
Kaum haben wir verstanden, dass das Kürzel "SUV" für "Sport Utility Vehicle" steht, da sollen wir schon wieder umlernen. Im speziellen Fall des Kuga, so setzt es uns Ford auseinander, meint es nämlich "Smart Utility Vehicle". Aha. Und warum? Weil, so erklärt es Programmmanager Rolf Laudenberg, im "Kuga mehr Technologie als in jedem anderen Ford in Europa" steckt.
In den USA wird der Kuga unter dem Namen "Escape" verkauft. Dabei ist er eigentlich ein waschechter Europäer. Design, Fahrwerks- und Motorentechnik sind in den europäischen Entwicklungszentren entstanden, die Produktion für Europa erfolgt im spanischen Valencia.
Gewachsen ist die zweite Modellgeneration, sie bringt es jetzt auf 4,52 m Länge. Gleichzeitig ist der frisch renovierte Kuga flacher geworden, was eine sportlichere Attitüde generiert, die eine scharfe "Bügelfalte" entlang der Flanke noch unterstreicht. Im Kofferraum lassen sich - plus 46 l - nunmehr 481 l unterbringen, durch Umlegen der Rücksitze erweitert sich das Schluckvermögen bis auf 1653 l. Mehr als nur ein Gag: Gegen Aufpreis (575 Euro) ist das "Key Free Paket" zu ordern, das neben schlüssellosem Zugang auch eine sensorgesteuert elektrisch öffnende Heckklappe umfasst: Eine kurze Fußbewegung unter dem rückwärtigen Stoßfänger genügt, um sich wie von Zauberhand - respektive von Zauberfuß - Zugang zum Gepäckabteil zu verschaffen.
Was Ford leider auch beim Kuga noch nicht besser hingekriegt hat, ist der mit kleinen Schaltern und Knöpfen arg überfrachtete Instrumententräger in Kombination mit einem ebenfalls zu kleinen Monitor. Bedienungsfreundlich geht anders. Und zu bedienen gibt es vieles, wenn der Käufer die Möglichkeit der Aufpreisliste nur ausschöpft. Auf Wunsch hält der Kuga beispielsweise die Fahrspur und warnt im Falle eines unbeabsichtigten Verlassens derselben, er bietet ein Auffahr-Warnsystem und ein automatisches Notbremssystem für die Stadt. Er erkennt Verkehrsschilder, alarmiert bei vermuteten Müdigkeitsattacken, schaltet automatisch das Fernlicht zu und ab, hilft beim Einparken und hält - radarbasiert - einen angemessenen Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug.
Köpfchen beweist auch der neue, intelligente Allradantrieb, der die Antriebskräfte nicht nur selbständig an Vorder- und Hinterachse, sondern auch an die einzelnen Räder weiterleitet. Fürs Basismodell mit 1,6-l/150-PS-Benziner ist 4WD allerdings nicht verfügbar. Wohl aber für das stärkere 1,6-l/182-PS-Triebwerk und die beiden angebotenen Dieselmotoren, je mit 2,0 l Hubraum ausgestattet und 140 bzw. 163 PS stark. Als Alternative zur manuellen Sechsgangschaltung offeriert Ford für die beiden Selbstzünder auch ein Direktschaltgetriebe. Wer besonderes Augenmerk auf Sparsamkeit legt, dem sei der kleinere Selbstzünder mit seinem Verbrauchsschnitt von 5,3 (Fronttriebler) bzw. 5,9 l/100 km (Allradler) empfohlen.
Dass das "S" in "SUV" durchaus auch mit "sportlich" übersetzt werden kann, diesen Beweis tritt der Kuga auf der Straße an. Für einen Soft-Offroader lässt er sich erstaunlich flink und agil pilotieren, zeichnet sich durch Handlingstärke und Lenkpräzision aus.
Zielführend in Sachen Verkauf dürfte sein, dass sich schon das Basismodell "Trend" (ab 24000 Euro)ausstattungstechnisch nichts nachsagen lässt. Serienmäßig an Bord sind beispielsweise ein Audiosystem mit Lenkradfernbedienung, elektrische Fensterheber vorn und hinten, Tempomat, Klimaanlage und Sportsitze. Der luxuriösere "Titanium" (ab 26000 Euro) hat zusätzlich das sprachgesteuerte Multimediasystem "Sync", Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Regensensor, Aluräder und Leder-Stoff-Polster an Bord. Ob es mit dem Kuga freilich so weit kommt wie mit seinem amerikanischen Zwilling, muss sich erst zeigen: Für den Escape meldet Ford in den USA bereits "sold out" - ausverkauft.
Ulla Ellmer
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