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21.09.2013, 11:01

Leistung wie ein Sportwagen

Tesla Model S: Der Stromer für die Überholspur

So kann Elektromobilität also auch aussehen: Das Tesla Model S sorgt derzeit für viel Gesprächsstoff. Kein Wunder: Die elegante Luxuslimousine aus der E-Schmiede des kalifornischen Visionärs Elon Musk nimmt bis zu sieben Personen mit, stellt über 400 PS bereit und soll rekordverdächtigerweise fast 500 Kilometer weit kommen. Eine Ausfahrt:

Tesla Model S
Luxus-Stromer Tesla Model S: Bis zu sieben Personen können in der eleganten, viertürigen Luxuslimousine aus Kalifornien mitfahren.
© Werk

Das Thema Elektromobilität nimmt rapide an Fahrt auf. Fast alle großen Autohersteller haben inzwischen mindestens ein Modell im Portfolio, das über einen Elektromotor verfügt. Allerdings setzen die meisten Global Player derzeit noch auf Hybridkonzepte, also auf die Kombination von Elektroantrieb und Verbrennungsmotor. Dass es auch vollelektrisch vorangeht, zeigt das Model S der amerikanischen E-Mobil-Schmiede Tesla Motors.

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Auf Wunsch ein Siebensitzer

Nach einem herkömmlichen Motor sucht man hier vergebens. Unter der elegant geschwungenen vorderen Haube des knapp fünf Meter langen Tesla S verbirgt sich ein kleiner Kofferraum, der einen Golfsack oder ein paar Bierkästen aufnehmen kann. Öffnet man die riesige Heckklappe des von Franz von Holzhausen eher italienisch als amerikanisch designten Fließheck-Wagens, dann kommt darunter ein schier gigantisches Kofferabteil zum Vorschein, das gegen Aufpreis sogar mit einer dritten Sitzreihe bestückt werden kann.

Tesla Model S Armaturen mit Display
Blickfang: Das Tesla Model S verfügt über ein ungewöhnlich großes Farbdisplay.
© WerkZoomansicht

Die aufwendige Elektro-Antriebstechnik und der hochleistungsfähige 85-Amperestunden-Akkublock, der dem "Model S" zu einer für ein Elektroauto rekordverdächtigen Reichweite von fast 500 Kilometern verhelfen soll, bleiben im Unterboden der großen Limousine verborgen. Auf den Akku gibt Tesla Motors acht Jahre Garantie, der E-Motor, der in der "Performance"-Ausführung 416 PS mobilisiert und das 2,1-Tonnen-Auto bei Bedarf in nur 4,4 Sekunden von Null auf 100 km/h beschleunigt, wird vom Hersteller als "praktisch wartungsfrei" bezeichnet.

Suboptimale Aufladevorrichtung

Das metallicrote Testfahrzeug, das uns für einen Tag zur Verfügung gestellt wurde, war eine "europäisierte" Amerika-Version, was sich unter anderem in einem ausschließlich englisch sprechenden Navigationssystem widerspiegelte - und in einer Aufladevorrichtung, die sich im Alltag schnell als suboptimal erweist.

Obwohl der Tesla in mancher Hinsicht eine Art fahrbaren Computer darstellt, bei dem fast alle Funktionen von der Klimaanlage bis zum Schiebedach über einen großen Touchscreen in der Mittelkonsole gesteuert werden, gewöhnt man sich an die Bedienung sehr schnell, weil sie sich wenig von anderen Autos der Premiumklasse unterscheidet. Der wie ein Modellauto geformte Schlüssel hat eine "keyless go"-Funktion, welche die Annäherung des Schlüsselbesitzers erkennt, das Auto automatisch aufsperrt und in betriebsbereiten Zustand versetzt. Hinter das Steuer setzen, das Bremspedal treten, den Wählhebel am sportlich abgeflachten Lederlenkrad auf "D" stellen und dann langsam Gas, pardon, Strom geben: Der Tesla S setzt sich fast lautlos in Bewegung und beschleunigt völlig schaltruckfrei.

Tesla Model S
Starker Stromer: Die "Performance"-Ausführung mobilisiert stattliche 416 PS.
© DraminskiZoomansicht

Vom Fleck weg reichlich Power

Aufgrund der Leistungscharakteristik des Elektromotors stehen dessen 600 Newtonmeter "aus dem Stand" zur Verfügung und sorgen auch in höheren Geschwindigkeitsbereichen noch für erstaunliche Durchzugskraft. Eine Leistung, die dazu verleitet, sie auch häufig abzurufen. Was bei einem Verbrennungsmotor mit stark erhöhtem Spritverbrauch bei noch vertretbarem Aktionsradius verbunden ist, lässt beim Tesla S den grünen Balken der Reichweitenanzeige erschreckend schnell kleiner werden. Auf den gut 170 Kilometern vom Tesla-Auslieferungslager in Feldkirchen bei München bis nach Nürnberg sorgen Zwischensprints inklusive Ausnutzen der Höchstgeschwindigkeit von rund 210 km/h dafür, dass der Bordrechner in Nürnberg nur noch klägliche 86 Kilometer Restreichweite verkündet.

Ladestation gesucht

Also Akku nachladen. Der Energieprovider "infra" im mittelfränkischen Fürth stellt uns eine Magnetkarte zur Verfügung, mit der derzeit an zahlreichen Stromzapfsäulen der Elektroauto-Akku gratis gefüllt werden kann. Leider kommuniziert die "Tankstelle" in der infra-Zentrale nur mit Schukosteckern, der Tesla braucht aber eine Spezialbuchse für einen sogenannten Mennekes-Stecker, der nach einer EU-Verordnung künftig europäischer Standard werden soll. Immerhin wird dem Elektroauto-Neuling eine Liste mitgegeben, anhand derer er eine kompatible Station ausfindig macht. Ausgeschildert ist die in dem Städtchen Altdorf nicht - erst die Nachfrage beim örtlichen Stromversorger weist den Weg in eine schmale Nebenstraße. Hier passen die beim Tesla S mitgelieferten Kabel, der Anschluss am Auto signalisiert grünblinkend den Ladevorgang - und die Anzeige auf dem großen Touchscreen verrät, dass der Tesla-Fahrer nun große Geduld braucht. Mit der an üblichen Stromtankstellen derzeit (noch) normalen Maximalleistung von 32 Ampere an 240 Volt saugt der Tesla S pro Stunde gerade einmal 40 Kilometer Reichweite in seinen Akku. Nach zweieinhalb Stunden meldet der Reichweitenbalken 195 Kilometer, das Navi verspricht, dass Feldkirchen auf der kürzesten Strecke nur 165 Kilometer entfernt ist - und eine abenteuerliche Rückfahrt beginnt. Denn nun ist zahme Fahrweise angesagt, lässt man das Auto rollen, das beim Bergabfahren wie ein Dynamo Strom rekuperiert, wenn man vom Fahrpedal geht (was meistens auch das Bremsen erspart).

Tesla Model S Display Ladevorgang
Ladevorgang: Geduld ist angesagt.Mit dem aufpreispflichtigen Doppellader geht's schneller.
© DraminskiZoomansicht

Trotz der Schleichfahrt von tempomatgeregelten 90 km/h frisst jede lange Autobahnsteigung empfindlich an der Reichweite.

Als zu deutlich späterer Stunde als geplant wieder Feldkirchen erreicht ist, hat der Tesla S bereits seinen Bildschirm und das Fahrerdisplay verdunkelt, um Strom zu sparen. Am Ende steht der Reichweitenbalken auf zehn Kilometer, dem Testfahrer fällt ein Stein vom Herzen.

Über 100000 Euro teuer

Fazit: Die automobile Basis stimmt, vor allem die Infrastruktur erscheint aber noch stark verbesserungsfähig. Für den Tesla S, der in der getesteten Version deutlich über 100000 € kostet, ist aufpreispflichtig ein Doppellader erhältlich, der den Aufladevorgang stark verkürzt; in den USA gibt es bereits Supercharger-Stationen, die den Akku in einer halben Stunde wieder auffüllen. Wie lange es in Europa dauert, bis ein einigermaßen passables Netz von Stromtankstellen existiert, steht derzeit freilich noch in den Sternen.

Hans von Draminski

21.09.13
 
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