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26.08.2012, 13:51

Supersparsames Hybridfahrzeug: Prius-Plug-in am Markt

Dieser Toyota tankt Strom und Benzin

Stromkabel oder Zapfhahn? Beim neuen Toyota Prius-Plug-in geht beides. Denn das neue Modell besitzt aufladbare Batterien, die sich an der haushaltsüblichen Steckdose laden lassen. Damit kann man bis zu 25 km weit rein elektrisch fahren und auf einen (Benzin-)Verbrauchswert von etwa drei bis vier Litern je 100 km kommen.

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An der Tankstelle: Der Akku des neuen Toyota Prius Plug-in kann innerhalb von 90 Minuten an der Steckdose voll aufgeladen werden.
An der Tankstelle: Der Akku des neuen Toyota Prius Plug-in kann innerhalb von 90 Minuten an der Steckdose voll aufgeladen werden.
© Hersteller Zoomansicht

Zwar gibt Toyota einen noch günstigeren (Norm-)Verbrauchswert an (2,1 Liter Super je 100 km plus 5,2 kWh Strom), doch der lässt sich in der Praxis nur dann erreichen, wenn die Umstände optimal sind und der Fahrer seinen Gasfuß besonders sanft einsetzt. Einfluss auf den Verbrauch kann, abgesehen vom persönlichen Fahrstil und der Beladung, auch das Klimatisieren oder Heizen des Wagens haben. Beides funktioniert natürlich im Prius neuester Bauart bestens. "Der Kunde soll keine Einschränkungen hinnehmen müssen", sagt Ulrich Selzer, Geschäftsführer bei Toyota Deutschland.

Bei aller Sparsamkeit: Auch Fahrspaß ist geboten

Nun ist es aber nicht so, dass es sich beim Prius-Plug-in (dieser Begriff steht für die Ladefähigkeit an einem Stromnetz) um ein gänzlich spaßarmes Automobil handelt. Im Gegenteil. Gerade wenn es um die Beschleunigung geht, kann der mit 136 PS Systemleistung gestärkte Wagen durchaus überzeugen: Nur 10,8 Sekunden vergehen, dann ist aus dem Stand Tempo 100 erreicht. Und in der Spitze legt das neueste Toyota-Modell immerhin 180 km/h vor. Beim elektrischen Fahren sind dem Geschwindigkeitsrausch jedoch Grenzen gesetzt, denn bei etwa 85 km/h schaltet sich das E-Aggregat ab und der Verbrenner (ein Vierzylinder mit 99 PS) springt an. Das tut er grundsätzlich auch dann, wenn besonders stark beschleunigt wird. Das System entscheidet je nach Leistungsanforderung, welche Art des Antriebs gewählt wird. Prinzipiell kann der Fahrer über Tasten - darunter ein City-Elektromode - wählen, wie er sich fortzubewegen gedenkt. Der Elektromodus kann mithelfen, in urbanen Bereichen besonders emissionsarm zu fahren. Die CO2-Werte für den Prius gibt Toyota übrigens mit 49g bzw. 85 g je km an, je nachdem welche Antriebsart am Arbeiten ist.

Gut zu fahren: Das neueste Toyota-Modell lässt sich durchaus flott bewegen. Dank E- und Ottomotor ergibt sich eine Systemgesamtleistung von immerhin 136 PS.
Gut zu fahren: Das neueste Toyota-Modell lässt sich durchaus flott bewegen. Dank E- und Ottomotor ergibt sich eine Systemgesamtleistung von immerhin 136 PS.
© Hersteller Zoomansicht

Lithium-Ionen-Batterien speichern den Strom

Um den Strom zu speichern (elektrisch "getankt" ist übrigens innerhalb von nur 90 Minuten) verwendet Toyota neu konstruierte Lithium-Ionen-Akkus. Einer der Vorteile: die kompakte Baugröße, die den Laderaum (im Vergleich zum normalen Prius) nicht einschränkt. Aber: Die von Toyota genannten 443 Liter Ladevolumen beziehen sich auf "dachhohe Beladung" - ein Maß also, das den Wert letztlich arg schönt. Ansonsten entspricht das Plug-in-Modell dem bekannten Prius Hybrid, wenngleich es auch ein paar kleine äußerliche Veränderungen gibt. Besonders auffällig ist der Unterschied allerdings nicht. Auch innen herrscht das bekannte, vielfach als "etwas lieblos" empfundene Ambiente vor. Das Fahren (Lenkung, Automatikschaltung) gestaltet sich einfach, der Lenker kann die Arbeitsweise des Hybridantriebs über ein großes Display betrachten und erhält umfangreiche Verbrauchsinformationen. Der immerhin 4,48 m lange Wagen wirkt fahrsicher und ausreichend agil, auch an nötigem Komfort mangelt es nicht. Einzige Ausnahme: Der bei starker Beschleunigung immer noch ungewöhnlich geräuschvoll wirkende Verbrennungsmotor.

Wunschprogramm wählen: Im neuesten Prius lassen sich verschiedene Fahr-Modi einstellen. Darunter der namens EV, falls man in der Stadt vornehmlich elektrisch unterwegs sein möchte.
Wunschprogramm wählen: Im neuesten Prius lassen sich verschiedene Fahr-Modi einstellen. Darunter der namens EV, falls man in der Stadt vornehmlich elektrisch unterwegs sein möchte.
© Hersteller Zoomansicht

Die moderne Technik hat ihren Preis: 36200 Euro

Die Montage der Lithium-Ionen-Batterien und das Beilegen des Ladekabels lässt sich Toyota mit mindestens 36200 Euro (mit Top-Ausstattung 42500 Euro) bezahlen. Das bedeutet im Vergleich zum rein hybridisierten Prius einen Aufschlag von fast 10000 Euro. Das teilelektrische Fahren will also ordentlich bezahlt sein. Dennoch hält Toyota den Preis für sehr angemessen und verweist dabei explizit auf den Mitkonkurrenten Opel Ampera, der mit knapp 44000 Euro in der Preisliste steht.

Gerhard Windpassinger

26.08.12
 
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