Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
11.04.2017, 16:26

Die kompakte Baureihe feiert 20. Geburtstag

Mercedes A-Klasse: Vom Einzelkind zur Großfamilie

Ja - es gab einmal eine Zeit, da war bei Mercedes unterhalb der C-Klasse Schluss. 1997 hat sich das geändert: Vor 20 Jahren kam die erste Generation der A-Klasse auf den Markt. Aus dem damaligen Minivan, einem "Einzelkind", ist inzwischen eine fünfköpfige Modellfamilie geworden, die entscheidend zur Verjüngung der Marke beigetragen und ihr neue Kundenkreise erschlossen hat. Jüngstes Mitglied ist der GLA 220 4Matic. Drei weitere Derivate sind bereits in Sicht.

Mercedes Compact Cars
Die Kompakt-Familie von Mercedes versammelt: Von links nach rechts A-Klasse, CLA, GLA, CLA Shooting Brake und B-Klasse.
© Hersteller

Die Geschichte der A-Klasse begann mit einem Debakel. Kaum war das brandneue Modell mit der internen Werksbezeichnung W168 auf dem Genfer Automobilsalon 1997 der Öffentlichkeit vorgestellt worden, da erlitt es schon Schiffbruch. Beim sogenannten "Elchtest" - einem Ausweichmanöver, durchgeführt von schwedischen Motorjournalisten - kippte die A-Klasse um und blieb auf dem Dach liegen wie ein waidwunder Käfer. Die Karriere des kleinsten Mercedes schien beendet, bevor sie noch richtig begonnen hatte.

Es war mehr als ein Desaster. Erstens drohte der reputierliche Name der Marke Mercedes-Benz nachhaltigen Schaden zu nehmen. Und zweitens war die A-Klasse als strategisch ungemein wichtige Erweiterung der Modellpalette gedacht gewesen. Bis dato galten der Mercedes 190 beziehungsweise die ihm nachfolgende C-Klasse als "Baby-Benz" und Junioren im Portfolio. Die frontgetriebene und 3,58 Meter kurze A-Klasse markierte den Aufbruch in ein ganz neues Marktsegment, sie sollte das Mercedes-Angebot nach unten abrunden und bislang nicht bediente Kundenkreise erschließen. Es ging also um viel. Und so beschloss der Krisenstab schnellstmögliche, wenn auch kostenintensive Schadensbegrenzung. Die A-Klasse bekam ein neues Fahrwerk verpasst und obendrein ein neues Bauteil, mit dessen Buchstabenkürzel damals kaum jemand etwas anfangen konnte: ESP - Elektronisches Stabilitäts-Programm.

Mercedes A-Klasse
Minivan: Die erste A-Klasse erfreute sich Beliebtheit wegen ihres variablen Raumkonzepts bei kompakten Abmessungen.
© HerstellerZoomansicht

Elektroantrieb und Brennstoffzelle

Die Mühe zahlte sich aus. Nicht sofort, aber allmählich fand der kleinste Mercedes Anklang beim Kunden. Die A-Klasse war eher Minivan als Kompaktwagen, mit niedriger Ladekante, ebenem Boden und einem variablen Raumkonzept, das eine klapp- und verschiebbare Rückbank sowie - gegen Aufpreis - einen ausbaubaren Beifahrersitz umfasste. Der Sandwich-Boden - ein Hohlraum zwischen Bodenblech und Passagierbereich - bot ganz nebenbei die Möglichkeit, bei alternativ angetriebenen Modellvarianten die Batterien respektive die Brennstoffzellentechnik aufzunehmen, so geschehen in der elektrischen A-Klasse und dem wasserstoffgespeisten Forschungsfahrzeug NECAR 3 (später in F-Cell umbenannt). Es gab die A-Klasse als Zwei- und Viertürer, mit kurzem und mit langem Radstand, 2005 kam die eng verwandte, größere B-Klasse auf den Markt.

Dennoch war Mercedes nicht zufrieden mit der Bilanz seines Einstiegsmodells. So erfolgreich die A-Klasse in Deutschland und Mitteleuropa agierte, so wenig funktionierte sie dort, wo zahlungswillige neue Kunden abzuholen waren - in den USA beispielsweise, und in China. Aufmerksam reagierte man in Stuttgart, wie Premium-Kompakte vom Schlage eines Audi A3 und eines 1er BMW den Absatzzahlen ihrer Hersteller Zucker gaben. Und so entschloss man sich zu einem radikalen Schnitt: 2012 wurde die A-Klasse bisherigen Zuschnitts gegen eine komplett anders gezeichnete, modernere und sportlichere neue Generation ausgetauscht.

Die Kunden wurden jünger

Ein Teil der Kundschaft fand das durchaus bedauerlich und sicherte sich noch schnell ein altes Modell, kurz vor dessen Ableben gingen die Verkaufszahlen deshalb noch einmal nach oben. Andere Käufer wanderten planmäßig zur B-Klasse ab, wieder andere wandten sich aber auch Konkurrenzprodukten wie dem VW Golf Plus zu. Dennoch stellte es sich ziemlich schnell heraus, dass die Umstellung auf das neue Produkt richtig war. "Wer heute in Europa eine A-Klasse kauft, ist im Schnitt mehr als 13 Jahre jünger als beim Vorgängermodell", sagt Marco Ebler, Produktmanager Compact Cars bei Mercedes. Das ist deshalb wichtig, weil die A-Klasse für diese Käufer oft der erste Mercedes ist und sie der Marke anschließend die Treue halten. Außerdem, so Ebler, liege die Eroberungsrate hoch, in Westeuropa kommen 70 Prozent der A-Klasse-Kunden von anderen Marken.

Mercedes A-Klasse
Radikaler Schnitt: Die seit 2012 verkaufte A-Klasse unterscheidet sich fundamental vom Vorgänger.
© HerstellerZoomansicht

Das neue Modell erlaubte es außerdem, ein weiteres Erfolgsrezept zu verwirklichen, das bei der Konkurrenz schon bestens funktioniert hatte: Diversifizierung. Führte die erste A-Klasse noch mehr oder weniger ein Dasein als "Einzelkind", wie Marco Ebler sagt, hat sich die jüngere Generation zu einer fünfköpfigen Familie ausgewachsen. Neben dem klassischen Fünftürer gibt es das Schwestermodell B-Klasse, den coupéhaften und vor allem in Übersee erfolgreichen CLA, den Designer-Kombi CLA Shooting Brake und das SUV GLA. Die verschiedenen Derivate fahren mit Front- und mit Allradantrieb, sie lassen sich mit Benzin, Diesel und Erdgas füttern, in Gestalt des B 250e gibt es zudem ein elektrifiziertes Modell - wenn auch mit einer Reichweite, die (theoretisch 200 km) nicht mehr mit den 300 km eines VW e-Golf oder den 400 km eines Renault Zoe mithalten kann. Auch Mercedes-Haustuner AMG knöpft sich die A-Klasse vor, als A-, CLA- und GLA AMG 4Matic trägt sie den stärksten Serien-Vierzylinder der Welt unter der Haube, satte 381 PS leistet er.

Seit 2012 hat Mercedes über zwei Millionen Kompaktmodelle an den Mann respektive die Frau gebracht, neben dem Stammwerk in Rastatt unterhält man Produktionsstätten in Ungarn, China und Finnland. 2018 soll das mexikanische Aguascalientes hinzukommen, Donald Trump wird nicht erfreut sein.

Update für den GLA

2015 haben die Schwaben damit begonnen, die verschiedenen Varianten sukzessive einem Facelift zu unterziehen. Mit dem Update des 4,42 Meter langen GLA - einer der erfolgreichsten A-Klasse-Versionen - wird die Maßnahme jetzt abgeschlossen. Optisch sind nur sachte Retuschen erfolgt, die sich bestenfalls dem Kenner erschließen: Neue Stoßfänger, neue Leichtmetallräder, eine neue Farbe mit dem rustikalen Namen Canyonbeige, LED-Scheinwerfer statt der bisher gebräuchlichen Bi-Xenonleuchten. Je nach Gusto können Kunden unter drei Fahrwerksvarianten wählen, einer Komfortversion, einem sportlich tiefergelegten Unterbau und dem Offroad-Komfortfahrwerk, das mehr Bodenfreiheit und eine höhere Sitzposition generiert. Die adäquate Wahl also für Käufer, die schon mal raue Forstwege oder verschneite Bergstrecken unter die Räder nehmen. Gerade im Gelände erweist sich auch die neu angebotene 360-Grad-Kamera als segensreich, unter anderem erzeugen die vier "Augen" an Front, Heck und in den Außenspiegel eine virtuelle Draufsicht, die beim Lavieren zwischen Felsbrocken und durch unübersichtliche Kurven ziemlich hilfreich ist.

Mercedes GLA
Hoch das Bein: Der jetzt aufgefrischte GLA kommt auch auf solchem Terrain zurecht.
© HerstellerZoomansicht

Überhaupt wird die 4Matic-Technik souverän mit Offroad-Terrain fertig, ohne Geländeuntersetzung zwar, dafür aber mit drei Fahrprogrammen und dem Gelände-Tempomaten, der selbst steile Bergabpassagen zum Kinderspiel macht. Neu im Programm ist der GLA 220 4Matic mit 184 PS starkem Zweiliter-Vierzylinder-Benziner, einer ebenso kultivierten wie agilen Form der Motorisierung, die serienmäßig mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert wird. Als Höchstgeschwindigkeit stellt Mercedes 230 km/h in Aussicht, der (Labor-)Verbrauch beträgt 6,5 l/100 km. Bereits der Einstiegspreis für den GLA 220 4Matic liegt bei 37.145 Euro, gönnt man sich das eine oder andere aus der Extra-Liste (beispielsweise die jetzt auch sensorgesteuerte Heckklappe), ist flugs ein fünfstelliger Aufpreis erreicht. Man muss sich die A-Klasse und ihre Geschwister erst einmal leisten können.

Limousine, Roadster und noch ein SUV?

Auch weiterhin soll die A-Klasse Karriere machen. Im nächsten Jahr kommt der Fünftürer neu auf den Markt. Und sukzessive wird die Kompaktwagen-Familie erweitert werden, "von derzeit fünf auf acht Mitglieder", wie Vertriebsvorstand Britta Seeger sagt. Bei den neuen Derivaten dürfte es sich um eine Limousine handeln, einen B-Klasse-SUV (GLB) und einen Roadster, der den SLC ablöst.

Das Elchtest-Unheil hat sich letztendlich übrigens zum Segen der autofahrenden Allgemeinheit ausgewirkt. Schnell ist ESP auch bei Kompakten zum Standard geworden, seit 2014 ist es für alle in der EU neu zugelassenen Pkw Pflicht. Manchmal kann ein Debakel sogar zum Glücksfall werden.

Ulla Ellmer

Seit 20 Jahren auf dem Markt
Mercedes A-Klasse: Karriere im Kompaktformat
Mercedes A-Klasse W168
Vom Einzelkind zur Großfamilie

So fing es an: Die erste Generation der A-Klasse von 1997 war ein Minivan. Nach dem Elchtest-Debakel bekam sie serienmäßig ESP spendiert.
© Hersteller

vorheriges Bild nächstes Bild
 

kicker-sportmagazin

Lesen Sie die aktuelle kicker-Ausgabe vor allen anderen auf Ihrem Tablet oder Smartphone!
noch vor Verkaufsstart verfügbar: Lesen Sie die Montagsausgabe schon Sonntagabend
mit unserem Abo-Service verpassen Sie garantiert keine Ausgabe
bequeme und sichere Bezahlung über Ihren Appstore-Account
mühelos und in Sekunden-
schnelle geladen!
   

Schlagzeilen

   
google+ Google+ aktivieren
dauerhaft aktivieren

Community

Die aktuellsten Forenbeiträge
Re: TIPPSPIEL: 17. Spieltag 2017/2018 von: Kellerhummel - 23.11.17, 19:43 - 1 mal gelesen
Re: Tippspiel 2. Bundesliga 15. Spieltag 2017/18 von: Kellerhummel - 23.11.17, 19:40 - 0 mal gelesen

TV Programm

Zeit Sender Sendung
20:00 SKYBU Fußball: Bundesliga
 
20:15 SDTV Top-Scooore: Gremio (BRA) - Lanus (ARG)
 
21:00 SKYS1 Fußball: UEFA Europa League
 
21:00 SKYS2 Fußball: UEFA Europa League
 
21:00 SP1 Fußball Live - UEFA Europa League
 

DIE GANZE WELT DER KICKER APPS!
Informieren Sie sich über unser vielfältiges App Angebot:
Smart TV Tippspiel kicker MeinVerein FußballQuiz eMagazine