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28.01.2019, 11:14

Coupé-Limousinen im Vergleich

Stinger gegen Arteon: Kann Kia VW schlagen?

Limousinen mit einem kleidsamen Touch ins Coupéhafte liegen im Trend. VW besetzt das Segment mit dem Arteon, Kia mit dem überraschend attraktiven Stinger. Im Vergleich treffen beide Modelle mit Vierzylinder-Turbo-Benzinern aufeinander, die jeweils über 250 PS leisten.

VW Arteon, Kia Stinger
VW Arteon (o.), Kia Stinger: Sportlich-elegante Coupé-Limousinen wie die beiden Konkurrenten liegen derzeit im Trend.
© Hersteller

Auf den ersten Blick sind sie sich eigentlich nicht so ähnlich. Auf der einen Seite der Kia Stinger, der mit seinem Auftritt für ein Aufsehen sorgt, das viele von der südkoreanischen Marke nicht erwartet hätten. Auf der anderen Seite der VW Arteon, der mit sachlicher Perfektion exklusiver wirkt. Jedenfalls zeigt schon die äußere Optik die Unterschiede der beiden auf, erst recht der Innenraum, nicht zuletzt der Antrieb und die Fahreigenschaften.

Von der Außenlänge (Stinger 4,83 Meter) entsprechen sich beide bis auf rund drei Zentimeter. Der geringfügig längere Arteon nutzt den Raum besser dank guter Raumökonomie und des quer eingebauten Motors, das bedeutet spürbar mehr Platz im Fond und ein größeres Gepäckabteil. Beim VW sind es 563 bis 1557 Liter mit mehr Zuladekapazität, beim Kia 406 bis 1114 Liter.

Umfangen von einem Sportanzug

VW Arteon
VW Arteon: Der elegante Volkswagen hat dem Stinger Allradantrieb voraus.
© HerstellerZoomansicht

Im Stinger sitzt man eher wie in einem Sportanzug bei minimal niedrigerer Sitzposition vorn, aber eingerahmt vom höheren Mitteltunnel und dem niedrigeren Dach. VW setzt mehr auf komfortable Sessel, geeignet für Menschen, die schon mal etwas fülliger sind und einen großzügig geschnittenem Anzug tragen. Auf der Strecke bleibt dabei freilich der Seitenhalt für schlankere Personen - ob weiblich oder männlich. Insgesamt fühlt sich der sportive Fahrer im Stinger besser integriert. Das gilt auch für die Cockpitgestaltung, die sich mit sparsamem Metallglanz und Chrom zufriedengibt. Bei der Bedienung keine Überraschung: Die Tasten, Schalter und Drehknöpfe sind klar definiert, die zuletzt häufig kritisierte Vielzahl solcher Elemente lässt die Koreaner kalt. Beim Arteon bedeuten andere, als besonders modern geltende Lösungen, die weitgehend auf Schalter verzichten, gewiss auch Eingewöhnung, wie speziell beim Digitalcockpit für 510 Euro Aufpreis.

Motorischer Einstieg in die Welt der beiden Fastback- oder GT-Modelle von Kia und VW sind turbogeladene Zweiliter-Vierzylinder-Benziner. Sie leisten 188 kW/255 PS im Stinger 2.0 T-GDI, der mit minimal höherem Drehmoment (353 Newtonmeter) aufwartet, und 206 kW/280 PS im Arteon 2.0 TSI. Letzter sortiert die sieben Gangstufen über ein Doppelkupplungsgetriebe, das im Sportmodus harmonischer schalten könnte und im Komfortmodus beim Testwagen nicht geschmeidig zurückschaltet. Geschickter auf den Motor abgestimmt ist die von Kia selbst entwickelte Achtstufenautomatik.

Allrad gegen Heckantrieb

Kia Stinger
Kia Stinger: Ein in sportlicher und formaler Hinsicht so attraktives Modell hat den Koreanern kaum einer zugetraut.
© HerstellerZoomansicht

Um die Traktion kümmert sich im Arteon ein Allradsystem, das bei Schlupf die Hinterräder (über eine Haldex-Kupplung) zuschaltet. Dadurch ergeben sich in Kurven Vorteile für die (variabel übersetzte) Progressivlenkung wie bei einem Fronttriebler, der sehr präzise auf Befehle reagiert. Der hinterradgetriebene Stinger gibt sich spontaner, manche sagen auch wilder. In haarigen Kurven geht das praktisch so lange, bis das energisch eingreifende ESP es regelt. Die Federung, bei beiden mit Adaptivdämpfern in Serie, ist straffer ausgelegt als beim Arteon, der selbst gröbere Unebenheiten besser wegsteckt.

Bei den Fahrleistungen hat der Arteon die Nase vorn: Er beschleunigt in 5,7 Sekunden auf die 100er-Marke, der Stinger wurde mit 6,6 Sekunden gemessen. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 240 km/h (Stinger) und 250 km/h (Arteon) angegeben. Bei den Bremswegen kommt der nicht leichtere Stinger zum Teil früher zum Stehen.

In der Praxis verbraucht der Stinger 2.0 T-GDI zurückhaltend bewegt 7,7 l/100 km, der Arteon schneidet (um 0,2 Liter) günstiger ab, verlangt aber nach Super Plus. Werte um knapp zehn Liter werden für die meisten Autofahrer die Regel sein.

Preisvorteil Kia Stinger

Die Preise der Testwagen mit den Zweiliter-Motoren: Da kostet der Kia Stinger 44.490 Euro, der VW Arteon 51.075 Euro. Zu seinen Pluspunkten zählt neben der Extravaganz der Allradantrieb, aber es bleibt doch eine große Preisdifferenz.

Anlass zum genaueren Hinsehen also: Der Stinger wird alternativ mit einem vorzüglichen 3,3-Liter-V6 (272 kW/370 PS) angeboten. In atemberaubenden 4,9 Sekunden schnellt die Tachonadel auf Tempo 100, bei 270 km/h erreicht der "echte GT" die Spitze. Souveräne Leistungen und souveränes Fahren! Der Praxisverbrauch wurde mit 10,6 l/100 km ermittelt; bei forscher Gangart nicht so viel mehr.

Cockpit VW Arteon, Kia Stinger
Cockpit im Arteon (l.) und im Stinger: Der Arteon setzt auf moderne Lösungen, der Stinger auf sportlichen Zuschnitt.
© Hersteller

Zur umfangreichen Ausstattung gehören der Allradantrieb und Brembo-Hochleistungsbremsen. Die Koreaner haben sich optisch wie technisch ordentlich gemausert. Der GT ist sehr sportlich, aber weder protzig noch peinlich. Der Preis des 3.3 T-GDI AWD: 54.900 Euro. Dazu die sieben Jahre Garantie. Immerhin spielt das Stinger-Topmodell in der Liga von Audi S5, BMW 440i Gran Coupé, Mercedes CLS oder Jaguar XE S. Noch Fragen?

Ingo Reuss

Kia Stinger 2.0 T-GDI: 255 PS, 353 Nm, 0 auf 100 in 6,6 sec, 8,1 l/100 km Super, Abgasnorm Euro 6d-Temp, ab 44.490 Euro

VW Arteon 2.0 TSI 4Motion: 280 PS, 350 Nm, 0 auf 100 in 5,7 sec, 6,8 l/100 km im Mix NEFZ Super Plus, Abgasnorm Euro 6d-Temp, ab 51.075 Euro (Basispreis der Baureihe: 38.400 Euro)

 

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