Na endlich! Auch BMW tut was für Familien. Wenn Mercedes mit der neuen A-Klasse schon in die Pfründe des 1ers einbricht, dann geht man seinerseits jetzt halt die B-Klasse an. Der "Concept Active Tourer" zeigt auf, wie sich der erste Van des Hauses darstellen wird. Ein Raumfahrzeug auf 1er-Basis, und stilistisch unübersehbar ein BMW. Leicht keilförmig - das sieht sportlich aus - mit einer dezent nach vorn geneigten BMW-Niere und weit in die Kotflügel reichenden Doppelscheinwerfern samt LED-Augenbrauen. 4,35 m lang, 1,83 breit und (1,56 m) ein gutes Stück höher als der 1er. Man will seine Klientel schließlich bequem ein- und aussteigen lassen und ihr die in diesem Segment gewünschte üppige Kopffreiheit gönnen.
Die Rückenlehnen lassen sich praxisgerecht im Verhältnis 40:20:40 teilen, legt man sie flach, wird ein komplett ebener Ladeboden draus. Clou: In den Rückseiten der Vordersitze befindet sich eine senkrechte Metallschiene, in die sich Klapptische, zusätzliche Verstautaschen, aber auch alle gängigen Tablet-Computer einklicken lassen. Nicht mehr ganz kleine Beifahrer mögen so ihren Facebook-Account checken oder sonstwie im Internet surfen; was die jüngsten betrifft, so reduziert ein Film- oder Spieleprogramm den gefürchteten Quengel-Effekt.
Tolles Teil: Das Panoramadach "Cool Shade", das sich über die gesamte Dachfläche erstreckt und per Knopfdruck auf Sonnenbrillenniveau abdunkeln oder aber lichtspendend aufhellen lässt. Gleichzeitig ist es möglich, auf diese Weise die Raumtemperatur zu regulieren.
Wie die größeren BMWs liefert auch der "Active Concept" wichtige Infos via ein Head-up-Display; aus dem neuen 7er kennt man wiederum das virtuelle Instrumentendisplay, auf dem sich beispielsweise die verschiedenen Fahrerlebnismodi (Comfort, Sport, Eco Pro) "in eigenständigen Farbwelten" (BMW-Diktion) darstellen lassen.
Aber auch motorseitig macht der Familientransporter etwas klar, das BMW bislang nicht mit spitzen Fingern angefasst hätte. Ein quer eingebauter Dreizylinder (!) sorgt für Vortrieb, turbogeladen und mit Direkteinspritzung versehen, seine Leistung überträgt er auf die Vorderräder. In der Studie kooperiert er mit einem Elektromotörchen, das wiederum für die Hinterachse zuständig ist. Insgesamt ergibt das eine Hybrid-Systemleistung von 190 PS. Der Lithium-Ionen-Akku lässt sich bequem an der 220-Volt-Haushaltssteckdose aufladen, die elektrische Reichweite soll rund 30 km betragen, als Topspeed gibt BMW 200 km/h an. Und der Verbrauchsschnitt - moderat-brave Fahrweise vorausgesetzt - liegt bei 2,5 l je 100 km, das entspricht einem CO2-Ausstoß von unter 60 g/km.
Ganz von ungefähr kommt das Münchner Engagement im kompakten Van-Segment natürlich nicht. Fest im Blick hat man dabei die Absenkung des Flottenverbrauchs - und die Ertragschancen. Die sehen vielversprechend aus: In den kommenden zehn Jahren, so verlautet es von BMW, rechne man bei den Premium-Kompakten mit jährlichen Wachstumsraten von etwa fünf Prozent.
epr
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