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08.10.2018, 16:37

X2 xDrive 20d im Fahrbericht

BMW X2: Lifestyler auf die schräge Tour

Mit der Karriere des X1 kann BMW sehr zufrieden sein. Das SUV ist in Deutschland das meistverkaufte Modell der Marke. Dennoch schien da noch mehr zu gehen. Und so musste ein Derivat her - der X2 drängt ins ebenso angesagte wie lukrative Segment der SUV-Coupés, das auch vom unmittelbaren Konkurrenten Mercedes GLA und künftig von einem Audi Q3 Sportback besiedelt wird. Im Fahrbericht: Der X2 xDrive 20d mit 190-PS-Diesel und Allradantrieb.

BMW X2
Erfreulicher Anblick: Der X2 ist das vielleicht Attraktivste, was BMW zuletzt auf die Räder gestellt hat.
© Hersteller

Wie er aussieht: Im Vergleich zu konventionellen SUVs sollen sich die coupéhaften Ableger als Lifestyler gerieren und adressieren eine eher sportlich orientierte Kundschaft. Diesen Auftrag erfüllt der X2 überzeugend. Er ist wohl das Attraktivste, was BMW zuletzt auf die Räder gestellt hat, mit 4,36 Metern Länge zwar acht Zentimeter kürzer als die Basis X1, aber um einiges schöner anzusehen: Coupéhafte Silhouette, knackig-kurze Überhänge, properes Heck und eine markante BMW-Niere - das überzeugt und wirkt nicht ansatzweise so plump wie der Auftritt des ganz großen Bruders X6. Kleidsamer Hingucker ist der weiß-blaue BMW-Propeller, der wie ein Markenemblem die D-Säule ziert.

Wie er eingerichtet ist: Im X2 sitzt man etwa zwei Zentimeter tiefer als im X1, der Einstieg gelingt lässig und bequem. Die Inneneinrichtung präsentiert sich so, wie man es von BMW kennt. Sorgfältige Materialauswahl, tipptopp ausgeführte Verarbeitung, ein leicht fahrerorientiertes Cockpit und ein Infotainment mit typischer Kachelsystematik, die sich löblicherweise leicht und intuitiv durchschauen lässt. Die Fahrdaten werden über runde Analoginstrumente transportiert, gegen Aufpreis lässt sich ein "richtiges" Head-up-Display buchen, keine Light-Lösung mit Kunststoffscheibe also. Eng umfangen sieht man sich von den Sportsitzen, deren Alcantara-Bezug beim aufpreispflichtigen M-Sport-Paket (6.400 Euro) farblich abgesetzte Ziernähte trägt.

BMW X2 Cockpit
Inneneinrichtung: Sorgfältige Materialauswahl, tipptopp ausgeführte Verarbeitung, Infotainment mit Kachelsystematik.
© HerstellerZoomansicht

Wie viel Platz er hat: Die räumlichen Verhältnisse sind gut, und doch kommt bei der Sitzprobe im Fond erstmals der Verdacht auf, dass Schönheit ihren Preis hat, denn die abfallende Dachlinie knabbert hinten an der Kopffreiheit. Auch der Kofferraum (470 bis 1.355 Liter) fällt kleiner aus als im X1 (505 bis 1.550 Liter). Ausreichend groß bemessen ist das Gepäckabteil aber dennoch, wobei die hohe Ladekante einen gewissen Kraftaufwand beim Befrachten erfordert. Zudem erweist sich die Ladeöffnung als schmal geschnitten, der Karton mit Omas Fernsehsessel überfordert den X2 - ein VW Golf hätte hier nicht kapituliert. Missmutig registriert der X2-Nutzer auch, dass sich die Rücksitzlehnen nicht vom Kofferraum aus umlegen lassen, sondern dass hierzu ganz unlifestylige Schlaufen bemüht werden müssen. Anders als im X1 lässt sich die Rückbank zudem nicht längs verschieben. Immerhin gibt es für langes Ladegut wie Skier aber eine Durchlademöglichkeit.

Was ihn antreibt: Mit dem 140 kW/190 PS starken Zweiliter-Vierzylinder-Diesel, dessen bäriges Drehmoment von 400 Nm schon bei 1.750 Touren anliegt, trifft der Kunde eine gute Wahl. Ein unaufdringlicher, nur nach dem Kaltstart etwas geräuschvoller Selbstzünder dient sich hier an, er schiebt den X2 energisch an und ermöglicht eine Spitze von 221 km/h sowie den 0-auf-100-Sprint in 7,7 Sekunden. Dass vielleicht der letzte Tick Spritzigkeit fehlt, wird wohl nur der bedauern, dem es dezidiert auf Sportlichkeit ankommt. In diesem Fall ist der vergleichbar starke Benziner im X2 20i womöglich die bessere Wahl. Allerdings bleibt es in diesem Fall bei Frontantrieb, denn Allrad ist ausschließlich den Dieseln vorbehalten.

Wie er sich fährt: Der X2 20d darf sich des xDrive-Allrads serienmäßig bedienen, auch die punktgenau schaltende 8-G-Wandlerautomatik "Steptronic" gehört zum Lieferumfang. Es ist ein sehr ruhiges und souveränes Fahrgefühl, dass der X2 vermittelt, gleichzeitig aber auch ein sportlich-agiles, das vom zehn Zentimeter tiefergelegten Sportfahrwerk (M Sport) noch unterstützt wird. Zudem sorgt die direkt übersetzte Lenkung (schön dick umschäumt: das Lenkrad) für ein handliches Fahrgefühl. Die sportlich-straffe Fahrwerksabstimmung hat aber auch ihre Kehrseite, über Straßenbahnschienen und sonstige Holprigkeiten geht der X2 nicht eben diskret hinweg.

Rangierarbeiten wiederum geraten insofern zur spannenden Angelegenheit, als die breite D-Säule und das schmale Heckfenster die Rundumsicht recht einschränken. Der Posten "Rückfahrkamera" (400 Euro) ist also ein dringlich anzukreuzendes Detail.

BMW X2
Allrad serienmäßig: Wer den X2 als 20d wählt, bekommt die xDrive-Technologie grundsätzlich mitgeliefert, und Steptronic ebenso.
© Hersteller

Wieviel er verbraucht: Verhältnismäßig wenig, einmal mehr zeigt es sich, dass Effizienz eine Kernkompetenz des Hauses BMW ist. Die Papierform nennt im Schnitt 4,7 l Diesel/100 km, der Wert wurde nach neuem WLTP-Messzyklus ermittelt und dann - die Gesetzeslage will es so - auf NEFZ zurückgerechnet. In unseren Händen konsumierte der X2 xDrive 20d 5,8 l/100 km, auch damit lässt es sich sehr gut leben. Zukunftssicherheit gewährt die Einstufung nach Euro 6d-Temp.

Was er bietet: Die Basisversion ist unter anderem mit 17-Zoll-Leichtmetallrädern, Freisprecheinrichtung, Klimaanlage, Regensensor und Auffahrwarnung mit City-Anbremsfunktion bestückt. Doch wer kauft schon das Einstiegsmodell? Zumindest "Advantage" wird's schon werden, dann mit Zweizonen-Klimaautomatik, Tempomat mit Bremsfunktion, automatischer Heckklappenbetätigung und Park Distance Control für hinten. Dies lässt sich nahezu beliebig erweitern, die Aufpreisliste hält Extras noch und nöcher bereit, vom Stauassistenten übers Navi bis hin zu LED-Scheinwerfern.

BMW X2
Kein Schnäppchen: Für den X2 xDrive 20d sind mindestens 43.800 Euro hinzublättern.
© HerstellerZoomansicht

Was er kostet: Die Preisliste weist den X2 xDrive 20d als ziemlich teuer aus. 43.800 Euro kostet die Basisversion, wer sich für den "Advantage" entscheidet, ist schon bei 45.250 Euro angelangt. Da fehlen nur noch ein paar wenige Extras, und die 50.000er-Hürde ist gerissen.

Was wir meinen: Der X2 ist ein ausnehmend attraktives SUV-Coupé mit feinen Fahreigenschaften und niedrigen Verbrauchswerten. Der Lifestyle-Aufschlag beim Preis fällt allerdings happig aus. Letztlich erscheint der Technologiespender X1 als die vernünftigere Wahl, denn er ist praktischer und kommt gleichzeitig günstiger. Dennoch dürfte der X2 vielen Kunden die Mehrkosten von 1.600 Euro wert sein.

Ulla Ellmer

Die Daten des BMW X2 xDrive 20d

Hubraum 1995 ccm, Zylinder 4, Leistung 140 kW/190 PS bei 4.000/min, max. Drehmoment 400 Nm bei 1.750 - 2.500/min, Spitze 221 km/h, Beschleunigung 0 auf 100 km/h in 7,7 sec, Normverbrauch innerorts 5,4, außerorts 4,3, kombiniert 4,7 l D pro 100 km, Testverbrauch 5,8 l D/100 km, CO2-Emission 124 g/km, Schadstoffklasse Euro 6d-Temp, Energie-Effizienzklasse A, Länge 4,36 m, Breite 1,82 m, Höhe 1,53 m, Kofferraum 470 bis 1.355 l, Leergewicht 1.675 kg, zulässiges Gesamtgewicht 2.190 kg, Zuladung 590 kg, Anhängelast 2.000 kg gebremst, 750 kg ungebremst, Tank 51 l. 8-G-Steptronic, Allradantrieb. Versicherungs-Typklassen 20 (HP), 24 (TK), 25 (VK). Preis ab 43.800 Euro

 

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