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05.07.2016, 15:50

Hybrid, Plug-in-Hybrid, Elektroversion

Hyundai Ioniq: Dreifach sauber

Was eine Dreierkette ist, wissen spätestens seit dem Viertelfinale gegen Italien nicht nur die Fußballfans. EM-Sponsor Hyundai hat da seine ganz eigene Interpretation. Der brandneue Ioniq wird mit drei verschiedenen alternativen Antriebsystemen angeliefert: Als reines Elektroauto, als Hybridmodell sowie als Plug-in-Hybrid zum Anstöpseln an die Steckdose. Diesel oder Benziner gibt es überhaupt nicht. Der grüne Koreaner könnte vor allem einem Mitbewerber aus Japan das Leben schwer machen.

Hyundai Ioniq
Zweimal Hyundai Ioniq: Links der "Elektro", rechts der Hybrid. Nicht im Bild ist der für 2017 avisierte Plug-in-Hybrid.
© Hersteller

Schon der Name hört sich irgendwie elektrisch an. Ioniq - das klingt nach Ionenfluss und stromernder Zukunft. Ganz anders jedenfalls als i10, i40 oder wie die übrigen Vertreter der Hyundai-Modellpalette so heißen. Nachdem sie mit einem Marktanteil von 3,4 Prozent (Juni 2016) die deutsche Autoszene schon sehr erfolgreich durchdrungen haben, wollen die Koreaner sich auch als Ökos etablieren. Mit dem Ioniq, so heißt es, bringe man als erster Automobilhersteller ein Modell auf den Markt, das gleich für drei unterschiedliche alternative Antriebssysteme konzipiert wurde.

Im Hinblick auf die Neuentwicklung des Ioniq stimmt das; dennoch verhilft ein Seitenblick auf die Konkurrenz zur Erkenntnis, dass es beispielsweise den guten, alten Golf ebenso als E-Version und als Plug-in-Hybriden gibt, obendrein noch als Erdgas-Variante und mit konventionellen Benzinern und Dieseln sowieso. Herkömmliche Technik kommt dem Ioniq indes gar nicht erst unter die Haube. Er startet im Oktober als Hybride, im November folgt das reine Elektromodell, der Plug-in geht erst im Sommer 2017 an den Start.

Kein radikales Design

Hyundai Ioniq Electric
Hyundai Ioniq Electric: Erkennbar an der geschlossenen Front und den kupferfarbenen Deko-Details.
© HerstellerZoomansicht

Anders als ein BMW i3 oder Toyota Prius trägt der Koreaner seine Andersartigkeit keineswegs wie ein Schild vor sich her. Heißt: Die 4,47 m lange, fünftürige Fließheck-Limousine hebt sich nicht radikal vom Rest der Autowelt ab und verstört insofern auch nicht den Nachbarn. Von Modellvariante zu Modellvariante tun sich einige dezente Unterschiede auf. Gemeinsam hat das Dreigestirn seinen exzellenten Cw-Wert von 0,24; daneben zeigen Hybrid und Plug-in-Hybrid blaue Dekoelemente, während der Elektro-Ioniq sich mit einem Kupferton schmückt. Auch bei den Rädern gibt es Divergenzen, der "Elektriker" rollt auf 16-Zoll-Alus, die anderen beiden auf 15- oder 17-Zöllern. Und schließlich verfügen die Hybriden über aktive Luftklappen im Kühlergrill ("Air Flaps"), der pure Stromer hingegen ist vorne geschlossen. Klar: Wo kein Motor ist, da braucht es auch keine kühlende Luftzufuhr.

Für den Ioniq kommt die neue Förderprämie gerade recht. Die elektrisch zu betreibende EV-Variante kostet 33.300 Euro, davon dürfen 4000 Euro abgezogen werden, bleiben 29.300 Euro. Dafür wird schon im Basismodell "Trend" jede Menge an Ausstattung mitgeliefert, Radio-Navi inklusive Android Auto und Apple Car Play beispielsweise, adaptiver Abstandstempomat, Spurhalte-Assi, Notbrems-Assistent, Rückfahrkamera, Zwei-Zonen-Klimaautomatik und ein Sieben-Zoll-TFT-Display.

Rund 280 km Reichweite

Der Elektromotor des Ioniq EV leistet 120 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 295 Nm. Somit ist eine Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h möglich. Verbaut wird eine Lithium-Polymer-Batterie, die im Vergleich zu Lithium-Ionen-Akkus einen weniger ausgeprägten Memory-Effekt aufweist, weniger wiegt und eine verhältnismäßig hohe Leistung bereitstellt. Die Kapazität des Stromspeichers liegt bei 28 kWh. Das ist nun nicht gerade gigantisch, schon das schwächste Tesla Model S bietet 70 kWh auf. Weil pro 100 km aber nur 11,5 kWh verbraucht werden, ergibt sich eine respektable Reichweite von 280 km. Klar: Wer bei minus 17 Grad über die Hügel von Taunus oder Eifel stromert, wird wesentlich schneller wieder an der Steckdose andocken müssen. Auf ersten Testfahrten in den flachen Niederlanden schmolz die am Display angezeigte Reichweite über eine Fahrdistanz von 90 km aber nur um lediglich 65 km, was schon mal als gutes Zeichen gewertet werden darf. Hilfreich beim Stromsparen ist die vierstufig verstellbare Rekuperationsleistung, wer über die Schaltpaddels am Lenkrad das höchste Level wählt, braucht beim Ausrollen vor der Ampel das Bremspedal kaum noch zu betätigen.

Wenn es sein muss, darf der Ioniq EV auch an die herkömmliche Haushaltssteckdose angeschlossen werden. In diesem Fall heißt es aber viel Geduld aufzubringen. Zwölf lange Stunden vergehen hier, bis der Koreaner wieder fit ist. Hyundai rät aber ohnedies zur Investition in die 745 Euro teure Wallbox, mit deren Hilfe der Ladevorgang in 4 Stunden und 25 Minuten vonstatten geht. Am zügigsten funktioniert's an der DC-Schnellladestation, binnen 23 Minuten kommt der Elektro-Ioniq hier wieder auf 80 Prozent seiner Leistungsfähigkeit. Praktischerweise lässt sich die Ladezeit vorprogrammieren, beispielsweise um günstigen Nachtstrom zu "tanken". Ebenso kann der Koreaner vorgeheizt bzw. -gekühlt werden, so dass der Fahrer seinen Tag in einem wohltemperierten Fahrzeug beginnt.

Hyundai Ioniq Electric Cockpit
Cockpit im Ioniq Electric: Radio-Navi mit 7-Zoll-Info-Display, Bluetooth-Freisprechen und Smartphone-Anbindung Serie.
© HerstellerZoomansicht

23.900 Euro für das Hybridmodell

Mit 23.900 Euro kommt der Hybrid-Ioniq erwartungsgemäß deutlich günstiger als sein rein elektrischer Bruder. Er wird von einem eigens entwickelten und 105 PS starken 1,6-l-Benzindirekteinspritzer (GDI) angetrieben, den ein 44-PS-Elektromotor beim Anfahren oder Beschleunigen unterstützt und der in bestimmten Fahrsituationen - signalisiert durch die "EV"-Anzeige im Display - lautlos elektrischen Betrieb ermöglicht. Insgesamt ergibt sich eine Systemleistung von 141 PS und ein Drehmoment von 265 Nm. Der Sprint von 0 auf 100 km/h erfolgt binnen 10,8 sec, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 185 km/h. Als Normverbrauch nennt Hyundai 3,4 l/100 km. Dies zu erreichen dürfte ein ambitioniertes Unterfangen sein, eine Vier vor dem Komma sollte aber möglich sein.

Hyundai bringt den Ioniq Hybrid klar gegen den Toyota Prius in Stellung, aber auch "gegen den Auris Hybrid", wie Markus Schrick, Deutschland-Chef der Koreaner, sagt. Gerade den Prius, den so mancher Branchenkenner für den gelungensten Marketingcoup der Automobilgeschichte hält, entzaubert der Ioniq gründlich. Vor allem das Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe ist es, das den Unterschied ausmacht. Im Gegensatz zur kritikwürdigen stufenlosen Automatik im Prius wechselt es die Gänge sanft, schnell und passgenau; auch vom gequälten Aufheulen, das der Japaner beim Beschleunigen hören lässt, kann im Ioniq keine Rede sein. Er fährt sich ebenso solide und komfortabel wie ein ganz normales Auto; wird von "Eco" auf "Sport", zeigt sich ansatzweise sogar eine sportliche Seite seines Charakters.

Als Dritter im Bunde stößt - leider erst nächstes Jahr - der Plug-in zur Ioniq-Familie. Er spannt den 1,6-l-GDI mit einem 61 PS starken Elektromotor zusammen, rein elektrisch soll diese Variante bis zu 50 km weit fahren. Preislich wird sie sich zwischen Hybrid und Elektro-Variante einsortieren.

Hyundai Ioniq Hybrid Heckansicht
Hyundai Ioniq Hybrid: Er ist das preisgünstigste Modell innerhalb des Dreigestirns.
© HerstellerZoomansicht

Brennstoffzelle im Programm

Neben dem alternativ angetriebenen Ioniq-Dreigestirn leistet sich Hyundai mit dem ix35 Fuel Cell eines der rar gesäten Brennstoffzellen-Fahrzeuge auf dem Markt. Auch in Sachen batterieelektrischer Mobilität will man aber noch eins drauflegen; an einer speziellen Plattform für Elektroautos werde gearbeitet, wie Ki-Sang Lee sagt, der bei Hyundai für die alternativen Antriebstechniken zuständig ist. Starten werde man damit vermutlich im D-Segment der oberen Mittelklasse.

Mit ihren Aktivitäten befinden sich die Koreaner auf dem richtigen Weg. Noch fristen Elektroautos und Plug-in-Hybriden zwar ein Nischendasein. Sollte es dem Diesel aber tatsächlich stärker an den Kragen gehen - beispielsweise in Form von innerstädtischen Fahrverboten -, dann dürften die Alternativen unter den Autos einen Popularitätsschub erleben. Gut, wenn man dann vorbereitet ist - mit einer grünen Dreierkette als solide Abwehr.

Ulla Ellmer

Ausschließlich alternativ angetrieben
Ioniq: Hyundais neuer Saubermann
Hyundai Ioniq Hybrid
Elektroauto, Plug-in-Hybrid, Hybrid

Hyundai Ioniq Hybrid: Vom elektrischen Modell unterscheidet er sich beispielsweise durch die Air-Flaps im Kühlergrill und die blaue Zierleiste.
© Hersteller

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