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17.04.2013, 16:15

Offener Zweisitzer

Jaguar F-Type: Zurück zur Roadster-Seligkeit

Sie haben es getan. Endlich: Vierzig Jahre, nachdem man den legendären E-Type ins Museum verabschiedet hat, rollt und röhrt wieder ein Jaguar-Roadster durch den Sommer. Schön ist der F-Type geworden, stark und schnell. Elektronische Tempobremse? Nichts da. Bis zu 300 km/h geht's voran. Die Preise beginnen bei 73400 Euro.

Jaguar F-Type
Jaguar F-Type: Die Bandbreite der Kompressormotoren reicht von 340 bis zu 495 PS. Eine noch deutlich stärkere RS-Variante soll folgen.
© Werk

Es war in den Neunzigern, als sie kamen, teilweise wieder gingen, oft aber auch blieben: Roadster auf Renaissance-Trip; ein Mazda MX-5 zum Beispiel, ein BMW Z3, oder ein Mercedes SLK. Nur Jaguar durfte nicht mitspielen. Ausgerechnet Jaguar: Die Marke, die dereinst mit dem legendären E-Type einen der schönsten offenen Zweisitzer überhaupt im Programm geführt hatte. Auf die gloriosen, coolen Swinging Sixties aber waren für Jaguar die Jahre des Katzenjammers gefolgt. Ob die Herren der Marke nun British Leyland oder Ford hießen - der Fokus war aufs Sparen gerichtet. Wenn überhaupt investiert wurde, dann - unter Ford etwa - in kleine Limousinen oder Diesel. Wichtig, sinnvoll - ja, das schon. Aber schön? Charismatisch gar? Die Wende kam erst 2008, als der indische Tata-Konzern das Regiment übernahm und dessen Chef Rattan Tata - ein "petrol head", wie Jaguar-Manager Wayne Darley sagt, einer mit Benzin im Blut also - das Roadster-Projekt höchstpersönlich zur Chefsache machte.

Jaguar F-Type Heck
V8-Topmodell: Zu erkennen an den vierflutigen Auspuffendrohren.
© WerkZoomansicht

Ein Roadster wie aus dem Bilderbuch

Da ist er nun, der F-Type: Ein Roadster wie aus dem Bilderbuch! Breit steht er da, flach, mit 4,47 m Länge knackig-kompakt. Lange Motorhaube, kurze Überhänge, und ein stilsicher gezeichnetes Heck, das dem Hintermann die mittige Doppeltrompete der Auspuffendrohre zeigt. Anders sieht's beim Topmodell V8 aus, wo vierflutige, außen liegende Einzelendstücke installiert sind. Aus denen lässt's der F-Type stimmlich sowieso schon mächtig ballern. Wehe aber, wenn der Fahrer die Soundtaste auf der Mittelkonsole drückt: Wie's dann röhrt, knallt und brüllt, das ist mit Sounderlebnis nur sehr unzureichend beschrieben. Schon eher kommt diese kalkuliert komponierte Klangwalze so etwas wie einem akustischen Inferno nahe.

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Man hat es schließlich mit einem Sportwagen zu tun. Entsprechend knapp ist auch das luxuriöse Cockpit zugeschnitten. Dem Einstieg folgt der tiefe Fall auf straff gepolsterte Sportsitze, welche die Passagiere mit stringentem Seitenhalt umfassen. Absolut wertig die verarbeiteten Materialien, der F-Type atmet beste britische Noblesse. Vorzuwerfen ist ihm eigentlich nur, dass die Infotainment/Navi-Einheit nicht das Niveau der Konkurrenz (beispielsweise von Porsche) erreicht - weder, was die Bildschirmdarstellung noch die Bedienführung betrifft.

Stoffverdeck statt Stahlklappdach

Jagur F-Type Cockpit
Luxuriös eingerichtet: F-Type-Cockpit mit tief positionierten Sportsitzen.
© WerkZoomansicht

Behütet wird der Zweisitzer ganz klassisch von einem "Canvas Top", einem Stoffverdeck. Das sieht gut aus, schon allein deshalb, weil es die Proportionierung nicht so unschön verschiebt, wie man es von manchem designtechnischen Stahlklappdach-Elend her kennt. Außerdem, erklärt Wayne Darley, hätte sich mit einem solchen festen Dach womöglich die perfekt austarierte Gewichtsverteilung (50:50) nicht halten lassen.

Das wiederum wäre der Agilität abträglich gewesen. Noch mal: Man hat es schließlich mit einem Sportwagen zu tun. Fahrdynamisch ist der F-Type erste Sahne, das Handling schlicht klasse; der Hecktriebler lässt sich mit der Verve einer wahren Fahrmaschine um die Kurven jagen. Brutal hart ist er zwar nicht abgestimmt, letztlich aber schon sehr straff, komfortabel geht sicherlich anders. Eine manuelle Schaltung hat Jaguar nicht vorgesehen. Warum auch? Die in allen Modellen serienmäßige Achtgang-Quickshift-Automatik verfügt schließlich auch über einen manuellen Modus, wenn's den Fahrer überkommt, kann er entweder über Schaltpaddles am Lenkrad oder die Sport-Shift-Stellung des Wählhebels aktiv werden. Statt einer elektromechanischen haben die Technik sehr bewusst eine hydraulische Lenkung präferiert, sehr zu Recht, sie vermittelt direkten Fahrbahnkontakt und hält den Roadster mit messerscharfer Präzision auf Kurs.

Jaguar F-Type
Rechtzeitig zum Frühling: Der Startschuss für den neuen Roadster erfolgt am 25. Mai.
© WerkZoomansicht

Aufgeladen per Kompressor

Bei den Motoren setzt man durchweg auf Kompressoraufladung. Schon das kleinste Triebwerk, ein Dreiliter-V6 mit 340 PS, stellt leistungstechnisch absolut zufrieden - mehr braucht's eigentlich gar nicht, um mit dem F-Type glücklich zu werden. Der Sprint von null auf hundert ist in 5,3 Sekunden erledigt, als Spitze sind 260 km/h möglich, elektronisch eingebremst wird hier nichts. Der werksseitig angegebene Verbrauch von 9,0 l/100 km fällt freilich unter die Rubrik Wunschdenken, auf ersten Testfahrten wies der Bordcomputer lässig einen zweistelligen Wert um die 15 l aus. Eine zweite Ausprägung des Sechszylinders (84900 Euro) bringt 380 PS auf den Prüfstand, ein Leistungsunterschied, der sich im Fahrbetrieb allerdings nicht wirklich nachdrücklich bemerkbar macht. Nach 4,9 Sekunden ist Tempo 100 erreicht, die Topspeed liegt bei 275 km/h, der Verbrauch bei (na ja) 9,1 l/100 km. Wilde 495 PS setzt hingegen das Spitzenmodell zu 99900 Euro frei: Sein Fünfliter-V8 mit mächtigen 625 Nm Drehmoment sorgt dafür, dass der Top-F-Type in 4,3 Sekunden die 100er-Marke schnupft und brachiale 300 km/h schnell rennt.

Dem Roadster folgt ein Coupe

Dabei steht das allersportlichste Modell noch aus: Weit über 500 PS wird der kommende RS wohl leisten. Und noch weiterer Familienzuwachs ist in Sicht: Auch mit einer geschlossenen Coupé-Variante ist zu rechnen.

Ulla Ellmer

17.04.13
 
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