Der 4,17 Meter lange Crossover gilt - mit 330000 in Europa produzierten und rund 25000 in Deutschland verkauften Einheiten - als erfolgreiches Modell. Nissan plant weitere Ableger in der Nismo-Linie, so soll im Juni der 370 Z, ein Sportcoupe mit 344 PS folgen. Der Einstieg mit dem Juke Nismo, also von unten nach oben im Modellprogramm, ist freilich etwas ungewöhnlich.
Der Juke Nismo startet als Fronttriebler mit Sechsgang-Schaltgetriebe bei 26400 Euro. Für diesen Preis erhält der Kunde ein komplett ausgestattetes Tuning-Modell mit einem 1,6-Liter-Turbobenziner, der 200 PS leistet. Klimaanlage, Sitzheizung, Metallic-Lack,18-Zoll-Leichtmetallräder und vieles mehr sind serienmäßig, eine Sonderausstattungsliste entfällt folglich. Für die Allradversion mit CVT-Getriebe verlangt Nissan 29400 Euro. Sie dürfte trotz der Automatik von zwei Drittel der Käufer geordert werden. Die sind gut beraten, denn bei der 4x4-Variante erübrigen sich Antriebseinflüsse in der Lenkung und sie bekommt die Kraft auch besser auf den Boden.
Mit dem Fronttriebler kann der Fahrer durchaus zügig unterwegs sein, dazu tragen die dynamische Fahrwerksauslegung und die knackige Schaltung und präzise Lenkung bei. Die Nachteile des hohen Schwerpunkts bei der Agilität konnten die Entwickler freilich nicht abstellen. Ein wenig irritiert auch, warum der Nismo-Juke nur zehn PS mehr drauflegt als das bisherige Topmodell der Reihe, der 190-PS-Tekna. Der Neue beschleunigt in 7,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100, läuft bis zu 215 km/h schnell und verbraucht im genormten Mix 6,9 Liter auf 100 Kilometer, entsprechend 159 g/km CO2-Ausstoß. Zum Jahresende wird Nissan aber eine Motorversion mit 218 PS bringen.
Optisch wird der brave Juke mit roten Außenspiegeln und Dekorstreifen sowie einem Dachspoiler aufgepeppt. Innen zählen ausgeformte Sitze und das Leder/Alcantara-bezogene Lenkrad zu den Nismo-Zutaten.
Die Nissan-Motorsportabteilung entstand praktisch schon in sechziger Jahren, 1984 wurde Nismo offiziell gegründet. In Zukunft will Nissan vom Image der Rennsport-Division in vielen Absatzmärkten profitieren und damit das eigene aufpolieren. Unter anderem sollen für die Freunde des privaten Tunings Nismo-Styling-Kits angeboten werden. Racing-Hardliner und besonders gut Betuchte können übrigens den Juke in der Version Nismo-R ordern. Die Ausnahme-Exemplare werden 550 PS aus dem Biturbo-V6 des GT-R leisten und rund 500.000 Euro kosten.
Ingo Reuss
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