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10.09.2017, 09:28

Die Frankfurter Autoshow leidet unter Ausstellerschwund

IAA: Dabei sein ist nicht alles

Vom 14. bis zum 24. September öffnet die Internationale Automobil Ausstellung in Frankfurt ihre Pforten. Eine ganze Reihe von Herstellern hat der Show aber bereits eine Absage geschickt. Automessen scheinen ihre große Zeit hinter sich zu haben. Möglicherweise werden sie zum Auslaufmodell.

BMW X7i Performance Concept
Wuchtbrumme von BMW: Das X7i Performance Concept gibt einen Ausblick auf die Serienversion des Siebensitzers.
© Hersteller

Die Internationale Automobil Ausstellung in Frankfurt ist das Auto-Ereignis des Jahres. Dabei sein ist also alles - sollte man meinen. Die Wirklichkeit sieht aber anders aus. Eine ganze Reihe von Herstellern glaubt, auf die IAA verzichten zu können. Die Messe leidet unter akutem Ausstellerschwund. Tesla, der Elektro-Pionier aus Kalifornien, bleibt fern, ebenso Fiat Chrysler mit seinen Marken Alfa, Fiat, Lancia, Abarth und Jeep. Mitsubishi kommt ebensowenig wie Nissan mitsamt seiner Edel-Tochter Infiniti. Auch Rolls Royce und Aston Martin haben beschlossen, das Frankfurter Parkett zu meiden. Aus dem PSA-Konzern sind einzig Citroen und Opel präsent (die Rüsselsheimer haben hier schließlich ein Heimspiel), Peugeot und der Nobel-Ableger DS hingegen haben der Messe eine Absage erteilt. Und Volvo verfolgt schon seit geraumer Zeit die Politik, nur eine Auto-Ausstellung je Kontinent zu besetzen. In Europa ist dies der Genfer Automobilsalon. Genf findet im Frühjahr statt, zu Beginn des Autojahres also, ein idealer Zeitpunkt, um seine Neuheiten zu präsentieren. Der Frankfurter Termin im September liegt da wesentlich ungünstiger.

Mercedes-Maybach Vision 6 Cabriolet
Das Mercedes-Maybach Vision 6 Cabriolet ist ein zweisitziger Edel-Luftikus mit Elektroantrieb und 750 PS.

Der Genfer Salon ist attraktiver

Für die teuren Edelmarken wie McLaren oder Rolls Royce bietet Genf noch einen weiteren Vorteil. Am Lac Leman ist viel superreiches Publikum unterwegs, häufig werden Kaufverträge gleich an Ort und Stelle unterzeichnet. Auch in dieser Hinsicht kann Frankfurt nicht mithalten.

Für die deutschen Automobilhersteller stellt die IAA zwar einen Pflichttermin da. Deshalb sind sie auch alle da - Mercedes, BMW, der Volkswagen-Konzern mit seinen Marken von Audi über Skoda bis hin zu VW. Während Audi bislang stets einen Auftritt im eigenen "Pavillon" inszeniert hat, der eigentlich einer kleinen Messehalle gleichkam, gliedert man sich 2017 aber bescheiden in die Ausstellungsfläche des VW-Konzerns ein.

Dass Automobilausstellungen womöglich zum Auslaufmodell werden, ist ein Trend, der sich bereits im vergangenen Jahr in Paris abgezeichnet hat. Beim Salon an der Seine fehlten gleich sechs große Namen - neben Ford und Mazda auch Volvo, Lamborghini, Rolls Royce und Aston Martin. Dass in Frankfurt chinesische Hersteller - Borgward (ja, schon richtig), Chery und Wei - einspringen, wird das Fehlen der etablierten Marken nicht aufwiegen.

Teurer Messeauftritt

Ein Messeauftritt ist teuer. Faktoren wie ein repräsentativer Stand, die Standmiete, der Aufwand fürs Personal und auch die zu Messezeiten horrenden Hotelkosten addieren sich für einen großen Hersteller schnell zu einem Betrag in Höhe von 50 bis 60 Millionen. Selbst kleinere Hersteller müssen in Frankfurt, Shanghai oder Paris beinahe mit einer zweistelligen Millionensumme rechnen. Viele Marken investieren ihr Geld da lieber in neue (digitale) Marketingkanäle beziehungsweise in eigene Events, bei denen sie sich die Aufmerksamkeit des Publikums und der Medien nicht mit der Konkurrenz teilen müssen. Oder aber - das Auto ist bekanntermaßen längst zum rollenden Computer geworden - sie besetzen statt klassischer Automobilausstellungen Messen wie die Consumer Electronics Show CES in Las Vegas oder die Cebit in Köln.

Chery-SUV
Kompakt-SUV von Chery: Viele etablierte Hersteller fehlen auf der IAA. Dafür kommen die Chinesen.
© HerstellerZoomansicht

Wie viele Besucher kommen?

Dass die Automobilindustrie derzeit ein massives Imageproblem hat, dürfte die Situation für die IAA nicht verbessern. Man darf gespannt sein, ob Abgasskandal, Diesel-Diskussion und Kartellverdacht auch insofern Spuren hinterlassen haben, als das Publikum in geringerer Zahl gen Frankfurt pilgert. Die Messlatte liegt hoch. Vor zwei Jahren - als "Diesel-Gate" gerade erst ruchbar geworden geworden war und VW-Chef Martin Winterkorn noch fest im Sattel zu sitzen schien, in einer anderen Zeit also - verzeichnete die Autoshow über 930.000 Besucher.

Am 14. September wird Bundeskanzlerin Angela Merkel die IAA wie gewohnt eröffnen. Doch für die anwesenden Automobilmanager dürfte der Messeauftritt kein glanzvoller werden. Vielmehr müssen sie damit rechnen, dass ihnen Skepsis und tiefes Missfallen entgegenschlagen. Ob die 67. IAA zum "Event der Superlative" wird, wie es der VDA prognostiziert, bleibt da erst einmal abzuwarten.

ule

Die IAA findet vom 14. bis zum 24. September 2017 auf dem Frankfurter Messegelände statt. Für das breite Publikum ist sie ab dem 16. September täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Bei Online-Erwerb kostet das Tagesticket Werktag 12 und das Tagesticket Wochenende 14 Euro, an der Kasse sind jeweils 2 Euro mehr zu bezahlen. Ermäßigte Tickets (Schüler, Studenten, Azubis etc.) kommen auf 7,50 Euro. Die Zufahrt zu Parkplätzen ist ab den relevanten Autobahnausfahrten ausgeschildert, von der Anfahrt via Navi wird abgeraten. Für Bahnreisende gibt es ein DB-Veranstaltungsticket ab 49,50 Euro. Vom Hauptbahnhof (wo auch Fernbusse halten) bis zur Messe sind es zu Fuß ca. 15 Minuten. Flixbus gewährt IAA-Besuchern zehn Prozent Rabatt. www.iaa.de

Internationale Automobil Ausstellung in Frankfurt
Ausblick auf die IAA
Smart Vision EQ
Robotertaxi mit Elektroantrieb

Mit dem Vision EQ weist Smart in die Zukunft: Der Stadtfloh fährt nicht nur elektrisch, sondern auch autonom und lässt sich insofern als Robotertaxi einsetzen.
© Hersteller

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