Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
19.04.2017, 17:40

Elektro-Studien auf der Automesse von Shanghai

VW, Audi und Skoda stehen unter Strom

Auf der "Auto Shanghai" demonstriert der Volkswagen-Konzern nachdrücklich seine Strom-Stärke. VW zeigt aus der Elektro-Baureihe I.D. den Dritten im Bunde, Audi gibt mit dem e-tron Sportback einen Ausblick auf sein zweites E-Modell und Skoda demonstriert anhand der Studie Vision E seine Ambitionen in Sachen Elektromobilität. Serienreif ist allerdings noch keines dieser Modelle. Dass ausgerechnet die chinesische Automesse zur Showbühne für die E-Offensive wird, ist kein Zufall.

VW I.D. Crozz
VW I.D. Crozz: Die Reichweite des elektrische Crossovers soll über 500 km betragen. Produktionsbeginn ist laut VW im Jahr 2020.
© Hersteller

Der Abgasskandal hat VW Geld gekostet, richtig viel Geld. Da mögen Spekulationen erlaubt sein, was denn passiert wäre, wenn der Konzern die zig Milliarden nicht in Strafzahlungen und Entschädigungen, sondern in Elektromobilität samt dazugehöriger Infrastruktur investiert hätte. Wiederum andererseits bleibt festzuhalten, dass ohne "Dieselgate" das Thema E-Autos womöglich gar nicht jenen Drive erhalten hätte, den es inzwischen an den Tag legt. Kaum ein Hersteller, der nicht für die nächsten Jahre reichweitenstarke Stromer in Aussicht stellt. Auch die Marken des Volkswagenkonzerns lassen sich in dieser Hinsicht nicht lumpen. Sie schon gar nicht, denn nach den rufschädigenden Vorkommnissen ist man in besonderem Maße um ein neues, grünes Image bemüht.

Elektrischer Crossover von VW kommt 2020

Das Ergebnis dieser Strategie ist derzeit auf der "Auto Shanghai" (noch bis zum 29. April) zu besichtigen. Die Kernmarke VW zeigt in China die Studie eines Elektrofahrzeugs, das zur angesagten Gattung der SUV-Coupés gehört. Der Crossover I.D. Crozz ist das dritte Mitglied einer künftigen Elektro-Familie, deren erste Vertreter auf den Autoshows von Paris und Detroit vorgestellt worden sind - einmal der kompakte I.D., außerdem der Minibus I.D. Buzz. Der allradgetriebene I.D. Crozz mixt munter die Stilelemente von SUV und Coupé und nutzt ebenso wie die beiden anderen Modelle den Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB) von Volkswagen. Das Raumangebot ist mit dem der Tiguan-Langversion "Allspace" vergleichbar. Große Schwenk-/Schiebetüren und variable Fondsitze erlauben es freizeitaktiven Menschen, sperriges Sportgerät wie das Mountainbike unkompliziert mit an Bord zu nehmen.

VW I.D. Crozz
Stromer-Studie: Das allradgetriebene SUV-Coupe basiert auf dem Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB)von VW.
© HerstellerZoomansicht

Der über 300 PS starke Crozz schafft 180 km/h Spitze. Als Reichweite stellt VW rund 500 km in Aussicht, die Batterien sollen nach einer halben Stunde wieder zu 80 Prozent aufgeladen sein. Und natürlich sind auch vollautomatische Fahrfunktionen vorgesehen. In diesem Fall zieht sich das Lenkrad in den Armaturenträger zurück, um mehr Bewegungsfreiheit im loungeartigen Innenraum zu schaffen.

Gestensteuerung kann schon der aktuelle Golf, der Crozz geht hier noch weiter, per Handbewegung lässt sich eine imaginäre Lichtjalousie öffnen und schließen, die ins beleuchtete Panoramadach integriert ist.

Klingt alles gut und verheißungsvoll. Wie aber stehen die Aussichten, dass nicht erst unsere Urenkel die I.D.-Familie kaufen können? "Die Produktion wird 2020 anlaufen", beteuert VW-Markenchef Herbert Diess. Da darf man gespannt sein.

Audi e-tron Sportback mit Allradantrieb

Schon 2019 soll dagegen ein Stromer aus Audi-Produktion auf die Straße rollen, der ebenfalls in Shanghai vorgestellt wird. Der 4,90 Meter lange und viersitzige e-tron Sportback ist ein viersitziges Coupé mit SUV-artigen Stilelementen, das 505 PS und permanenten Allradantrieb bereitstellt. Die Kapazität der großen 95-kWH-Batterie soll für mehr als 500 km ausreichen. Auffällig ist die Lichttechnik, die aus digital gesteuerten Matrix-LED-Einheiten an Front und Heck besteht, die Zeichen und Kommunikationssignale auf den Asphalt malen können. Wie der VW I.D. Crozz hat auch der e-tron Sportback einen technisch eng verwandten Bruder - das SUV e-tron quattro fährt nach Audi-Angaben bereits 2018 zum Händler. Zeitgleich mit dem I.D. beginnt 2020 womöglich auch der Verkauf eines elektrischen Kompaktmodells.

Audi e-tron Sportback
Audi e-tron Sportback: Das viersitzige Coupé stellt 505 PS und Allradantrieb bereit. Das Serienmodell könnte 2019 loslegen.
© Hersteller

Skoda Vision E mit 500 km Reichweite

Bei Skoda, einer weiteren Konzerntochter, stand man dem Thema Elektromobilität lange Zeit eher reserviert gegenüber. Inzwischen sieht man die Sache anders. Bis 2025 sollen fünf rein elektrisch angetriebene Modelle vorgefahren werden. Einen Vorgeschmack gibt das ziemlich futuristisch aussehende SUV-Coupé Vision E, das ebenso wie die I.D.-Familie von VW auf dem MEB aufbaut. Quer über die Front des 4,69 m langen Wagens ziehen sich zwei LED-Bänder, einen Kühlergrill gibt es nicht, wozu auch, es sitzt ja kein Verbrennungsmotor dahinter, der kühlender Luftzufuhr bedarf. Die Systemleistung von 306 PS wird von zwei Elektromotoren bereitgestellt, die an Vorder- und Hinterachse sitzen, auf diese Weise ergibt sich Allradantrieb. Die Höchstgeschwindigkeit soll 180 km/h betragen, der elektrische Aktionsradius bei rund 500 km liegen. Von den Batterien heißt es, dass sie an der Schnellladestation binnen einer halben Stunde wieder zu 80 Prozent aufgeladen sind. Einem Hauptproblem der Elektroautos - dem hohen Preis nämlich - will Skoda in bewährter Manier über die niedrigen Herstellungskosten in Tschechien beikommen. Als Verkaufsstart für den ersten Elektro-Skoda steht das Jahr 2020 im Raum.

Skoda Vision E
Skoda Vision E: Die futuristisch aussehende Studie gibt einen Ausblick auf das erste Elektroauto der Marke.
© HerstellerZoomansicht

China als Leitmarkt für Elektromobilität

Dass die drei Volkswagen-Marken ihre E-Mobile ausgerechnet in China präsentieren, kommt nicht von ungefähr. "Ganz gezielt" zeige man den e-tron Sportback in Shanghai, sagt Audi-Marketingchef Dietmar Voggenreiter, denn "China ist der weltweit wichtigste Markt für E-Autos". Das Reich der Mitte mit seiner verpesteten Luft und den heillos verstopften Innenstädten will ziemlich radikal ernst machen mit der Elektromobilität. Ab 2018 soll eine E-Quote dafür sorgen, dass Automobilhersteller acht Prozent ihrer verkauften Modelle als E-Auto an den Mann bringen müssen. Bis 2020 soll die Quote auf zwölf Prozent ansteigen. Wer die vorgegebene Rate nicht schafft, hat drei Möglichkeiten: Er kann seinen Produktionsausstoß zurückfahren, finanziell Buße tun oder aber chinesischen Herstellern Kreditpunkte abkaufen. In einer Autokratie wie der chinesischen funktionieren solche Dekrete. Kein Wunder also, dass VW, Audi und Skoda in Shanghai unter Strom stehen.

ule

 

kicker-sportmagazin

Lesen Sie die aktuelle kicker-Ausgabe vor allen anderen auf Ihrem Tablet oder Smartphone!
noch vor Verkaufsstart verfügbar: Lesen Sie die Montagsausgabe schon Sonntagabend
mit unserem Abo-Service verpassen Sie garantiert keine Ausgabe
bequeme und sichere Bezahlung über Ihren Appstore-Account
mühelos und in Sekunden-
schnelle geladen!
   

Schlagzeilen

   
google+ Google+ aktivieren
dauerhaft aktivieren

Community

Die aktuellsten Forenbeiträge
Re (4): Meister ihres Fachs von: rautesylt - 23.09.17, 09:34 - 6 mal gelesen
Re (2): Jonker entlassen. Wen holt Wolfsburg von: Blaubarschbube - 23.09.17, 09:14 - 22 mal gelesen
Jetzt muss Dortmund einfach Meister werden von: Jay_Cutler - 23.09.17, 08:57 - 50 mal gelesen

TV Programm

Zeit Sender Sendung
10:00 SKYS2 Handball: DKB Bundesliga
 
10:45 EURO Motorradsport
 
10:50 SDTV FC Porto - Portimonense SC
 
11:00 SP1 Motorsport Live - ADAC Formel 4
 
11:10 SKYBU Fußball: Bundesliga Kompakt
 

DIE GANZE WELT DER KICKER APPS!
Informieren Sie sich über unser vielfältiges App Angebot:
Smart TV Tippspiel eMagazine kicker MeinVerein FußballQuiz GloryRun