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20.03.2017, 06:52

Zwei Karosserievarianten, ab 25.940 Euro

Neuer Insignia: Opel bringt sein Flaggschiff in Stellung

Die Übernahme durch PSA Peugeot-Citroen ist perfekt, das Leben in Rüsselsheim geht weiter. Muss es auch, denn PSA-Chef Carlos Tavares erwartet, dass sich Opel aus eigenen Kräften auf die Erfolgsspur zurückkämpft. Dabei kommt dem brandneuen Insignia eine wichtige Rolle zu. Für die Wachablösung war es höchste Zeit, denn der Vorgänger wurde seit 2008 weitgehend unverändert gebaut. Das Flaggschiff kommt als fünftürige Fließheck-Limousine "Grand Sport" und als Kombi "Sports Tourer", die Preise beginnen bei 25.940 Euro.

Opel Insignia Grand Sport
Neuer Insignia: Als Fließheck-Limousine heißt das Opel-Flaggschiff "Grand Sport" und kostet ab 25.940 Euro.
© Hersteller

Das Jahr 2017 hatte man sich bei Opel definitiv anders vorgestellt. Ganz im Zeichen der Initiative "7 in 17" sollte es stehen, die der Kundschaft gleich sieben neue Modelle mit Blitz-Signet bescheren würde.

An diesem Plan hat sich zwar nichts geändert. Doch als auf dem Genfer Automobilsalon Anfang März das brandneu aufgelegte Topmodell "Insignia" Premiere feierte, da stand Opel auf einmal mit ganz anderen Schlagzeilen im Fokus. Die Übernahme durch PSA Peugeot Citroen wurde als perfekt vermeldet; damit zeichnete sich ab, dass der auf der neuen Epsilon-2-Plattform von GM aufbauende Insignia sehr wahrscheinlich als letzter "echter" Opel in die Geschichtsbücher eingehen wird.

PSA-Chef Carlos Tavares will Erfolge sehen, was die jüngst adoptierte Tochter aus Rüsselsheim betrifft, und somit sollte der Insignia beim Kunden punkten. Die Chancen dafür stehen gut. "Wir sind kein Premiumhersteller, aber wir wollen den Premiummarken in den Hintern treten", sagt Insignia-Designchef Stefan Arndt launig. Die Gegner heißen Skoda Superb, VW Passat, Mazda 6 oder Ford Mondeo. Ihnen begegnet der Insignia in zwei optisch sehr gelungenen Karosserievarianten. Zum einen ist da die coupéhaft-sportliche Fließheck-Limousine "Grand Sport", zum zweiten der elegante Kombi "Sports Tourer". Letzterer dürfte nach wie vor den Löwenanteil am Verkauf tragen, dennoch soll sich die Limousine nach Opel-Einschätzung künftig ein größeres Stück vom Kuchen abschneiden.

Inspiriert vom Monza Concept

Auf 4,90 Meter Länge hat sie sich gestreckt, sie zeigt sich harmonisch proportioniert und vom 2013 präsentierten Monza Concept inspiriert. "Die Scheinwerfer sehen gemeiner aus", weist Arndt auf den sportiveren Gesichtsausdruck hin, und interpretiert das Karosseriedesign dahingehend, dass "Unaufgeregtheit der neue Luxus" sei.

Opel Insignia Grand Sport
Gelungen: Das Design des Insignia Grand Sport weist einen kleidsamen Touch ins Coupéhafte auf.
© HerstellerZoomansicht

In den Kofferraum der Limousine passen 490 bis 1450 Liter, das ist nicht wirklich berühmt, ein Superb bietet 625, ein Passat 586 Liter. Beim Insignia knabbert die schick abgeschrägte Coupé-Silhouette am Gepäckabteil, zudem ist eine verhältnismäßig hohe Ladekante zu überwinden. Wer sich mehr Platz wünscht, dürfte freilich ohnehin eher den Sports Tourer erwählen, der 560 bis 1655 Liter (und damit 130 Liter mehr als der Vorgänger) verputzt.

Aufräumen im Cockpit

Gründlich aufgeräumt hat Opel im Innenraum des Insignia, was in erster Linie bedeutet, dass das beim Vorgänger kritisierte Alt-Infotainment entsorgt und durch ein intuitives, klar durchstrukturiertes Konzept ersetzt wurde, das je nach Ausstattung über einen 7- oder 8-Zoll-Touchscreen Zugang eröffnet und zu dem außerdem ein halb digitales, halb analoges Instrumentarium hinterm Lenkrad gehört. Der unkomplizierten Bedienbarkeit förderlich ist, dass sich Schlüsselfunktionen wie die Klimatisierung nach wie vor über Direktwahltasten ansteuern lassen. Gegen Aufpreis gibt es ein Head-up-Display; kein Kassenmodell mit Plexiglasscheibe, sondern eines, das seine Informationen in die Windschutzscheibe projiziert.

Das Dasein an Bord ist ein sehr angenehmes, geprägt von reichlich Raum, hohem Sitzkomfort (vor allem auf den optionalen und besonders rückenfreundlichen AGR-Fauteuils) sowie reputierlichem Ambiente mit Klavierlack-Deko und Chromzierrat. Um im Fond an die Grenzen der Kopffreiheit zu stoßen, muss man trotz der abfallenden Dachlinie schon das Gardemaß eines langen Kerls besitzen.

Im Motorenprogramm löst ein neuer 1,5-l-Turbo die bislang gebräuchliche 1,6-l-Maschine ab, es gibt ihn in zwei Leistungsstufen, mit 140 und 165 PS. Gerade die stärkere Ausprägung steht dem Insignia gut. Flüssig und zügig nimmt er Fahrt auf, strebt unangestrengt bis zur Topspeed von 222 km/h und sprintet in 8,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Als Verbrauchsschnitt stellt Opel 6,0 l/100 km in Aussicht, auf ersten Testfahrten meldete unser Bordcomputer allerdings knapp zwei Liter mehr. Geräuschtechnisch lässt das Triebwerk Sanftmut walten, eher sind es Wind- und Abrollgeräusche, die den Insassen in den Ohren liegen.

Opel Insignia Cockpit
Klar strukturiert: Das Cockpit des Insignia, hier mit großem 8-Zoll-Touchscreen, Chromzierrat und Klavierlack-Deko.
© HerstellerZoomansicht

Allradantrieb mit Torque-Vectoring

Wen es nach mehr Leistung dürstet, wird mit einem Zweiliter-Turbo bedient, der 260 PS freisetzt und 400 Nm Drehmoment entwickelt. Das reicht für 250 km/h Spitze, allerdings muss schon nach Papierform ein Verbrauch von 8,6 l/100 km einkalkuliert werden, anzunehmen ist, dass dieser Wert im wirklichen Leben in die Zweistelligkeit abdriftet. Serienmäßig ist der Zweiliter-Turbo mit einer feinen 8-G-Automatik und mit Twinster-Allradantrieb kombiniert, der mit Torque-Vectoring arbeitet. Statt eines konventionellen Differenzials sitzen hier zwei Lamellenkupplungen an der Hinterachse, ein System, das die Räder einzeln ansteuern und beschleunigen kann, was höhere Kurvengeschwindigkeiten und somit mehr dynamische Fahrfreuden beschert.

Zu ordern ist für den Insignia außerdem ein adaptives Fahrwerk, über dessen drei Modi - Normal, Tour, Sport - der Pilot Feintuning beim Fahrverhalten betreiben kann. Aber auch ohne FlexRide zieht das Opel-Flaggschiff unaufgeregt und berechenbar seine Bahnen, der Eindruck von Handlichkeit und Agilität geht auch aufs Konto der präzisen Lenkung.

Selbstredend wird auch die Diesel-Fraktion fündig im Portfolio, ihr dient sich eine 1,6-l-Maschine mit wahlweise 110 oder 136 PS sowie ein Zweiliter-Triebwerk mit 170 PS an.

Wer entsprechend Geld in die Hand nimmt, kann den Insignia mit Assistenzsystemen wie 360-Grad-Kamera mit Rundumsicht aus der Vogelperspektive, adaptivem Geschwindigkeitsregler mit Notbremsfunktion, aktivem Spurhalte-Assistenten und einem Rückfahr-Assistenten ordern. Autonomes Staufolgefahren in dem Sinne, dass der Wagen selbsttätig wieder anfährt, gehört jedoch nicht zum Kompetenzgebiet. Wohl aber ein Matrix-Licht mit nunmehr 32 (statt bislang 16) LED-Segmenten und einem Fernlichtstrahl bis 400 Metern Reichweite.

1000 Euro Kombi-Zuschlag

Opel Insignia Sports Tourer
Insignia Sports Tourer: Zumindest in Deutschland dürften sich wiederum die meisten Kunden für den Kombi entscheiden.
© HerstellerZoomansicht

Mit dem 140-PS-Basisbenziner kostet der Insignia 25.940 Euro, der Kombi erfordert einen Tausender Zuschlag. Inbegriffen sind beispielsweise Frontkamera mit Frontkollisionswarner, Fußgängererkennung und City-Notbremsfunktion, Klimaanlage, Keyless-Start und Intelli-Link-Radio. Bei Opel geht man indessen vom einträglichen Szenario aus, wonach sich das Gros der Käufer wiederum für die Top-Ausstattung "Innovation" entscheiden wird, unter anderem mit dem Online-Service-Assistenten OnStar, Matrix-Licht, Park-Pilot, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, IntelliLink-Infotainment mit Navi und vielfach verstellbaren Komfortsitzen.

Dem Individualisierungsbestreben trägt das neue "Exclusive"-Programm Rechnung, bei dem sich der Insignia-Eigner beispielsweise seine persönliche Wunschfarbe von Bayern-Rot bis Dortmund-Gelb zusammenmischen lassen kann. Keine ganz billige Angelegenheit, im Vergleich zu den Standard-Lackierungen ist hier ein rund drei Mal so hoher Preis einzukalkulieren.

Mit dem neuen Insignia ist Opel ein schlagkräftiges Angebot in der Mittelklasse gelungen, auf das man in Rüsselsheim zu Recht stolz ist. Seine eigenen, positiven Schlagzeilen hat das Flaggschiff jedenfalls verdient.

Ulla Ellmer

Opel Insignia in Kürze:

Wann er kommt: Seit Februar bestellbar, Auslieferung ab 24. Juni

Wen er ins Visier nimmt: Skoda Superb, VW Passat, Ford Mondeo, Mazda 6 & Co.

Was ihn antreibt: Vierzylinder-Turbobenziner mit 140, 165 und 260 PS, Vierzylinder-Diesel mit 110, 136 und 175 PS

Was er kostet: Grand Sport ab 25.940 Euro, Sports Tourer ab 26.940 Euro

Was noch folgt: Robuster Allrad-Kombi Country Tourer, ziemlich sicher ein leistungsstarkes OPC-Modell

Flaggschiff mit Fließheck und als Kombi
So kommt der neue Opel Insignia
Opel Insignia Sports Tourer, Grand Sport
Das ist Opels neues Flaggschiff

Neuer Opel Insignia: Links der Kombi Sports Tourer, rechts die Fließhecklimousine Grand Sport.
© Hersteller

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