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28.02.2016, 15:15

Modellpflege für den Mythos

Mercedes SL: Neues vom Gentleman-Roadster

Der Mercedes SL ist nicht irgendein Roadster. Seit über 60 Jahren zählt er zu den offenen Traumwagen unter der Sonne. Jetzt hat der Klassiker eine sorgfältige Modernisierung erfahren - er sieht sportlicher aus, bringt neue technische Features mit und eine verfeinerte Ausstattung. Topmodell ist der 630 PS starke SL 65 AMG mit seinem Zwölfzylinder-Kraftwerk. Erwartungsgemäß bittet der elegante Gentleman freilich nachdrücklich zur Kasse.

Mercedes SL
Mercedes SL: Seit über sechzig Jahren zählt er zu den begehrtesten Traumwagen. Preislich startet er knapp unter 100.000 Euro.
© Hersteller

Herbert von Karajan besaß einen, Madonna ebenso, und der schwarze 190 SL mit den roten Ledersitzen, dem die anno 1957 meuchelmörderisch zu Tode gekommene Frankfurter Edelprostituierte Rosemarie Nitribitt in eineinhalb Jahren 42.000 km auf den Tacho fuhr, wurde zur Legende innerhalb der Legende. Der SL (was übrigens für super-leicht steht) ist Teil jener raren Elite von Autos, die sich Ikonen-Status erfahren haben. Seit im Februar 1954 auf der "International Motor Sports Show" von New York das Flügeltürer-Coupé 300 SL und der offene 190 SL präsentiert wurden, gehört der Zweisitzer ebenso unabdingbar zum Mercedes-Programm wie die Sonne zu Kalifornien.

Wahlheimat Kalifornien

Just dorthin, an die klimatisch begünstigte und wohlhabende Westküste der USA, wandert der Luxus-Roadster auch größtenteils aus. Die USA sind der wichtigste Absatzmarkt für den SL, gefolgt von Großbritannien und Deutschland. In letzter Zeit hat es der Zweisitzer mit Stern allerdings nicht ganz leicht gehabt. Speziell in Deutschland wurden 2015 nur 829 Exemplare zugelassen. Vom Porsche 911, den man bei Mercedes als wichtigen, wenn auch charakterlich unterschiedlichen Konkurrenten sieht, waren es hingegen über 8000 Einheiten, und selbst vom neuen Rivalen Jaguar F-Type mehr als 1300.

Im Gegensatz zu dem eher aggressiven Briten ist der SL der Gentleman unter den Roadstern; gewandet in einen sportlich-eleganten Maßanzug, unter dem sich zwar jede Menge Muskeln spannen, aber auf dezent-distinguierte Art. Wer SL fährt, tendiert zum kultivierten Cruisen, weiß aber das wohltuende Gefühl zu würdigen, dass man auch ganz anders könnte, wenn man nur wollte.

Mercedes SL
Gut geschützt: Das Windschott des Luxus-Roadsters SL fährt elektronisch aus.
© HerstellerZoomansicht

Nachgeschärfter Look

Zur Hälfte ihres Daseins hat die aktuelle SL-Generation eine sorgsame Modellpflege erhalten. Die Gesichtszüge, sprich die Frontpartie, wurden in sportlichem Sinne nachgeschärft, der dekorative Diamant-Kühlergrill verbreitert sich nach unten, auf der Motorhaube sitzen kraftkündend zwei Powerdomes, flügelähnliche Chromspangen zieren die vergrößerten Luftauslässe. Die weiter nach außen gezogenen Scheinwerfergehäuse beherbergen nunmehr serienmäßig ein "Intelligent Light System", das die Funktionen Autobahn-, Abbiege-, Kurven-, Kreisverkehr- und ein erweitertes Nebellicht umfasst.

Eher verhalten wurde hingegen der Innenraum mit den klassischen Rundinstrumenten, der traditionellen Analoguhr, den runden Luftdüsen im Triebwerkslook und der Illumination via Ambientelicht modernisiert. Piekfein ist der SL eingerichtet, die verbauten Materialien strahlen Noblesse aus, die Verarbeitungsqualität ist selbstredend perfekt. Seltsam, wie klein allerdings das Sieben-Zoll-Mediadisplay in Zeiten cinemascope-formatiger Riesenbildschirme wirkt. Immerhin zeigt sich der SL perfekt vernetzt, holt das Smartphone via Apple CarPlay an Bord und sendet über "Remote Online" beispielsweise Navi-Ziele vom Rechner oder Smartphone ans Fahrzeug.

Gewappnet für alle Jahreszeiten

Als Stärke des Edel-Roadsters kann seine - wenn man das bei einem Fahrzeug dieser Preisklasse überhaupt sagen darf - Alltagstauglichkeit gelten. Die wurde jetzt noch weiter verbessert. So hat Mercedes den Kundenwünschen entsprochen und buchstäblich die Möglichkeit eröffnet, das Dach bis nunmehr 40 km/h zu öffnen und zu schließen. Ein Vorgang, der 20 Sekunden in Anspruch nimmt und die SL-Besatzung wahlweise dem lauen Sommerwind aussetzt oder vor meteorologischen Missstimmungen schützt. Das optionale Panoramadach mit "Magic Sky Control" (3035 Euro) flutet auch im Winter noch den Innenraum mit Licht. Offen fahren - das geht freilich selbst an kühleren Tagen, denn ein Team aus elektrisch ausfahrbarem Windschott (595 Euro), Sitzheizung und Nackenfön (654 Euro) stellt angenehmes Klima im Cockpit sicher. Neu ist zudem eine automatische Restkofferraum-Abtrennung, die zum Zwecke eines erhöhten Laderaum-Volumens je nach Verdeckposition (offen oder geschlossen) aktiv wird und nach oben bzw. unten fährt. Insgesamt ergibt sich ein Fassungsvermögen von 345 bis 485 l.

Mercedes SL Kofferraum
Neu im Programm: Die automatische Restkofferraum-Abtrennung fährt selbsttätig nach oben bzw. unten.
© HerstellerZoomansicht

Unvergleichlicher Zwölfzylinder-Sound

Dem Einstiegsmodell SL 400 hat Mercedes nun eine Leistungsspritze von 34 PS und 20 Nm verpasst, was dem Dreiliter-Biturbo-V6 jetzt zu 367 Pferdestärken und 500 Nm Drehmoment verhilft. Das reicht für den null-auf-hundert-Sprint binnen 4,9 Sekunden und eine elektronisch abgeregelte Spitze von 250 km/h. Ganz oben regiert der von Haustuner AMG behandelte SL 65 AMG mit seinem unvergleichlich blubbernden Zwölfzylinder-Sound, gesegnet mit sechs Litern Hubraum, einem mächtigen Drehmoment von 1000 Nm und 630 Pferdestärken. Auch der achtzylindrige SL 63 hat bei AMG einen Muskelaufbau erfahren, er holt sich 585 PS aus 5,5 l Hubraum und bietet ein Drehmoment von 900 Nm auf. Und dann ist da noch der klassische SL: der 500er mit seinem 4,7-l-V8, 455 PS und 700 Nm Drehmoment. Sowohl beim SL 400 als auch beim SL 500 sortiert eine 9G-Automatik die Gänge, punktgenau, präzise, schnell.

Wenn es drauf ankommt und es den Fahrer packt, dann wandelt sich der SL vom hochkomfortablen Cruiser zum Sportler mit hungrigem Appetit auf Kurven. Man hat dann richtig Spaß mit ihm, erfreut sich am leichtfüßig-agilen Tanz von Kehre zu Kehre, der präzise arbeitenden Lenkung und dem Biss der Bremsen. Das Fahrdynamikprogramm "Dynamic Select" gewährt fünffache charakterliche Variabilität von komfortabel bis hin zu extrem sportlich im "Sport Plus"-Modus. Gegen eine Investition von 3510 Euro bietet der SL ein elektronisches Fahrwerk mit "Active Body Control" und Kurvenneigefunktion "Curve", mit deren Hilfe sich der Roadster im Tempobereich zwischen 15 und 180 km/h um bis zu 2,65 Grad in die Kurve legt und so die Insassen rücksichtsvoll vor den Auswirkungen der Querbeschleunigung schützt.

Mercedes SL Innenraum
Piekfein eingerichtet: Edle Materialien, perfekte Einrichtung - und ein nach aktuellen Maßstäben kleines Media-Display.
© HerstellerZoomansicht

Zum umfänglichen Arsenal elektronischen Dienstpersonals zählen unter anderem der automatische Abstandstempomat mit Lenkunterstützung, der Notbremsassistent mit wachsamem Auge im Kreuzungsverkehr oder ein Totwinkel-Assistent, der den Fahrer bei Spurwechseln warnt und notfalls einseitige Bremseingriffe leistet.

Hochkarätige Preise

Auch dass sich der SL an eine finanziell wohlsituierte Kundschaft wendet, hat Tradition. Für den Luxus-Roadster werden Preise aufgerufen, für die sich Otto Normalverbraucher eine Immobilie leistet. Das Einstiegsmodell SL 400 bleibt mit 99.097 Euro haarscharf unter der Sechsstelligkeit, und der AMG SL 65 ist nicht unter 239.934 Euro zu haben.

Ulla Ellmer

28.02.16
 

kicker-sportmagazin

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