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14.04.2017, 11:09

Der Microlino greift das kultverdächtige Konzept auf

Die Isetta kommt wieder - mit Elektroantrieb

Wenn ein Fiat Cinquecento und ein Mini erfolgreiche Wiederauferstehung feiern - warum nicht auch die Isetta? Für alle, die die Wirtschaftswunderzeit nicht mehr live erlebt haben: Die Isetta war ein winziger Kabinenroller mit ungewöhnlicher Fronttür. Gebaut wurde sie - man glaubt es kaum - von BMW. Ein Schweizer Unternehmer will die Knutschkugel von einst zum Citymobil von heute machen. Der Microlino stromert elektrisch durch die Stadt und kann schon mit Rollerführerschein gefahren werden.

Microlino
Kleinstwagen Microlino: Wie die Ur-Isetta mit ungewöhnlichem Zustiegskonzept per Fronttür. Allerdings fährt der Nachfahr elektrisch.
© Micro Mobility

Platz ist knapp in der Stadt. Da hat ein Smart schon mal die Nase vorn vor einem dicken SUV. Im Vergleich zum Microlino wirkt aber selbst der zweisitzige Fortwo wie eine Stretch-Limo. Nur 2,40 Meter misst der Auto-Zwerg aus der Schweiz in der Kürze (von Länge mag man da gar nicht reden), der Smart bringt es auf 2,70 Meter. Und er sieht lange nicht so witzig aus wie der Microlino.

Dessen Konzept basiert auf der legendären Isetta, einem Kultmobil aus der Wirtschaftswunderzeit. 56 Jahre nach deren Produktionsende im Jahr 1962 soll der Kabinenroller zurückkommen. Wie einst mit zwei Sitzplätzen und dem ungewöhnlichen Zustieg über eine Fronttür, die aufklappt, als gelte als einen rollenden Kühlschrank zu entern. Antriebstechnisch zollt der Microlino aber den aktuellen Anforderungen Tribut. Er fährt elektrisch, angetrieben von zwei 7,5 kW (ca. 10 PS) starken Motoren, die Bosch bereitstellt und die auch schon in E-Motorrädern verbaut wurden. Die Reichweite soll etwa 100 km betragen. Theoretisch beträgt die Höchstgeschwindigkeit 100 km/h, aber in seinem urbanen Betätigungsfeld dürfte das Osterei auf Rädern wohl eh nie mit solchem Speed dahindüsen. Aufladen lässt sich das Winz-Gefährt an der Haushaltssteckdose, das dauert etwa vier Stunden.

Microlino
Microlino-Prototyp: Das Serienmodell sollen schon 16-jährige mit Rollerführerschein fahren dürfen.
© Micro MobilityZoomansicht

Fahrbar von Großstadtkids

Nominell ist der Microlino kein richtiges Auto, sondern ein Quad, und mit gerade mal 450 Kilo Lebendgewicht ein Leichtbaufahrzeug. Damit dürfte er - ähnlich wie der gedrosselte Renault Twizy - mit Rollerführerschein und somit auch schon von 16-jährigen Großstadtkids gefahren werden. Navi, Ladestatus und Musik werden übers Smartphone abgerufen. Dabei tönt der Sound aus portablen Bluetooth-Boxen, die auch am Baggersee oder in der Studentenbude eingesetzt werden können.

Hinter dem 1996 gegründeten Unternehmen Micro Mobility steckt Wim Oubuter, ein Schweizer mit holländischen Wurzeln. Er stellt sich für den Microlino einen Preis von 11.000 bis 13.000 Euro vor. Schön wär's, wenn hier noch die E-Förderprämie in Höhe von 4000 Euro abgezogen werden könnte - bei Leichtbaufahrzeugen ist das aber leider nicht möglich. Die Serienfertigung soll Ende 2017 anlaufen, die ersten Fahrzeuge könnten somit Anfang 2018 auf die Straße rollen.

Isetta
Das Vorbild: Die Isetta war neben dem Goggomobil eine Ikone der Wirtschaftswunderzeit.
© Micro MobilityZoomansicht

Mit der Isetta aus der BMW-Krise

Produktion und Entwicklung erfolgen in Kooperation mit dem italienischen Start-up Tazzari. Auch die Isetta hatte italienische Wurzeln. Ihr Erfinder war der Ingenieur Renzo Rivolta, Chef der in Bresso beheimateten Marke Iso Rivolta, unter deren Label nicht nur Motorräder, sondern später auch atemberaubende Sportwagen wie Iso Rivolta, Grifo, Fidia oder Lele entstanden, die es mit Ferrari, Lamborghini oder Maserati aufnahmen.

Die Iso Isetta, die 1954 vorgestellt wurde, fand großes Interesse bei BMW. Der damals schwer angeschlagene bayerische Autobauer suchte einen Weg aus der Krise und fand ihn in einem Lizenzvertrag mit Iso. In München wurde die Isetta aufgebessert, mit vier statt drei Rädern versehen und mit einem BMW-Einzylinder aus dem Motorradprogramm bestückt. Neben dem Goggomobil entwickelte sich der Kabinenroller bald zu einem Vehikel der Wirtschaftswunderzeit. Den Einstiegspreis von 2580 DM konnten sich die Nachkriegsdeutschen leisten. Mit der Isetta ratterten sie ebenso tapfer wie unternehmungslustig nach Tirol, an den Gardasee, an die Adria. Langstrecken-Abenteuer, auf die sich der der Enkel Microlino freilich kaum begeben dürfte.

ule

Das Mini-Mobil Microlino soll 2018 starten
Elektrisierende Wiederkehr der Isetta
Microlino
Nachfahr der Knutschkugel

Der 2,40 Meter kurze Microlino greift das Konzept der Isetta auf, liebevoll "Knutschkugel" genannt. Mit der Fronttür schwenkt auch das Lenkrad zurück.
© Micro Mobility

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