statt verbieten

Gleichzeitig liefert die Branche aber auch ein klares Bekenntnis zum Diesel ab. "Es lohnt sich, den modernen Diesel zu verbessern statt ihn zu verbieten", sagt Zetsche. "Wir brauchen ihn zur Erreichung unserer Klimaziele durch weniger CO2 im Straßenverkehr". Ähnlich äußert sich Volkswagen-Chef Müller: "Der moderne Diesel ist nicht das Problem, sondern Teil der Lösung". In Frankfurt feiern zahlreiche neue SUVs Premiere, eine verhältnismäßig durstige Fahrzeuggattung, für die der Selbstzünder noch immer die erste Wahl bei der Motorisierung ist. Viel hängt daher davon ab, ob der Diesel aus dem Image-Tief herauskommt. Der Volkswagen-Konzern zeigt das kompakte SUV-Trio VW T-Roc, Skoda Karoq und Seat Arona, Hyundai den Kona, Kia den baugleichen Stonic, Citroen den C3 Aircross, Dacia den renovierten Duster, BMW den neuen X3, Opel den Grandland X (der auch als Plug-in-Hybrid kommen wird), Jaguar den E-Pace, Porsche die Neuauflage seines Dickschiffs Cayenne und BMW die Konzeptstudie eines künftigen X7.

Während sich im Falle dieser Modelle die Investition in einen Diesel lohnt, der aufwendig mit Hilfe von SCR-Kat und AdBlue bereinigt wird, sieht die Sache bei Kleinwagen anders aus. Den eben erst vorgestellten neuen Seat Ibiza gibt es noch mit Kennzeichen D. Bei der nächsten Generation, sagte Seat-Vorstandsvorsitzender Luca de Meo in Frankfurt, werde man aber wohl eher auf Hybridisierung setzen.

Sportliche PS-Boliden

Eine Automesse lebt auch von der Faszination der dort ausgestellten Boliden, und daher mag sich die Messe in dieser Hinsicht kein Defizit nachsagen lassen. Mercedes-AMG sorgt mit dem über 1000 PS starken Hypercar "Project One" für Furore, das Formel-1-Star Lewis Hamilton publikumswirksam auf die Bühne gefahren hat. BMW zeigt den von einer 600 PS starken 4,4-l-V8-Maschine befeuerten M5, Audi den 450-PS-Renner RS4 Avant und den 540-PS-Sportler R8 RWS. Ferrari fährt das Cabrio Portofino vor, unter dessen Haube ein V8 die Power von 400 PS entfaltet. Und selbst die Kleineren zeigen Muskeln: Der Hyundai i30N ist ein Golf-GTI-Jäger mit bis zu 275 PS, der Seat Leon Cupra R mit 310 PS rühmt sich, der stärkste Serien-Seat aller Zeiten zu sein, und bei VW ist ein feuerrotes Exemplar des 200-PS-Kraftzwergs Polo GTI zu bestaunen.

Wey XEV
Wey XEV: Die Chinesen zeigen diese Studie eines autonom fahrenden Crossovers.
© HerstellerZoomansicht

Die Chinesen springen ein

In jene Bresche, die verschiedene Marken mit ihrer Abwesenheit geschlagen haben, springen die Chinesen ein. Wey ist die Premium-Tochter von Great Wall und seit zwei Jahren im Reich der Mitte aktiv. Nach Frankfurt hat man die durchaus reputierliche und autonom fahrende Studie XEV sowie die Crossover VV5 und VV7 nebst des Plug-in P8 mitgebracht. Zu haben ist davon in Deutschland noch nichts, man wolle zunächst einmal nur "Präsenz zeigen", heißt es. Auch James Hope, der kanadische Designchef von Chery, sagt, dass man die Möglichkeiten des europäischen Markts "vorläufig ausloten" wolle. Der Exeed ist ein marktreifes SUV, von dem auch Versionen mit Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und reinem Elektroantrieb kommen sollen. Das zu Beiqui Foton Motor gehörende Unternehmen Borgward wiederum plant seinen Marktstart in Deutschland noch für dieses Jahr. Erste Exemplare des BX7 sollen im vierten Quartal an die Kunden ausgeliefert werden. Das bildschöne Isabella Concept - eine Elektro-Studie - ist hingegen nur eine designtechnische Fingerübung.

Um die Besucher trotz eines gewissen Ausstellerschwunds gen Frankfurt zu locken, fährt die IAA 2017 ein buntes Rahmenprogramm außerhalb der Messehallen auf. Jaguar lässt im Freigelände schon Kinder von elf bis 17 Jahren ans Steuer, auch Hyundai bietet den Kids die Möglichkeit, einen "Kinder-Führerschein" zu machen, für die Großen gibt es eine Geländewagen-Teststrecke und die Möglichkeit diverser Probefahrten. Die IAA ist vom 16. bis zum 24. September für das Publikum geöffnet. Was die Besucher erwartet, zeigt unsere Bilderstrecke:

Ulla Ellmer

Die Highlights der Frankfurter Autoshow
Messerundgang über die IAA
Skoda Karoq
Skoda Karoq

Das kompakte SUV Karoq folgt dem Yeti nach. Vorerst erfolgt der Einstieg bei 24.300 Euro. Das Basismodell zu etwa 21.000 Euro kommt später.
© ule

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