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18.02.2017, 13:22

Veritabler Offroader und geräumiges Familienfahrzeug

Doppelte Persönlichkeit: Der neue Discovery

Der neue und in fünfter Generation aufgelegte Land Rover Discovery ist ein über die Maßen versierter Geländegänger. Aber seine Persönlichkeit zeigt noch eine andere Seite: Mit bis zu sieben Sitzplätzen, jeder Menge Luxus und feinen Fahreigenschaften dient sich der Brite als ebenso geräumiger wie komfortabler Familienfreund an. Nur eine Hürde bleibt.

Land Rover Discovery
Auch für die lange Reise prädestiniert: Der Discovery punktet mit viel Fahrkomfort und bis zu sieben Sitzplätzen.
© Hersteller

"Niemals!": Ungläubig fixiert der Blick das zerklüftete Trumm von Felsen, auf das Ronnie Dale deutet. Da hinauf? Kein Scherz? Der Instruktor, ein unerschrockener Schotte, nickt ermutigend. Viele SUV-Softies mögen in Härtefällen wie diesen eine unangemessen gewagte Aufstiegshilfe darstellen. Nicht aber der Discovery. Sein Familienname ist schließlich Rover, Land Rover, und die Wegstrecke präferiert er durchaus geschüttelt und nicht nur planiert.

Auf Knopfdruck bläst er die Bodenfreiheit selbstbewusst zu voller Höhe auf, wechselt in Geländeuntersetzung und steuert unter den Offroad-Programmen "Rock Crawl" an, den Felsenkriechgang. Dann erobert der Brite mit zielgerichteter Zähigkeit den als kaum bezwingbar eingeschätzten Felsen, den die Natur in die wüstenartige Landschaft Utahs gewuchtet hat. Mit derselben Unbeirrbarkeit durchpflügt der Discovery die Sanddünen des US-Bundesstaats und teilt mit einer Wattiefe von bis zu 90 Zentimetern die Fluten des Lake Powell.

Die Technik nimmt viel Arbeit ab

Land Rover Discovery
Land Rover Discovery: Die fünfte Generation ist hartgesottener Geländegänger und feiner Familienfreund.
© HerstellerZoomansicht

Die fahrtechnischen Meriten gebühren dem Fahrer nur bedingt, denn die aufwendige Technik nimmt ihm viel Arbeit ab. So kann die Elektronik die verschiedenen Systeme blitzschnell auf den jeweiligen Untergrund einstellen, mit Hilfe der Offroadsteuerung All-Terrain-Progress und der Hill-Descent-Control - beides eine Art "Gelände-Tempomat" - kraxelt der Discovery mit voreingestellter Geschwindigkeit bergauf und bergab, ohne dass der Fahrer dabei die Pedalerie bedienen muss.

Solche Talente sind um so bemerkenswerter, als der "Disco" charakterlich alles andere als ein raubeiniger Haudegen ist. So rustikal seine Umgangsformen im Gelände ausfallen, so kultiviert bewegt er sich auf dem asphaltierten Terrain der Zivilisation. Sorgsam war Land Rover darauf bedacht, dem neuen "Disco" die rücksichtsvollen Manieren einer veritablen Reiselimousine anzuerziehen. Die Malaisen ruppigen Fahrbahnbelags lösen sich im Wirken der optionalen Luftfederung auf, Langstrecken geraten zu höchst komfortablen Unternehmungen. Daneben leistet der Brite Beachtliches als Zugpferd, bis zu 3,5 Tonnen nimmt er in Schlepp, ein Assistenzsystem namens "Erweiterter Anhängerassistent" raubt Rangierarbeiten den Schrecken.

Auch optisch schafft der Discovery erfolgreich den Spagat zwischen rustikal und elegant, die Frontpartie sieht clean und stimmig aus, die sauber gezeichnete Seitenlinie bleibt bei der modelltypischen Stufe im Dach. Das Heck ist indes nicht die Schokoladenseite des Wagens, trotz seiner eigentlich stattlichen Breite von 2,22 Metern (mit Außenspiegeln) wirkt das Fullsize-SUV von hinten seltsam schmal.

Neue Kundenkreise angepeilt

Seit 28 Jahren ist der Discovery eine feste Größe im Land-Rover-Programm, der SUV-Boom hat ihn auf die Shoppinglist neuer Kundenkreise gespült. Die jetzt vorgestellte fünfte Generation soll "verstärkt Familien erreichen", wie Baureihenleiter Nick Collins sagt. Auf fast fünf Metern Länge bietet der nach Leichtbau-Prämisse gefertigte "Disco" drei Sitzreihen mit insgesamt sieben vollwertigen Plätzen auf, noch in der letzten Reihe sitzen selbst Personen von Gardemaß erstaunlich bequem. Fünf Isofix-Befestigungspunkte untermauern die Familientauglichkeit, und dank der Stufe im Dach sind die Sitzplätze in nach hinten ansteigender "Theaterbestuhlung" angeordnet, was bessere Sicht und somit einen reduzierten Quengelfaktor im Fond bedeutet.

Land Rover Discovery Cockpit
Interieur: Auf Wunsch lässt sich der Discovery mit schickem Leder und edlen Hölzern aufmöbeln.
© HerstellerZoomansicht

Komfortablerweise lassen sich die Sitze in zweiter und dritter Reihe per Fernbedienung auf- und umklappen, verschieben und umkonfigurieren. Das funktioniert entweder per Knopfdruck vom Kofferraum oder der C-Säule aus, aber auch via Fingertipp auf den Touchscreen oder, besonders cool, mit Hilfe einer Smartphone-App.

Selbst bei voller Bestuhlung verbleiben im Kofferraum noch 258 Liter, fünfsitzig weist der Discovery 1231 Liter auf, maximal werden daraus 2500 Liter. Um den Kids das Ein- und Aussteigen zu erleichtern, senkt "Auto Access Height" die Karosserie höflich um bis zu vier Zentimeter ab, auch der Familienhund springt so elastischer ins Heckabteil. Dort gibt es übrigens eine zusätzliche Klappe, die hochgestellt der Ladungssicherung dient und ausgestellt als Sitzgelegenheit fungiert, fürs Picknick, oder um sich der Wander- oder Skistiefel zu entledigen.

Ausgefeilte Unterhaltungselektronik

Bei entsprechender Investitionsfreude lässt sich das Interieur im wahrsten Sinne des Wortes aufmöbeln, mit Windsor-Lederbezügen oder Eiche-Echtholzdekoren, und natürlich dient sich gegen Aufpreis umfangreiche Unterhaltungselektronik an, die auch das Smartphone einbindet. Ein 3G-WiFi-Hotspot schickt bis zu acht Endgeräte online, Strom fließt über bis zu sechs 12-Volt-Ladestationen und maximal neun USB-Anschlüsse. Der Nachwuchs der solventen Discovery-Kundschaft hat das iPad schließlich immer dabei, wie Land Rovers "Konnektivitäts-Guru" Peter Virk mutmaßt.

Der Fahrer blickt auf ein nach wie vor analoges Instrumentarium, kann sich aber auf Wunsch ein Head-up-Display ins Sichtfeld projizieren. Den vielverzweigten (und manchmal verschlungenen) Wegen des Infotainments lässt es sich über einen großen 10,2-Zoll-Touchscreen nachspüren. Der liefert auch nützliche Informationen, wenn's ins Gelände geht - beispielsweise über den eingeschlagenen Winkel der Räder oder den Steigungswinkel.

Drei Diesel, ein Benziner

Unter den angebotenen Motoren dürfte der Dreiliter-V6-Benziner mit Kompressoraufladung und 340 PS zumindest bei uns eher eine Randexistenz führen. Der Einstieg ins Defender-Universum erfolgt mit dem 180 PS starken Zweiliter-Vierzylinder-Diesel, der sich nach Norm mit 6,0 Litern pro 100 km zufriedengibt und 189 km/h erreicht. Darüber angesiedelt findet sich der mit zwei Turboladern bestückte Sd4-Vierzylinderdiesel, er setzt 240 PS frei, leistet 500 Nm Drehmoment und schafft 207 km/h Topspeed.

Land Rover Discovery
Startklar: Der Discovery rollt am 22. April zum Händler, die Preise beginnen bei 50.500 Euro.
© HerstellerZoomansicht

"My favourite", sagt Nick Collins über dieses neue Triebwerk aus der Ingenium-Motorenfamilie. Tatsächlich wird der Sd4 mit den rund 2,2 Tonnen Lebendgewicht des Discovery mühelos fertig, in Sachen Laufkultur, Kraftentfaltung und Elastizität bleiben kaum Wünsche offen. Der sechszylindrige Td6-Diesel ist mit 258 PS und üppigen 600 Nm Drehmoment nicht signifikant stärker und schleppt eine Ecke mehr Gewicht mit sich herum. Dafür - Sechszylinder bleibt Sechszylinder - wirkt er aber etwas geschmeidiger und von wohltemperierterem Sound. Von den 6,3 Litern Normverbrauch des Sd4 ist er mit 7,2 Litern nicht gerade Lichtjahre entfernt, und weil auch die 2000 Euro Aufgeld in diesen Preisregionen kein Killerargument darstellen, könnte es gut sein, dass sich der Td6 zum Bestseller im Portfolio mausert. Alle Motorvarianten sind serienmäßig mit einer ebenso sanft wie präzise schaltenden Achtgang-Automatik kombiniert.

Finanzkraft gefragt

Der neue Discovery ist fraglos ein sehr gutes Fahrzeug, das so gut wie allen Anforderungen des automobilen Daseins gerecht wird. Allerdings muss man sich das britische Multitalent erst einmal leisten können. Das Grundmodell, der 2.0-l-Td4-Diesel mit 180 PS und in einfachster S-Ausstattung kostet 50.500 Euro. Für die zusätzlichen Ausstattungsoptionen (von denen manche für den Basis-Discovery noch gar nicht erhältlich sind) kann man aber noch ordentlich Geld drauflegen. Allein das Siebensitzer-Paket (Luftfederung, elektrische Heckklappe, dritte Sitzreihe) kostet 3100 Euro, das Klimapaket 3 (u. a. Vier-Zonen-Klimaautomatik, beheizbares Lenkrad, durchweg beheizbare Sitze) kommt auf 3730 Euro, das Komfortpaket Technik (zu dem die elektrisch verstellbare Sitzreihe gehört) auf 1700 Euro. Hinzu addieren sich Ausgaben für Infotainment, Fahrerassistenzsysteme und extra-leistungsfähige Offroad-Technik. Mitunter können auch Preislisten hohe Hürden aufbauen.

Ulla Ellmer

Land Rover Discovery in Kürze:

Wann er kommt: Am 22. April

Wen er ins Visier nimmt: Audi Q7, VW Touareg, BMW X5 oder Mercedes GLE

Was ihn antreibt: Vierzylinder-Diesel mit 180 und 240 PS, Sechszylinder-Diesel mit 258 PS, Sechszylinder-Benziner mit 340 PS.

Was er kostet: Ab 50.500 Euro

Was noch folgt: Möglicherweise ein Plug-in-Hybrid

Geländegänger und Familienfreund
Land Rover Discovery: Hart, aber herzlich
Land Rover Discovery
Land Rover Discovery

So was erledigt er mit links: Im Gelände ist der Discovery noch ganz anderen Anforderungen gewachsen.
© Hersteller

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