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21.03.2013, 19:05

Elektromobilität

Renault Zoe: Schafft dieser Stromer den Durchbruch?

Von einer Erfolgsgeschichte ist die Elektromobilität noch weit entfernt. Doch Renault in seinem Lauf halten weder dürftigste Verkaufszahlen noch ausgeprägte Kundenskepsis auf. Nach der Limousine Fluence, dem gewerblich orientierten E-Kangoo und dem skurrilen Quad Twizy lanciert man jetzt schon die vierte stromernde Baureihe. Und der Zoe, ein fünftüriger Kleinwagen, könnte es tatsächlich bei einem breiteren Kundenkreis schaffen: Für ein Elektroauto ist er gar nicht mal so teuer und liefert eine Reichweite von über 200 km.

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Renault Zoe
Renault Zoe: Vollwertiger E-Kleinwagen zu Preisen ab 21700 Euro.
© Werk Zoomansicht

Was Elektroautos die Tour bislang gründlich vermiest hat, ist hinlänglich bekannt. Für zu viel Geld bieten sie zu wenig: Zu wenig Reichweite, zu wenig Alltagstauglichkeit. Alle hundert Kilometer einen mehrstündigen "Tankstopp" einlegen zu müssen, das vermag das Reiseerlebnis von Gelsenkirchen in Richtung Gardasee vielleicht zu intensivieren, gemahnt aber letztlich doch arg an die von Pferdewechseln begleitete Postkutschen-Seligkeit, die weiland noch Goethe auf seiner Italienischen Reise genossen hat.

Als Zweitwagen macht der Zoe Sinn

Anno 2013 wünscht sich das keiner mehr zurück. Elektromobilität und Langstreckentauglichkeit passt so wenig zusammen wie ein Opel Astra und die Reise zum Planeten Uranus. Das hat Renault sehr hellsichtig erkannt. "Wir wollen kein Auto mit Verbrennungsmotor ersetzen", sagen die Franzosen, wenn es um das jüngste Produkt ihres elektromobilen Engagements geht. Der Zoe, ein rund vier Meter kompakter Kleinwagen, ist für "eine andere Spielwiese" gedacht. Als Zweitwagen soll er vorzugsweise Pendler vom städtischen Umland in die Citys bringen, als Einkaufswagen dienen oder die Kids zum Fußballtraining transportieren. Immerhin, so Renault, würden 87 Prozent der täglichen Fahrleistungen eine Distanz von 60 Kilometer nicht überschreiten.

Renault Zoe Monitor
Wie ein Tablet-Computer: Über den Monitor lassen sich auch E-Mails lesen oder Infos über die Reichweite abrufen.
© Werk Zoomansicht

Da liegt der Zoe locker drüber. Nach Norm soll er sogar eine Reichweite von 210 Kilometern schaffen. Im Alltag realistisch dürften zwar nur deren 150 sein, aber auch damit lässt sich schon einiges anfangen. Zumal der neue Stromer auch konzeptionell ein absolut vollwertiges Auto ist. Modern ist er gestylt, aber nicht zu futuristisch-abgehoben, er bietet fünf Türen und fünf Sitzplätze auf, in den Kofferraum passen 338 Liter, die sich - was leider nur einteilig funktioniert - durch Umklappen der Rücksitzlehne bis auf 1225 Liter erweitern lassen.

Flink unterwegs

Im Fahrbetrieb bereitet der kleine Franzose richtig Freude. Sein Elektromotor leistet 88 PS, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 135 km/h elektronisch abgeregelt, um dem Aktionsradius nicht allzu Böses zu tun. Wie alle Elektroautos stellt auch der Zoe sein Maximaldrehmoment (220 Nm) vom Fleck weg zur Verfügung, legt also einen zügigen Ampelstart hin. In 13,5 Sekunden schnurrt der Franzose von 0 auf 100 km/h. Die Lenkung arbeitet zwar leichtgängig, vermittelt aber dennoch ausreichend Fahrbahnkontakt. Wendig flitzt der Kurze in der City von Spur zu Spur und kann obendrein mit recht anständigem Fahrkomfort dienen. Defizite im Vergleich zu einem konventionell motorisierten Mini? Nicht wirklich in Sicht.

Renault Zoe Schnellladestation
Idealvorstellung: Ein dichtes Netz an Schnellladestationen in den Städten. An einer solchen Säule ist der Zoe binnen 30 Minuten zu 80 Prozent wieder aufgeladen.
© Werk

Manko beim Laden

Wenn sein Lithium-Ionen-Akku leer ist, lässt sich der Zoe durch verschiedenartige Ladevorgänge wieder "betanken". Die zeitlich effektivste: Man hängt ihn an eine so genannte Schnellladestation, an eine Säule also, wie sie - in allerdings unterschiedlicher Dichte - gerade in Großstädten bereits vorhanden sind und nach den Idealvorstellungen der E-Visionäre künftig auch auf Supermarkt-Parkplätzen oder in Parkhäusern reichlich zur Verfügung stehen sollen. An einer solchen Schnellladestation genügt dem Zoe eine halbe Stunde, um auf 80 Prozent seiner Ladekapazität zu kommen. Für zuhause liefert Renault eine so genannte "Wallbox" mit, die dann noch in der Garage oder unterm Carport installiert werden muss. Solcherart angeschlossen braucht der Franzose sechs bis neun Stunden bis zur Wiederaufladung auf 100 Prozent. Leider aber schränkt die Gebundenheit an die Wallbox die Alltagstauglichkeit des Zoe ein. Ihn während des Sonntagnachmittagbesuchs bei der Oma oder während der Party bei Freunden an die Steckdose anzustöpseln - das geht nicht.

Preise ab 21700 Euro

Renault Zoe laden Garage
Ladevorgang zuhause: Das funktioniert nur über eine Wallbox, die Renault mitliefert.
© Werk Zoomansicht

Schade, denn preislich hat Renaults Stromer als vielleicht erster seiner Gattung das Zeug dazu, über gewerbliche Kundenkreise hinaus auch private Käufer anzusprechen. 21700 Euro kostet das Einstiegsmodell "Life", immerhin schon mit ABS, ESP, Geräuschsimulator (zum Schutz von Passanten), Berganfahrhilfe, elektrisch einstellbaren und beheizbaren Außenspiegeln, elektrischen Fensterhebern, Klimaautomatik, Tempomat, Mediasystem, Navi sowie einem Radio mit Bluetooth-Anbindung ausgestattet. Hinzu kommt zwar noch die Batteriemiete (mindestens 79 Euro monatlich), für ein so vollwertiges Elektroauto sind die Kosten aber dennoch vergleichsweise günstig. Auch wenn der Aktionsradius vielleicht nicht ganz bis Italien, sondern nur bis zum Lieblings-Italiener reicht.

Ulla Ellmer

21.03.13
 
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