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21.07.2017, 16:48

Neue Motoren, beginnende Elektrifizierung, Wellness-Oase

Mercedes S-Klasse: Der Souverän an der Spitze

Die Mercedes S-Klasse ist noch immer das Maß aller Dinge unter den Luxuslimousinen. Was die weltweiten Verkaufszahlen betrifft, so kann ihr weder der 7er BMW noch der Audi A8 das Wasser reichen. Die Kundschaft im Segment ist anspruchsvoll, deshalb wurde das Stuttgarter Flaggschiff jetzt auf die Höhe der Zeit gebracht. Mit neuen Motoren und der Zuwendung zum Reihen-Sechszylinder, mit 48-Volt-Bordnetz und einem Wellness-Programm für (fast) alle Sinne. Das ausführliche Update kommt zur rechten Zeit, denn die Konkurrenz schläft nicht.

Mercedes S-Klasse
Mercedes S-Klasse: Seit 1972 ist sie die weltweit meistverkaufte Luxuslimousine. Ein Drittel der Produktion geht nach China.
© Hersteller

Die Krone der Schöpfung im Reich der S-Klasse ist der Zwölfzylinder S 650. China macht da noch mehr draus und nennt ihn S 680. Das hat aber nichts mit Hubraum oder Leistung zu tun. Vielmehr gilt die Acht im chinesischen Kulturkreis als Glückszahl, relevant für die Aussicht auf ein Dasein in Reichtum und Wohlstand.

Mercedes hat die S-Klasse auch ohne zahlentechnische Wortklauberei Glück gebracht. In ihrer Ahnengalerie finden sich Staatskarossen wie der Adenauer-Mercedes 300, die erste offizielle S-Klasse fuhr 1972 ins Blickfeld der betuchten Kundschaft. Auch aktuell gilt sie als meistverkaufte Luxuslimousine weltweit.

Jetzt hat sie ein grundlegendes Update erfahren. Modellpflege? Weit mehr als das, sagt Entwicklungsvorstand Ola Källenius: "Hier ist von einem ganz neuen Auto die Rede". Zu sehen ist das nicht unbedingt, Kenner verifizieren das aktualisierte Modell aber an der neuen Kühlerverkleidung, an den drei "Lichtfackeln" in Kombination mit den ultrahellen Multibeam-LED-Scheinwerfern und den LED-Heckleuchten mit Schlusslicht in Kristalloptik.

Mercedes S-Klasse
Luxuslimousine mit Muskeln: Die AMG-Version S63 verfügt über einen 612 PS starken V8-Biturbo.
© HerstellerZoomansicht

Downsizing und Elektrifizierung

Noch sind die Verkaufszahlen der S-Klasse glänzend, und doch stellt sich die Frage, inwieweit Limousinen dieser Größenordnung zeitgemäß bleiben können. Downsizing ist die eine Antwort, Elektrifizierung eine weitere. "Wir denken, dass die Zeit reif ist für sechs statt acht Zylinder", sagt Entwicklungsleiter Hermann-Joseph Storp, und Motorenentwickler Oliver Vollrath stellt fest, dass die Grenzen zwischen Verbrennungs- und E-Motor immer mehr verwischen. Dem trägt auch das Motorenprogramm der S-Klasse Rechnung. Unter ihrer Haube sitzen jetzt Sechszylinder in Reihen- statt der bislang gebräuchlichen V-Bauweise, und ganz leise hält dabei die Elektrifizierung Einzug: Ein 48-Volt-Bordnetz macht den Einsatz eines integrierten Startergenerators (ISG) und eines elektrischen Verdichters möglich, der sehr effektiv das Turboloch killt. Der riemenlose Startergenerator stellt kurzfristig eine Extra-Portion Drehmoment (250 Nm) und einen Boost von bis zu 22 Zusatz-PS bereit. So eilt der S 500 mit seinen 435 Pferdestärken enorm leichtfüßig von dannen. Der Normverbrauch soll 6,6 l/100 km betragen, damit würde der neue S 500 seinen gleichnamigen Vorgänger - noch mit V8 - deutlich distanzieren. Es gibt auch noch eine schwächere (nun ja) Ausbaustufe des Dreiliter-Reihensechszylinders, der S 450 leistet 367 PS und 500 Nm Drehmoment.

"Wir glauben an den Diesel", liefert Entwicklungsleiter Storp aber auch ein Bekenntnis zum Selbstzünder ab. Analog zu den Benzinern wird im Dieselbereich ein neuer Reihen-Sechszylinder tätig, der sich aus drei Litern Hubraum 286 PS und 600 Nm (S 350 d) beziehungsweise 340 PS und 700 Nm (S 400 d) holt. Verbrauchstechnisch verspricht Mercedes hier 5,5 bzw. 5,6 l pro 100 km. Vor dem Hinblick aktueller Geschehnisse - Mercedes bittet bekanntlich rund drei Millionen Diesel zu einer Detox-Kur in Sachen NOx in die Werkstatt - ist der Hinweis relevant, dass der neue R6-Selbstzünder bereits auf die Erfüllung der zukünftigen RDE-Emissionsgebung (Real Driving Emissions) ausgelegt ist.

Neuer Achtzylinder-Biturbo

Ganz wandert der V8 freilich nicht aufs Altenteil. Komplett neu ist der Achtzylinder-Biturbo-Benziner im S 560, eine Vierliter-Maschine, die mit 469 PS und 700 Nm Drehmoment dienen kann. Eine feine Antriebsquelle - vibrationsarm, gelassen, geschmeidig und, wenn's drauf ankommt, doch von explosiver Kraftentfaltung. Im Teillastbereich machen vier der acht Zylinder Pause, um bei ambitioniertem Leistungswunsch unmerklich wieder einzuspringen.

Der status- und leistungshungrigen Kundschaft in China, den USA oder dem Mittleren Osten einen Zwölfzylinder vorzuenthalten hieße, sich eines wichtigen Geschäftsfelds zu berauben und geht folglich gar nicht. Deshalb bleibt der V12 im S 600 der Souverän im Programm, mit sechs Litern Hubraum und der Kraft von 530 PS. Im Maybach S 650 erlebt dieses Potenzial sogar eine Steigerung auf 630 PS und mächtige 1000 Nm.

Mercedes S-Klasse Innenraum
Feiner geht's kaum: Die Passagiere können in der S-Klasse in Luxus schwelgen.
© HerstellerZoomansicht

An der Spitze powern die dezidiert sportlichen AMG-Versionen, der AMG S 63 4Matic mit V8-Biturbo bedient die Lust-an-Leistung-Fraktion mit 612 PS, der Zwölfzylinder S 65 renommiert mit wiederum 630 PS und 1000 Nm.

Plug-in-Hybrid wird nachgereicht

Nächstes Jahr wird zudem ein Plug-in-Hybrid nachgereicht, dem die auf 13,3 kWh vergrößerte Batterie zumindest auf dem Papier zu einer elektrischen Reichweite von 50 Kilometern verhilft.

Dass die E-Klasse dem Topmodell S-Klasse in technologischer Hinsicht eine lange Nase dreht, konnte selbstredend nur vorübergehend angehen. Jetzt ist die hierarchische Hackordnung wieder hergestellt. Auch das Flaggschiff bietet jetzt das eindrucksvolle Widescreen-Cockpit mit den beiden Riesen-Bildschirmen, die optisch zu einer Einheit verschmelzen. Beim automatisierte Fahren spricht Ola Källenius sogar von einem "Riesenschritt" - in der S-Klasse darf der Fahrer noch länger die Finger vom Lenkrad lassen als im E-Mercedes, auch überholt wird automatisch, und der Abstandstempomat "Distronic" regelt weitsichtig vor Kurven, Kreisverkehren oder Kreuzungen das Tempo herab, so dass der Fahrer hier nicht aufs Bremspedal steigen muss. Außerdem sind da noch die Kurvenneigefunktion "Curve" und das Magic-Body-Control-Fahrwerk, das mit einer Stereokamera als Partner die Straße scannt, um auf jede Zumutung in Form einer Bodenunebenheit gefasst zu sein. Per Smartphone-App gleitet die S-Klasse zudem selbstständig in Parklücken hinein und wieder heraus.

Mercedes S-Klasse
Zeitenwende bei den Motoren: Sechszylinder in Reihenbauweise lösen die bislang gebräuchlichen V6-Maschinen ab.
© HerstellerZoomansicht

Rollender Wellness-Tempel

Wie schon bislang ist der Top-Mercedes wieder als Kurz- und Langversion sowie als besonders edler "Maybach" zu haben, in den meisten Varianten auch mit Allradantrieb "4Matic". Die Preise reichen von 88.447 Euro (S 350 d 4Matic) bis - bitte festhalten - 237.345 Euro (AMG S 65). Dass der S-Klasse-Passagier in Luxus schwelgen kann, bedarf wohl keiner Erwähnung. Mit Stolz verweist Mercedes auf das Energizing-Komfort-System, das Klimatisierung, Ambientelicht, Beduftung, die Sitz-Features (Heizung, Belüftung, Massage) und das Musikprogramm zu je nach Gusto belebenden oder entspannenden Wellnessprogrammen konfiguriert, die da "Behaglichkeit" oder "Freude" heißen.

Man muss sich schon was einfallen lassen, denn die Konkurrenz schläft nicht. Fast zeitgleich mit Mercedes hat auch Audi sein neues Flaggschiff vorgestellt. Und wenn die Acht tatsächlich eine Glückszahl ist, dann ist das für den A8 kein ganz schlechtes Omen.

Ulla Ellmer

Mercedes S-Klasse in Kürze:

Wann sie kommt: Auslieferung für die Diesel und den V8 ab 22. Juli, für die übrigen Versionen ab 14. Oktober. Der Verkauf läuft bereits.

Wen sie ins Visier nimmt: 7er BMW, Audi A8

Was sie antreibt: Sechs-, Acht- und Zwölfzylinder-Benziner von 367 bis 630 PS, Sechsylinder-Diesel mit 286 und 340 PS

Was sie kostet: Ab 88.447 Euro

Was noch folgt: Im nächsten Jahr ein Plug-in-Hybrid

Mercedes aktualisiert sein Topmodell
S-Klasse: Wellness auf Rädern
Mercedes S-Klasse
Flaggschiff mit Stern

Die S-Klasse ist das Topmodell von Mercedes. Es gibt sie als Kurz- und Langversion sowie als besonders edlen Mercedes-Maybach S 650. Längster ist der Mercedes-Maybach Pullman (6,50 m) mit vier vis-a-vis angeordneten Sitzplätzen im Fond.
© Hersteller

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