Der Mini-Familie steht erneut Nachwuchs ins Haus. Paceman heißt das siebte Modell seit dem Start der Marke in die Neuzeit vor elf Jahren. Der Zweitürer und 2 +2-Sitzer versteht sich als eine Mischung aus SUV und Coupe. Von einem "Sports-Activity-Coupe" sprechen die Mini-Leute und vom Vorstoß in ein neues Fahrzeugsegment. Paceman-Entwicklungsleiter David Haidekker: "Wir sind mit diesem Konzept die Ersten im Premium-Segment der Klein- und Kompaktfahrzeuge". Es ist nicht die erste Pioniertat, denn schon der Countryman ist seinerzeit in unerforschtes Terrain eingedrungen. Trotz anfänglicher Skepsis hat der rundliche Mini-Ableger seinen Schöpfern Recht gegeben - bereits 100000 Countryman sind bisher verkauft worden. Beim Paceman ignoriert die BMW-Tochter erneut klassische Vorbilder - ähnlich wie auch der deutlich größere Range Rover Evoque in der zweitürigen "Coupe"-Version.
Der Paceman, der zusammen mit dem Countryman im österreichischen Graz gebaut wird, teilt sich mit ihm nicht nur die Plattform, sondern ist bis zur A-Säule weitgehend identisch. Gegenüber seinem Schwestermodell wirkt der Paceman nicht nur flacher. Er misst in der Außenhöhe knapp vier Zentimeter weniger, davon geht allerdings ein Zentimeter aufs Konto der tiefergelegten Karosserie. Nach hinten fällt das Dach ab, die Seitenscheiben und die Heckscheibe sind fast so schmal wie Schießscharten. Um die Sportlichkeit zu betonen und das SUV-Coupe eigenständiger zu gestalten, wurden die hinteren Radhäuser herausgezogen und die Rückleuchten liegend angeordnet. Nicht zuletzt prangt am Heck der Schriftzug "Paceman".
Die Coupe-Version bietet Mini (wie den vor rund drei Jahren präsentierten, viertürigen Countryman) alternativ mit Front- oder mit Allradantrieb an. Der Allradanteil dürfte wie beim Countryman bei vierzig Prozent liegen. Wem die straffe Federung nicht behagt, kann ohne Mehrpreis auf Sportfahrwerk und Tieferlegung verzichten.
Innen herrscht vorn das typische Mini-Ambiente vor, im Fond befinden sich zwei bequeme Einzelsitze. Ins Gepäckabteil des 4,11-Meter-Minis passen 330 bis 1.080 Liter - kaum weniger als beim Countryman. Als Antrieb dienen zwei kraftvolle Benziner mit 122 PS (ab 23800 Euro) und 184 PS im Cooper "S" (ab 27600 Euro) sowie zwei sparsame Diesel mit 112 PS (ab 25500 Euro) und 143 PS (ab 28500 Euro). Außer dem Basisbenziner können alle Versionen mit Allrad (Aufpreis: 1700 Euro) geordert werden. Serie ist die Sechsgangschaltung, optional die Sechsgang-Automatik. Mitte März beginnt die Auslieferung des Paceman.
Ingo Reuss
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