
Hybrid ja - aber warum ist es ausgerechnet der Jetta, der als zweiter Volkswagen neben dem Touareg solch grüne Pfade befahren soll? Ganz einfach: Weil die USA, anders als das diesel-lastige Europa, ein wichtiger Hybridmarkt sind. Und weil sich zwischen San Francisco und New York kein anderer VW häufiger verkauft als eben der Jetta. Da er nun schon mal fertig ist, bekommen auch wir ihn im kommenden Frühjahr mit Doppelherz-Technologie ab.

Antriebstechnisch verbündet VW im Jetta Hybrid einen 150 PS starken 1,4-l-Turbobenziner und einen Elektromotor mit 27 PS. Das addiert sich zu einer Gesamtsystemleistung von 170 PS, deutlich mehr, als der Konkurrent Prius mit seinen 136 Pferdestärken in die Waagschale werfen kann. Ein 7-G-Doppelkupplungsgetriebe ist für die Kraftübertragung an die Vorderachse zuständig. Als Vollhybride ist die Limousine auch des rein elektrischen Fahrens mächtig. Bis zu zwei Kilometer schnürt sie lautlos dahin, das funktioniert entweder automatisch oder aber auf den ausdrücklichen Befehl des Fahrers über eine "E-Mode"-Taste hin. Auch Segeln gehört zum Programm: Nimmt der Pilot bei höheren Geschwindigkeiten (bis zu ca. 135 km/h) den Fuß vom Gaspedal, dann wird der Benzinmotor abgeschaltet und vom Antriebsstrang abgekoppelt, der Hybride rollt somit verbrauchsneutral dahin. Und beim Bremsen wirkt der E-Motor als Generator, der die Lithium-Ionen-Batterie wieder auflädt. Stehen beispielsweise Überholvorgänge an, so lässt sich die Energie als Extra-Boost an Kraft abrufen. Diverse Instrumente halten während der Fahrt über die Energieflüsse und deren Richtung auf dem Laufenden.
In der Fahrpraxis geht der Jetta mit den zwei Herzen durchaus zackig zur Sache. Sportlich das Sprintvermögen, von null auf hundert vergehen keine neun Sekunden. Auch im Verbrennungsmodus bleibt der Hybride angenehm leise, anders als der Prius verkneift er sich beim Beschleunigen ein unschönes Jaulen. Als Verbrauch gibt VW rund 5,2 l pro 100 km an, auf ersten Probekilometern hielt sich die Anzeige des Bordcomputers tatsächlich wacker unter der Sechs-Liter-Marke.
Was den Kofferraum betrifft, so hat der Hybrid-Jetta etwas weniger zu bieten als die obligatorisch motorisierten Versionen. Weil die Batterie hinter der Rücksitzbank untergebracht ist, ergibt sich im Gepäckabteil eine Stufe, das Volumen schmilzt von 510 auf 360 l zusammen.
Mit vermutlich rund 30000 Euro ist der Jetta Hybrid auf den ersten Blick stattlich eingepreist. Dafür aber positioniert ihn VW als sehr wohlausgestattetes HighTech-Produkt. Neben einer Zweizonen-Klimaautomatik werden unter anderem auch Bluetooth-Freisprechanlage sowie Schnittstelle für iPod&Co serienmäßig sein.
Ohnedies ist der Jetta Hybrid nur der erste grüne Streich, mit denen VW in den nächsten beiden Jahren an die Öffentlichkeit geht. Elektro-up! und Elektro-Golf begeben sich 2013 an den Start, 2014 folgt dann der Plug-In-Golf, ein Hybride zum Andocken an der Steckdose.
Ulla Ellmer
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