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14.09.2012, 15:40

Kombi-Coupé-Mix von Mercedes

CLS Shooting Brake: Edel, hilfreich und gut

Das jüngste Produkt aus dem Hause Mercedes soll das Beste aus zwei Welten vereinen: Die Eleganz eines Coupés einerseits und die praktisch-hilfreiche Ladekapazität eines Kombis andererseits. Verkauft wird der luxuriöse Edel-Transporteur ab dem 6. Oktober, die Preise beginnen bei 61761 Euro - und ganz oben thront ein AMG-Kraftpaket mit 557 PS.

Mercedes Shooting Brake
Mercedes CLS Shooting Brake: Vom Coupé CLS stammen die lange Schnauze, die schmalen Fenster und das flach abfallende Heck, vom Kombi der voluminöse Laderaum, der zwischen 590 und 1550 l wegputzt.
© Werk

"Braucht die Welt ein solches Auto?", fragt Thomas Uhl. Zumindest bei Mercedes rechnet man offenkundig fest damit. Kaum hätte das Team um den Projektleiter CLS sonst in die Realität umgesetzt, was einst auf dem Pariser Salon 2008 als Studie zu sehen war. "Concept Fascination" hieß das damals, als Serienmodell trägt es nun den Namen "Shooting Brake". Explosiv hört sich das an, dabei entstammt der Begriff eigentlich dem beschaulichen Kutschenzeitalter: Gemeint waren anno dazumal Fuhrwerke, an denen der Willen widerspenstiger Pferde gebrochen (to break) wurde, und die - mit leichten Aufbauten versehen - auch zur Jagd (shooting) eingesetzt wurden.

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Den Coupé-Anteil am Shooting Brake - langgestreckte Motorhaube, schmale Fenster, rahmenlose Vollalu-Türen, flach abfallendes Heck - steuert der CLS bei. Auch der hat schon ein Marktsegment in unangeahnte Blüte versetzt: Das der viertürigen Coupés - frag' nach beim BMW 6er Gran Coupé, frag' nach beim Porsche Panamera, frag' nach beim Audi A7. Die Tauglichkeit für anspruchsvollere Transportaufgaben hat sich der knapp fünf Meter lange Shooting Brake indes vom Kombi geholt. Ins Gepäckabteil passen beeindruckende 590 bis 1550 Liter; ein Wert, der sogar professionell-reinrassige Lastenträger wie Audi A6 Avant oder BMW 5er touring in Erklärungsnöte bringt (ganz im Gegensatz zum E-Klasse T-Modell, wie Mercedes stolz vermerkt). So tief geht's rein in den Kofferraum, dass es schon teleskopartig ausfahrender Arme bedürfte, um die Rücksitzlehnen zwecks Erweiterung umzulegen. Dieses Problem löst ein Fernentriegelungsmechanismus, zudem gibt es ab Werk eine elektrisch öffnende Heckklappe, eine Durchlademöglichkeit, ein Gepäcknetz sowie eine Laderaumabdeckung, die einen optischen Riegel zwischen Frachtgut und neugierige Blicke schiebt.

Mercedes Shooting Brake
Der reinste Luxus: 4700 Euro sind für den Holzladeboden hinzublättern.
© WerkZoomansicht

Holzladeboden zu 4700 Euro

Mercedes-Standard entsprechend, ist der Kofferraum mit feinster Auslegeware verkleidet. Wem das nicht edel genug ist, den verweist die Extra-Liste auf einen "Holzladeboden aus amerikanischem Kirschbaumholz mit Intarsien aus Räuchereiche". Das hört sich schon verdächtig teuer an, kostet in der Tat das horrende Sümmchen von 4700 Euro, sieht dafür aber so elegant aus, als sei's vom Deck einer Luxusyacht gekapert worden.

Coupé hin, Kombi her: "In der Essenz", heißt es bei Mercedes, sei der Shooting Brake vor allem "ein Sportwagen". Freilich einer, der neben dem erwähnt opulenten Gepäckraum auch im Fond komfortabel Platz anbietet. Auf den beiden äußeren Einzelsitzen lässt es sich sehr entspannt die müden Reisegliedmaßnahmen ausstrecken, während die mittige Sitzgelegenheit eher einer Notunterkunft gleicht.

Die sportliche Charakteristik merkt man dem Shooting Brake auch bei seinem Wirken auf der Straße an. Erstklassig das Fahrverhalten - alles andere wäre auch eine Überraschung gewesen - aber mit einer doch recht straffen Note. Vor allem die AMG-Version (von der noch die Rede sein wird) zieht da zugunsten bedingungsloser Bodenhaftung die Komfort-Bremse.

Shooting Brake
Start im Oktober: Das Preisspektrum beginnt bei 61761 Euro.
© WerkZoomansicht

Alle Motorvarianten arbeiten serienmäßig mit 7G-Automatik und Start-Stopp-System zusammen. Ausgesprochen gute Arbeit leistet schon das kleinste Triebwerk: Der 204 PS starke Vierzylinder-Diesel (204 PS) im 250 CDI zeigt beste Manieren, agiert drehmomentstark und kultiviert, vor allem aber stimmen die Verbrauchswerte (Schnitt 5,3 l/100 km) sehr zufrieden. Eine Leistungsstufe höher rangiert der souveräne V6-Diesel 350 CDI (265 PS, 65629 Euro). Aus der Benziner-Ecke kommen wiederum der CLS 350 (306 PS, 66819 Euro) und der 500er (82229 Euro), befeuert von einem 408 PS starken V8-Biturbo. Shooting Brake 350 CDI und 500 trotzen auf Wunsch übrigens auch mit Allrad den Widrigkeiten problematischen Untergrunds.

Ohne AMG-Variante geht's nicht

Leistungstechnisch über allem thront schließlich der 63 AMG, preislich bereits im sechsstelligen Bereich angesiedelt (117512 Euro), ein Kräftereservoir von 525 PS und ein mächtiges Drehmoment von 700 Nm nutzend, beides von einem V8 Biturbo zugeführt. Selbst das lässt sich aber noch steigern, zumindest im ersten Lebensjahr des Shooting Brake. Da nämlich ist er als 557-PS-Bolide "Edition 1" zu haben, für diejenigen, die sich die Investition von 130000 Euro leisten können und wollen.

Braucht die Welt einen solchen Mix aus Coupé und Kombi? Nicht die ganze: In den USA - wo man eigentlich für (fast) alles empfänglich ist, was den Mercedes-Stern trägt - soll der Shooting Brake nicht verkauft werden.

Ulla Ellmer

Mercedes Shooting Brake
Schöner Rücken: Die Heckklappe des eleganten Kombi-Coupé-Zwitters öffnet und schließt elektrisch. Übrigens: Sowohl die Schreibweise "Shooting Break" als auch "Shooting Brake" ist erlaubt.
© Werk

14.09.12
 
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